Aufbau Fussboden für Bodenheizung

12.07.2010


Hallo,

Bin neu hier im Forum und möchte mich kurz vorstellen.
Bin 32 Jahre alt, Papiertechniker und wohnhaft in Österreich.

Mit Ausnahme der Renovierung einer alten Stallung hatte ich bisher mit der Materie wenig am Hut.

Nun habe ich ein Bauernhaus, Bj um 1860 von meinem Vater bekommen und möchte das Gebäude nun renovieren.
Gebaut wurde das Haus mit Kalksteinen.
Geplant wäre eine Fußbodenheizung, betrieben über einen Kachelofen.
Nun habe ich in einem Raum den Fußboden zum Teil entfernt.
Der Boden war folgendermaßen von oben nach unten aufgebaut:

Laminat
Steinwolle (bereits nach 15 Jahren verschimmelt)
geklebter Filz mit Linoleum? PVC? -Beschichtung
Estrich
Teerpappe
Beton
Grundreich

Das Haus (nicht unterkellert) ist schon sehr lange (immer?) etwas feucht, davon zeugen erfolglose Trockenlegungsversuche wie Drainage (meiner Meinung nach falsch gebaut), neuer Putz im unteren Mauerbereich, Bitumenschicht unter dem Putz im unteren Bereich usw.

Und nun zur eigentlichen Frage:

Wie soll man am Besten den Boden neu aufbauen und gleichzeitig das Problem Feuchtigkeit verringern.

Vorab bedankt für Eure Antworten!

Gruß,

Principe



Fußbodenaufbau



Vorausgesetzt, der Unterbeton ist tragfähig, glatt und eben:
- neue Abdichtung aufbauen,
- als Wärmedämmung und Höhenausgleich Styrodur einbauen,
- Trennfolie,
-Zementestrich als Heizestrich.
Das wäre die übliche und wohl kostengünstigste Methode.
Bei Heizestrichen werden i.d. Regel Systemlösungen für die Dämmung und die Heizung angeboten.

Viele Grüße



Wie



beschrieben könnte das der kostengünstige Aufbau im EG sein. Gibt es auch ein OG?

Grüße



Aufbau Fussboden für Bodenheizung



Hallo,

Vielen Dank schon mal für die schnelle Antwort.

Nur ist die bisherige Abdichtung (Teerpappe) wie es scheint noch funktionstüchtig.
Gebracht hat es allerdings nichts, der Raum ist trotzdem feucht, besonders im unteren Bereich der Wände.

Wäre es nicht besser, das Erdreich etwas abzugraben und mit Schotter zu befüllen?

Gruß,

Principe



So haben wir es gemacht



Hallo!

Ich kann nu erzählen, wiewir es gemacht haben und bisher zufrieden sind:

- Unterboden (bei uns eine Seesandschüttung auf Lehmboden)
- Baufolie
- Unterbeton ca. 10cm
- Schweißbahn
- Styrodur 10cm
- Baufolie
- Heizestrich 10cm

Die Heizungsleitungen und Elektro liegen unter der Dämmung bzw in der Dämmung. Die Wasser- und Abwasserleitungen größtenteils darunter.

Die FBH wurde auf der Dämmung und Folie verlegt. Bei mir Cuprotherm.

Wohne da jetzt seit 5 Jahren drauf und bin noch zufrieden. Bei einem neuen Projekt machen wir es wieder so.

Eine neue Schweißbahn sollte doch eigentlich schon Abhilfe schaffen, oder?

Tim



Aufbau Fussboden für Bodenheizung



Hi,

Ja, ein OG gibt es, ca. 45m² davon nutze ich - hier wohne ich bereits seit über 10 Jahren.
Das OG wurde glaube ich erst später gebaut, da hier bereits Ziegelwände.

Nochmal zum Fußboden:
Macht es Sinn den Fußboden an den Randbereichen zur Mauer "offen" zu lassen und auf jede Art von Dampfsperren im Boden zu verzichten? Mit "offen" meine ich nur Kalkschotter, kein Beton, kein Estrich, rein gar nix.
Mein Plan wäre Eichendielen über der Bodenheizung zu verlegen. Soviel ich bereits herausgefunden habe, gibt es doch eher bei trockener Luft Probleme mit Vollholzböden.

Die feuchten Mauern im unteren Bereich hoffe ich mit dem Kalkschotter statt Erdreich in den Griff zu bekommen.
Was meint ihr?

Principe



Feuchte Mauern?



Hallo!

Feuchte Mauern (ich nehme an aufsteigende Feuchtigkeit) bekommt man m.E. mit einer Drainage (außen), einer Verblechung oder ggfl. auch einer Vergelung in den Griff. Persönlich habe ich mit einer Verblechung die besten Erfahrungen gemacht. Die Drainage sollte man ohnehin ordentlich machen - eventuell hat sich dann alles weitere schon erübrigt.

Dielen (also Echtholz) auf FBH macht m.E. keinen Sinn. Das Holz arbeitet zu sehr und dämmt zu gut. Auf FBH kann man gut Fliesen, Laminat, Teppich, etc. verwenden. Wie sollen die Dielen befestigt werden? Unterkonstruktion? Vollflächig verklebt? *grübel*

Freilassen eines Streifens an den Mauern - glaube nicht, dass das was bringt. Wenn die Drainage ordentlich ist und eine ordentliche Horizontalsperre drin ist müsste das Problem gelöst sein.

Nur meine Meinung. ;)

Tim



Fußbodenaufbau



Überlassen Sie den fachgerechten Systemeinbau des Heizestrichs den Handwerkern.
Hier geht es neben der Abdichtung auch um Entkopplung, also keine Experimente.
Eine verstärkte Durchfeuchtung der Wände durch einen abgedichteten Fußbodenaufbau wird nicht auftreten.
Die Mauerdurchfeuchtung ist ein anderes Thema.
Ich empfehle Ihnen dazu ein paar Informationen bezüglich Lage, Wandaufbau, erfolgte Sanierungsversuche einzustellen, am besten sind Fotos.

Viele Grüße



Keine Betonplatte



Hi,

Ich habe mich nun entschlossen.
Ich habe bereits eine Rollierung aus gewaschenem Schotter eingebracht.
Als Trennlage werde ich ein altes Entwässerungssieb einer Papiermaschine verwenden, darüber eine ca. 10cm Schicht gewaschener 4-8mm Schotter.
Darauf sollen dann bereits die Lagerhölzer kommen.
Anstatt der Bodenheizung soll nun eine Wandheizung an den Außenwänden kommen.

Ich werde über Erfolg/Misserfolg berichten.

Gruß,

Principe



Ich würd aber



was gegen die Mauerfeuchte tun, sonst hast du nie Freud mit deinem Haus!
Erst ermitteln ob es sich um Kondensation oder aufsteigende Kapillarfeuchte handelt, dann entsprechend Maßnahmen ergreifen. Falls es sich um aufsteigende Feuchte handelt, wird die Sache bei Naturstein schwierig. Blech kommt nicht in Frage, da dafür durchgehende waagrechte Fugen (Lagerfugen) erforderlich sind. Sägeverfahren funktionieren (abgesehen von Diamant-Seilsägen) auch nicht wirklich. Bleiben noch chemische Verfahren (haben den Nachteil, daß 1) das feuchtigkeitsgesättigte Mauerwerk kaum dazu zu bewegn sein wird, den Isolierstoff aufzunehmen und auch bei z.B. durch Heizpatronen getrocknetem Mauerwerk nicht wirklich nachprüfbar ist, wie sich die Flüssigkeit verteilt und somit wie dicht das Resultat wird) und Mauerwerksauswechslung, d.h. abschnittsweises Aufstemmen der Mauern, Einbringen einer Horizontalsperre (meistens Sandwichfolien aus Bitumen und Kunstoffolie). Wurde bei Verwandten von mir in OÖ in den 60ern oder 70ern gemacht und hält bis heute bestens, ist halt aufwendig. Bei einem kleinen Stall (30m2 verbaute Fläche) wollen wir das auch so machen, da geht das noch in Eigenregie (sehr stabiles Mauerwerk von 1971, harter Kalkmörtel, bei weichem Mörtel würde ich mich das nicht so leicht trauen).



Feuchte Mauern



Hi,

Das gesamte Haus wurde zumindest in den letzten 30 Jahren sehr schlecht beheizt.
Der gezeigte Raum wurde wenig bis gar nicht genutzt und daher auch nur selten beheizt.
Der vorige Mieter hatte den Raum bis zur halben Höhe mit einer Wandverkleidung versehen, und dann auch noch PVC-Tapeten darüber.
Die Schwammerln hatten damit eine große Freude!
Die obere Raumhälfte und die Decke wurde schön mit Dispersion bemalt.
Da ich nun eine Ganzhausheizung bekomme, erhoffe ich mir eine Besserung der feuchten Wände.
Der gezeigte Raum soll an den Außenwänden (auf dem Bild nicht zu sehen) eine Wandheizung bekommen.
Haus durchsägen kommt aus Kostengründen nicht in Frage.
Ganz beseitigen werde ich die Feuchtigkeit in den Wänden wohl nicht können.
Ich möchte jedenfalls das beste draus machen.
Kostengünstige Tipps sind immer willkommen!

Gruß,

Principe



Der Optimismus stirbt zuletzt...



meiner Erfahrung nach hilft eine Wandheizung mit ordentlichem Putz etc. vielleicht 10 Jahre, dann blättert es wieder. Und die Heizkosten sind exorbitant.



@Kellergassenkatze



Sehr hilfreich so eine undifferenzierte pauschale Aussage.



Soll ich sie präzisieren?



Erstens habe ich von meiner persönlichen Erfahrung geschrieben, das ist schonmal zwangsläufig subjektiv.

Zweitens gebietet schon die Logik, daß man bei einer unbeheizten Wand mit Wandheizung (auch) den Garten mitheizt.

Drittens kann meiner Meinung nach eine Wandheizung nur Kondenswasserausfall an kalten Sockelzonen verhindern, nicht aber nennenswert gegen aufsteigende Feuchte helfen, so diese vorhanden ist.

Somit kann man unter diesen Bedingungen davon ausgehen, daß ein neuer Putz so wie in unserem Haus (Massivziegelmauerwerk ohne Horizontalsperre) für einige Zeit das Problem kaschieren wird und spätestens in 10 Jahren der Ärger wieder losgeht. Natürlich kann der Ursprungsposter das Glück haben und Mauerwerk aus nicht kapillaraktiven Steinen haben, aber nach meiner persönlichen Erfahrung mit durchschnittlichen österreichischen Häusern schwant mir bei derartigen Plänen Böses.



Natürlich



steht und fällt der Energieverlust der Wandheizung mit der Wämedämmung der Wand!

Übrigens ist das bei einer Fußbodenheizung oder bei Heizkörpern genauso.

Mit was heizt den die Kellerkatze?

Wenn Sie Erfahrungen mit der Wandheizung hätten, wäre auch bekannt das ein richtig ausgeführter Putz der auf einem richtig dimensionierten Wandheizungssytem sitzt auch die 10 Jahr übersteht.

Grüße



Wandheizung...



Gas-Warmwasserspeicher mit Wand-Sockelheizung, hat die Vorbesiotzerin einbauen lassen, vo etwa 12 Jahren. Putz unbekannt, ich denke Kalk. Nunmehr werden in einigen Räumen immer stärkere Feuchtigkeitsschäden im Sockelbereich sichtbar, nachdem wir in Rücksprache mit Architekten und Heizungsmenschen in Anbetracht der exorbitanten Gasrechnung die Heizung etwas zurückgefahren haben (die Vorbesitzerin hat das Haus obwohl maximal 3 Wochen im Jahr genützt 24h 365 Tage im Jahr auf 20°C geheizt, ungedämmte Ziegelwände).
Insofern meine recht geringe Begeisterung für Wandheizung zur Trockenhaltung ungedämmter Wände.

Unsere Nachbarin gegenüber (gleiche Bausubstanz, keine Wanddämmung) hat vor 20 Jahren die Wände aufschneiden und mit einer Horizontalsperre versehen lassen und heizt weite Teile des Hauses gar nicht (nur Küche und ein Zimmer), keinerlei Probleme.



Wie bereits erwähnt



wurde das Haus immer sehr schlecht beheizt und gelüftet.
Weiters waren wohl auch die Dispersionsfarben und die Wandverkleidung nicht gerade förderlich.


Ich werde mit Holz und nicht mit Gas heizen.

Eine Horizontalsperre bei meinen Bruchsteinwänden kommt aus Kostengründen ohnehin nicht in Frage (rund 15.000 Euro!!!)

Ganz trocken wird das Haus wohl nicht werden, ich werde halt versuchen, das beste daraus zu machen.

Bestimmt wird es auch kein Niedrigenergiehaus werden.
Ich sehe aber auch, wieviel Geld einige Hausbesitzer für Dämmung ausgeben.
Da kann ich beruhigt jedes Jahr etwas mehr Holz verbrauchen, zur Not gehe ich selbst in den Wald...

Gruß,

Principe