Fussboden aufbauen




Hallo,

wir sind dabei ein altes Haus, Baujahr ca. 1865, für uns herzurichten. Dabei Suche ich Ideen für den Fußbodenaufbau im Erdgeschoss. Die im Moment relevanten Räume haben zwei verschiedene Fußbodenaufbauten:

1. Lagehölzer bis zur Oberfläche in Sand und darauf Dielen
2. Lagehölzer liegen auf Sand und darauf "Dielen" (Rauspund), bei diesem Aufbau sind zusätzlich Lüftungssteine in die Aussenmauer gekommen.

Beide Böden sind nicht mit dem Mauerwerk verbunden, schwimmen also.

Die Böden müssen angefasst werden, da 1. an der Aussenwand deutlich abgesackt ist, und bei 2. ein Lagerholz beim Betreten nachgibt.

Folgen Kriterien sind für uns wichtig:
* Der Boden darf nicht höher werden wegen der Raumhöhe und der Fundamente der Öfen.
* Lange Trocknungszeiten für Beton oder Ähnliches sind nicht im Zeitrahmen (Einzug in ca. einem Monat und dann müssen die Räume nutzbar sein, da Durchgangszimmer).
* Nach Möglichkeit sollte der Boden gut gegen Kälte isolieren
* Das ganze sollte nicht zu teuer werden - nach Möglichkeit in Eigenarbeit

Vielen Dank

Daniel



Fußbodenaufbau



Mein Vorschlag:
Fußböden ausbauen, Sand sorgfältig abharken,
Lüftungsöffnungen vermauern,
Sand bis zur benötigten Höhe ev. ergänzen oder abtragen,
darauf achten das der Sand nicht an Türöffnungen o.ä. auswandern kann,
eventuell Wandflächen die im Fuboden liegen mit mineralischer Dichtschlämme dichten,
den Sand eben und profilgerecht mit Richtscheit auf Lehren abziehen,
2 Lagen Foamglasboards mit versetzten Fugen verlegen, Stöße verkleben,
Dann entweder Gußasphaltestrich einbauen lassen oder Steicofloor und Dielung aufbauen.
Die Dicke der Foamglasboards und des Steicofloor müssen Sie der vorhandenen Bauhöhe anpassen.



Es könnte...



aber auch ein Leichtgeton auf Geovlies eingebracht werden, sauber und eben abgezogen. Nach 8-10 Tagen Abdichten mit einer Schweißbahn, an den Wänden bis UK Dielung hochgezogen. Darauf Aufbau mit Holzweichfaser / Dielung.

Grüße

Thomas



Nachfrage zu Schaumglas



Hallo,

die Variante mit dem Schaumglas ist mir wegen der Trocknungszeit (10 Tage sind 1/3 des Zeitfensters...) sympathischer.

Kann man den Anstelle der Platten auch Schotter nehmen, das scheint mir "nur" halb so teuer zu sein.

Vielen Dank

Daniel



Fußbodenaufbau



Nein.



Schade



und wieso nicht? Wurde mir nämlich von andere Seite so empfohlen.

Vielen Dank

Daniel



Schaumglasschotter...



wird zum einen häufig nicht trocken genug angeliefert. Für den Innenausbau ist das Material nicht vorrangig gedacht. Häufig genug steht es in Big Packs im Freien...

Die daraus resultierenden Trockenzeiten des SGS sprengen Ihren Zeitrahmen garantiert.

Zum anderen entsteht auch bei guter Verdichtung keine Fläche, auf der ohne zementösen Abschluß dauerhaft eine Schweißbahn platziert werden könnte. Die von Georg empfohlene Variante mit Foamglasplatten ist, bei sauberer Ausführung und Verklebung, sicher hinreichend dampfdicht. Beim Schotter hätte ich da große Zweifel. Weitere Bedenken hätte ich, weil unter Punkt / Streifenlasten durchaus auch SGS weggerieben werden könnte, was die Verlegung insgesamt schwieriger und auch durch die Jahre (Schwingen des Bodens und damit Reibung Lagerhölzer auf SGS) zum Nachsacken führen könnte.

Grüße

Thomas



Welche Produkte genau



Hallo Thomas,

das hört sich (leider) plausibel an.
Welche Produkte sind den jetzt hier konkret gemeint. Bei foamglas gibt es einen ganzen bunten Strauß von "Boards".

Preislich und von der Höhe finde ich T4+ in 30mm am attraktivsten. Dann komme ich mit 40mm Steicofloor auf 100mm + Nutzschicht. Ist das dann stabil genug für "normale" Wohnnutzung? Ist ein Kinderzimmer mit ca. 15m², eine Diele mit ca. 15m² und ein Wohnzimmer mit ca. 25m² Fläche.

Und die Wärmedämmdung dürfte ja auch besser als der alte Boden sein...

Schöne Grüße

Daniel



Da ware...



...mal besser auf Georgs Posting, die 2x 30mm Foamglas betreffend.

Ich würde raumlange Dielen verlegen. 22mm Minimal, 28 wäre solider und meine Wahl.

Grüße

Thomas



Fußboden



Da durch die Dielung und das Steicofloor keine Punktlasten eingetragen werden sind 2 x 30 mm Steicofloor ausreichend. Die Ausführung des Planums mit Sand muss sorgfältig erfolgen, der Sand darf nicht auswandern!
Beim Verlegen immer von einer Verlegeplattform (OSB- Platte o.ä. ) aus arbeiten. Hilfreich ist vor dem Verlegen der ersten Lage den Sand mit einer einfachen Folie o.ä. abzudecken damit kein Sand auf die Oberflächeund zwischen die Stöße gelangen kann. Wenn doch dann vor dem Verlegen der zweiten Lage die Oberfläche säubern.



Fußboden



Mit einem Unterschied.
Um in etwa die gleiche Dämmwirkung zu erzielen müsste etwa 20 cm mehr ausgeschachtet und demgemäß wieder eingebaut werden.
Das wären bei einem ca. 50 m² großen Nettogrundriss ca. 10 m³ per Hand raus und 10 m³ per Hand rein.
Dann kann ich nicht so einfach auf SGS Gußasphalt kippen; die erforderlichen Ebenheitstoleranzen und die offenen Hohlräume lassen das nicht zu. Die Oberfläche muß eben und dicht sein. Es ginge sonst nur mit einer dickeren Schicht bzw. mehreren Schichten und das wird dann aber richtig teuer.
Zahlen der U- Werte gerundet:
30 mm GA auf 2 x 60 mm Foamglas 0,31
30 mm Dielung, 60 mm Steicofloor, 2 x 30 mm Foamglas 0,30
30 mm GA, 350 mm SGS 0,32



Foamglas



Hallo Herr Böttcher,

zu den Foamglas Boards habe ich noch ein Paar Fragen:

* Worin unterscheiden sich die Foamglas Platten und Boards - die Boards scheint es ja erst ab 40mm zu geben.
* Mit welchen der vielen Klebstoffen von Foamglas werden die verklebt?
* Es werden nur die Stöße verklebt, die 2 Lagen und das Steicofloor schwimmen?
* Wie sind die Platten/Boards zu zuschneiden und wie wird der Anschluss an die Mauer hergestellt?

Vielen Dank

Daniel



Schaumglasschotter/Asphalt



Hallo Herr Struve,

wie hoch wird den der Aufbau bei "Ihrer" Lösung, und mit welchen kosten ist über den Daumen für 55m² zu rechnen?

Viele Grüße

Daniel Nordhoff-Vergien



Fußboden



Hallo Daniel,
für das Verkleben der ersten Lage reicht einfaches Panzerband, es soll die Platten fixieren damit sie nicht verrutschen.
Die zweite Lage empfehle ich mit einem Dampfsperrklebeband abzukleben, z.B. von Isover.
Ob Panzerband in der unteren oder oberen Lage verwendet wird ist egal, Hauptsache das eine Lage dampfdicht abgeklebt ist.
Bei den Platten sollten Sie lieber auf 40 mm Stärke gehen, 30 mm wären eine Sonderanfertigung und teurer.
Foamglas ist nicht über normale Baumärkte beziehbar sondern nur über den Fachhandel oder direkt bei der Firma. Am besten Sie rufen den zuständigen Bereichsvertreter an, die Kontakte finden Sie auf der Homepage von Foamglas.
Beim Einsatz von Gußasphalt käme auf die Foamglasboards noch eine Lage Holz- oder Kokosfasermatten und eine Lage Wellpappe als thermische Trennung. Eine dampfdichte Abklebung ist dann nicht erforderlich.
Die Platten kann man mit einer Handkreissäge mit Hartmetall- oder Diamantblatt trennen, einschneiden reicht. Die Kaschierung sollte mit einem Cuttermesser zu schneiden sein. Eine gesonderte Fugenbehandlung zum Rand hin bedarf es nicht, ein paar mm Abstand, sogar knirsches Stoßen gehen.





Wenn ich mir die Kriterien so ansehe, dann würde ich das machen, wie ich schon etliche male hier im Forum geschrieben habe:

- Lagerhölzer neu unterfüttern und aushöhen
- Neue Dielen drauf

Preis pro qm ca 25€

Kann man natürlich auch anders machen, weil, was nur 150 Jahre gehalten hat, kann ja nix taugen...



Fußboden



Warum ist dann der Boden defekt?
Ich vermute der Schaden ist erst in den letzten Jahren eingetreten. Wenn Sie den jetzigen Zustand kopieren wird das in ein paar Jahren wohl wieder passieren und nicht erst in 150.
Außerdem würden Sie damit gegen ein Gesetz verstoßen, die ENEV.
Und 25,- €/m² ist doch sehr blauäugig gerechnet.



Originalzustand belassen



ist für uns auch eine Überlegung. Aber unser Ziel ist es nicht im Museum zu wohnen, sonder das zu machen was sinnvoll ist - und in unser Budget passt. Da die Heizkosten nicht geringer werden, halte ich es durchaus für sinnvoll den Boden zu dämmen. Und ja, der Boden hat 150 Jahre gehalten, die Konstruktion hat also länger gehalten als unsere voraussichtliche Nutzungsdauer, aber wenn es eine bessere Lösung gibt - wieso nicht. Die verfügbaren Materialien haben sich ja in den letzten 150 Jahren etwas verändert.

@Georg

Wieso glaubst Du das der Schaden sich erst in den letzten Jahren und nicht schleichend Entwickelt hat und sich wohl auch schnell bei der Ursprungskonstruktion wieder einstelle wird?

Schönen Sonntag

Daniel



Fußboden



Weil sich unsere Lebensgewohnheiten erst in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert haben. Schon ein Belag der auf die Dielung aufgelegt wird, neue Fenster, andere Heizgewohnheiten, die Sanierung der Fassade reichen da aus.
Belüftete Dielenböden ohne Abdichtung funktionieren heute deshalb nicht mehr. Sie sind in ein paar Jahren genauso zerstört wie die jetzigen.





>>> Sie sind in ein paar Jahren genauso zerstört wie die jetzigen.


Danke!
Danke danke danke!

Endlich spricht es mal einer aus.
Und warum ist das bald alles wieder kaputt?
Weil wir dämmen wie die Berserker und uns dann wundern, dass alles schimmelt, gammelt, auseinanderfällt.
Hauptsache kein Geld fürs Heizen ausgeben. Dann lieber viel Geld in 10 Jahren für die Dämmschäden bezahlen.

Übrigens weiss ich, dass der qm Fussboden 25€ kostet, weil ich gerade erst ein paar qm Massivholzdielung gemacht habe.
Da brauche ich nicht blauäugig rechnen.



Quatsch!



Wer denn dämmt, sollte es einfach richtig machen. Das ist kein Berserkerwerk. Solch Generalverriß ist völlig sinnlos. Kein Mensch baut heute z.B. mehr unterlüftete Dielenböden ein...

Und für 25 Knöppe gibt's keine Dielung+Lagerhölzer, nicht mal als Materialpreis pur.



Das Problem



... liegt weniger darin, dass die Nutzergewohnheiten nicht zum Fußboden passen, sonder vielmehr, dass der Fußboden nicht zu den Nutzergewohnheiten passt. Da die Nutzergewohnheiten sich kaum sinnvoll rückwärts gerichtet umerziehen lassen, macht es Sinn, die Baukonstruktion entsprechend anzupassen...
Früher war alles viel früher... und der Himmel auch blauer...
Dass der "Zahn der Zeit" auch an historischer Bausubstanz nagt, wirst Du, lieber Klaus, sicher bestätigen können...

MfG,
Sebastian Hausleithner