Fundament eines Holz- bzw. Fachwerkhauses

15.09.2003



Hallo,
ich habe nur eine kleine Frage: Ich habe mir ein Holz-bzw. Fachwerkhaus gekauft, welches ich selber zusammenbauen muß. Es ist ca. 6m * 4,50m groß. Was für ein Fundament muß ich da am Besten haben? Was für Materialien benötige ich? Der Boden ist eher sandig (ehemalige Kiesgrube)...
Vielen Dank schonmal im voraus für Ihre Hilfe.
Grüße
J.Oster





Hallo, am einfachsten tun Sie sich, wenn Sie Streifenfundamente aus Beton anlegen. Die sollten etwa 25 cm breit sein und 30 cm tief in den Boden reichen, das entspricht einer Kubatur von 1,75 Kubikmetern Beton (kann man fertig liefern lassen, bei der Menge aber auch noch selber mischen). Wenn der Sand Ihres Baugrundes schön dieForm hält, können Sie sich sogar das Einschalen sparen und die Fundamente direkt in einen ausgehobenen Graben einbringen; ansonsten müssten Sie mit einer Holschaltung arbeiten. Sinnvoll ist die Armierung der Fundamente mit Moniereisen (mind. 12er) in zwei Lagen mit etwa 15 cm Abstand. Idealerweise sollten Sie die Eisen wie einen Ring in die Schalung einbringen oder zumindest einmal über Eck biegen und jeweils zwei Winkel dann ordentlich mit Draht verbinden. Zuunterest dann eine Schicht recht trockener Mörtel mit Schotter, fest einstampfen, dann feineren Mörtel. Oben sauber abziehen und gelegentlich mit der Gießkanne begießen - da steht Ihr Häuschen dann für eine kleine Ewigkeit.
Gruß gf





Ich denke Sie sollten besser unter die Frostgrenze
mit dem Fundament gehen (hier bei uns 80 cm) dann
kann der Frost Ihrem Haus nix anhaben.

MfG
Uwe Ehmke



Fundamente



Guten Tag Herr Oster, 6,5 * 4,5 m * Höhe X + Dachraumvolumen klingt nicht gerade nach Gartenhäuschen und dürfte in den allermeisten Bundesländern genehmigungspflichtig sein. D.h. Sie brauchen auch eine Statik für Ihre Fundamente. Da ist es dann mit einem allgemeinen Rezept nicht getan.
Die paar Euro für eine Fundamentstatik (ich schätze 300 - 400) würde ich im Interesse der Sicherheit ausgeben.
Auf jeden Fall: unter die Frostgrenze gehen. Die liegt nur in günstigen Regionen bei 80 cm, sonst ist seit 1962 schon von 1,20 m auszugehen.
Wenn Sie aber nur Gartengerät lagern wollen, dann helfen kräftige Punktfundamente an den Ecken, ca. 50 * 50, frostfrei, miteinander durch Streifenfundamente verbunden - 40 tief. Das ist sozusagen die "Gärtnermethode" um eine Mauer zu gründen.
Viel Spaß beim Bauen.



Fundament Holzhaus



Ja wo leben wir denn ? Unser Vaterland ist eingeteilt in Frost-, Schneelast- und Windlastzonen. Kiesgrube hört sich vom Baugrund her schon mal gut an. Mein Vorschlag wenn seitens der Behörden alles klar ist. Fundamentgräben mindestens 80 cm tief ausheben. Jeweils 5 cm an der geplanten Innen- und Außenwandfläche vorstehend, technologisch bedingt aber mindestens 30 cm breit. Fundamentsohle nochmal abstampfen und begradigen. Dann Beton lagenweise von jeweils 25 bis 30 cm einbringen am besten erdfeucht und feststampfen. Beton bestellen oder selbst mischen ? Beim selber zusammenbauen nehme ich an, daß auch selbst gemischt wird, oder man kauft sich als Kiesgrubenbesitzer den Kies vom Betonwerk. Mischungsverhältnis 1:4 ergibt einen ganz ordentlichen Fundamentbeton. Der Kies soll scharfsandig und lehmfrei sein. Splitt ist gut, aber für diesen zweck wohl nicht unbedingt erforderlich. Beim Betonieren die Aussparungen für eventuelle Durchlässe (Elektro,Wasser, Abwasser o.ä.)nicht vergessen. Porotonsteine dort einlegen, die kann man nach dem Betonieren leicht rausschlagen. Wenn die Fundamente betoniert sind, mittels Kanthölzern die oberste Betonlage in Waage bringen und abgleichen. Da es sich um ein Holzhäuschen handelt wird es auf einem Sockel ca 30 bis 40 cm über OK Erdreich montiert. Für einen Laien ist es einfacher diesen Sockel zu mauern, günstig sind Kalksandsteine in Zementmörtel. Beim anlegen des Sockelmauerwerks muß man beachten, daß dieses etwas zurücksteht damit die Holzschalung der Außenwand über diesen Sockel übergreift, auf keinen Fall darf diese auf dem Sockel stehen. Als Erstes bringt man eine Lage Zementmörtel auf das Fundament und legt in dieses Mörtelbett zwei Lagen Dachpappe, besandet oder unbesandet ist in diesem Fall egal. Auf die erforderliche Breite geschnittene Rollen gibts im Baumarkt. Geht eine Rolle zur Neige muß die anschließende Rolle mind. 20 cm überlappen. Dann geht es ans Mauern, bei Normalformatsteinen 3 oder 4 Schichten. Dann werden wieder zwei Laggen Dachpappe verlegt. Ist die Sockelhöhe erreicht muß die letzte Schicht ganz genau in waage und fluchtgerecht gemauert sein. Beim Sockelmauerwerk sind die Bolzen und Halterungen für den Aufbau des Häuschens, z.B. zum Anbolzen der Sockelschwelle mit einzulassen und auszufluchten. Zwischen dem Mauerwerk und der Sockelschwelle oder anderen Holzbauteilen ist jeweils eine Doppellage Dachpappe zu legen. Eine Bewehrung ist für den vorgegebenen Zweck unnötig.
Das vor Baubeginn alles genau abgesteckt, ausnivelliert und eingewinkelt ist, ist wohl klar. Viel Erfolg.