Kältedämmung für 50cm, 150 Jahre alte Natursteinmauer

23.02.2009



Hallo,

wir wohnen in einem Haus von 1870, welches 50-60 cm dicke Wände hat. Diese bestehen zumeist aus Natursteinen, wobei diese nicht unbedingt so gross sind. Sind halt viele 20, 30, 40cm grosse Steine die miteinander vermörtelt wurden.

Nun wurde mir von zwei Seiten geraten das Haus von aussen zu dämmen, weil's im Winter schon etwas kalt in der Bude ist. Von einem anderen Architekten wurde mir wiederum abgeraten, weil's keinen Sinn machen würde. Erstere hoben unter anderem auch das Problem der Feuchtigkeitseindringung von innen und aussen hervor, was das Wandmaterial nicht gerade besser machen würde.

Drinnen dämmen wollen wir nicht, weil's zuviel Arbeit machen würde. Und der Aussenputz müsste eh bald mal gemacht werden.

Was sind eure Erfahrungen? Ich wäre sehr dankbar für ein paar (sachdienliche... :-)) Hinweise.





Hallo,

da mache ich mir bei einer Außendämmung die meisten Gedanken über das Erscheinungsbild. Das Haus wird sicher völlig seinen Charakter verlieren.
Aber eine Außendämmung wäre wirksam. Sie würden dann wegen der großen Masse ein thermisch sehr träges Haus erhalten.
Sie ist auch unproblematischer als eine Innendämmung mit ihren vielen teuflischen Details.
Bei der Dämmung kann es aber dann nicht bleiben, da bleibt noch das Dach, die Kellerdecke, die oberste Geschoßdecke, die Fenster..................
Und schließlich Heizung und Regelung.

Alles ein bisschen viel, aber erst ein gesamtkonzept bringt Licht in die Sache.

Grüße vom Niederrhein





Vielen Dank für die Infos.

Dach is isoliert. Keller haben wir keinen. Unterster Fussboden ist etwas isoliert. Fenster sind neue Zweifach-Verglasung.

Ciaoi.



Sanierungskonzept



unterster Fußboden ist etwas isoliert .... das kann alles bedeuten. Gegen Kälte oder gegen Nässe ?

Dämmung auf Bruchstein ist mehr als gut (Oberflächentemperatur steigt im Winter um etwa 10°C, das Zimmer wird fühlbar größer, denn man kann die Couch an die Wan stellen), aber eigentlich der letzte Schritt. Daß damit das Haus seinen Charakter verlieren würde - das stimmt nicht unbedingt, man muß nur ein vorher aufgestelltes Konzept umsetzen und sich vielleicht ein paar gute und schlechte Beispiele ansehen. Wichtig sind dabei die vorherige Vergrößerung aller Dachüberstände um das Dämmaß, abschlagen der Fensteranschläge (dort wurden meist bei Bruchsteinwänden Ziegel verwendet) - um ev. die vorhandenen Fenster nach außen zu rücken - wegen der Ansicht oder aber um die sonst entstehende Kältebrücke mit zu dämmen. Wchtig wäre aber, die aufsteigende Feuchte aus den Grundmauern zu minimieren, z. B. Dränage oder bei vorhandenen Bruchsteingründungen (bei mir waren es 30 cm tiefe Gründungen !!!) durch ein Betonfundament mit Sperrschicht zu ersetzen. .... und und und
Dafür kann man fast neu bauen, wenn man es nicht selber machen kann.
Auf alle Fälle nicht ohne Fachmann so etwas angehen!

MFG Olaf



Natursteinmauer dämmen



Geht natürlich schon. Ökologische, diffusionsoffene Dämmung (Z.B: Hanf und Schilf verputzt) Wenn keine Sandsteingewände oder Stuck vorhanden sind kann man das machen.
Wie bei jeder Aussendämmung verkleinern sich dadurch aber die Fenster - wenn die Laibung in die Dämmung einbezogen wird, was sinnvoll ist.
Wichtig Fenster mit schmalen Rahmenstärken wählen das bringt bei gleicher aussengrösse Der Rahmen bis zu 90 mm mehr Licht alleine in der Breite. Gibt es aussenöffnend und innenöffnend. Helfe gerne weiter





Vielen Dank für die Tipps.

Boden ist gedämmt, nicht isoliert. Wieviel/wiegut, weiss ich allerdings nicht.

Fensterrahmen mitdämmen.... Hmmm... das wäre nicht gut, da die Fenster (altes Haus) eh schon so klein sind.

Mit hat hier jemand vorgeschlagen Aussenputz gemischt mit Styroporkügelchen oder so zu verwenden. Aufgrund der Natursteine ist's halt superschwierig irgendwelche Platten oder Zwischengerüste einzubohren.

Sorry für meine Ignorenz bzgl. der richtigen Fachbegriffe...

Viele Grüsse.



Dämmputz oder Platten



Der angegesprochenen Dämmputz ist auch möglich, aber dazu braucht man entsprechende Technik - in Eigenleistung also kaum möglich, die Platten werden hingegen angeklebt und brauchen laut Anwendungsvorschriften eigentlich nicht gedübelt werden, Schaden tut es aber auch nicht. Normalerweise aber auch kein Problem bei Bruchstein mit den heutigen Werkzeugen.
Problem Fenstergröße - deshalb mein Vorschlag, den Anschlag zu entfernen, um die 7 cm für Dämmung zu gewinnen. Die Rahmen sind meist 8 bis 12 cm breit - ja nach Rahmenkonstruktion.

MFG Olaf





Ah, muss mir die Fenster bei Helligkeit nochmals ansehen. Aber teilweise haben wir richtige Steinquader drumherum um die Fenster. Die kann man natürlich nicht entfernen. Hmmm. Bleibt wohl nur eine dünne Dämmschitz mittels Putz.