Bruchsteinfundament abgesackt - Steine gebrochen

16.08.2005



Hallo,
wer kann uns helfen. Wir haben ein altes Fachwerkhaus erworben und müssen dieses sanieren. Das Haus hat 2 Wände aus Fachwerk, die rückwand ist aus Bimssteinen gemauert (Fachwerk war wohl zerstört), die 4. Wand ist ans Nachbarhaus angebaut, der Sockel ist aus Natursteinen (60 cm Wandstärke) und das Haus ist zu 1/3tel unterkellert und steht am Hang.
Das Problem ist folgendes: An den beiden Seiten der Fachwerkwände hat sich das Buchsteinfundament gesetzt und klafft in dem Bereich über dem Erdboden an der Ecke auseinander. Die Bruchsteinmauer ist auf ca. 3 x 3 m über Eck abgesackt und auseinandergebrochen. Der Eckbalken des Fachwerks steht noch auf, da auch das Fachwerk an der Ecke auseinander ist. Es müßte also das Buchsteinfundament ab jeweils den Buchstellen neu aufgemauert werden. Die Bruchsteine sind jetzt in Lehm gemauert. Mit welchem Material sollten sie neu gemauert werden, Zement oder wieder Lehm, damit es so stabil wird, daß das Haus wieder problemlos steht? Dies ist unser erstes Problem. Sobald das gelöst ist geht es an die Ableitung des anstehenden Grundwassers, da das Haus am Berg steht (Wand aus Bimssteinen auf Bruchsteinen) - aber das später. Oder empfiehlt es sich, das Haus von hinten freizugraben, um das Wasser abzuhalten, da wir permanent Wasser durch den Kriechkeller laufen haben (zu allem Übel befinde sich halb unter dem Haus im hinteren Bereich auch noch ein Brunnen).
Für Rückmeldungen und Hinweise, wie wir hier vorgehen sollen, wäre ich dankbar.
Vielen Dank.



Steinsockel sanieren



Guten Tag Angelika Thoma
und grundsätzliche das ist möglich den Bruchsteinsockel zu sanieren aber Vorsicht bei den Sanierungsarbeiten
1. die Statik des Hauses muss beachtet werden das ist ganz wichtig nicht einfach den Bruchsteinsockel unter wegnehmen
2. Sicherungsmaßnahmen gesamte Konstruktion auf Holzschützen stellen daher ist es wichtig sich ein Gesamtbild von der Konstruktion und Lastabtragung des Hauses zu machen ( den Brunnen im Keller beachten !!)
3. wie saniert man den Bruchsteinsockel damit so was ich nochmal passiert welche Mörtel sollte man nehmen ( im hier nehmen immer Trasskalt-Zementmörtel)
4. und wo die Bimssteinen ist sollte doch wieder eine Fachwerkwand hin

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Eines habe ich ganz vergessen



Sie sollten sich bei der Planung und auch bei der Ausführung ein Unternehmen aus ihrer Region aussuchen das in diesem Bereich schon einige Erfahrung hat





Hallo,

vielen Dank für Ihre so schnelle Antwort. Wir haben einen Zimmermann, der sich um die Abstützung des Hauses kümmert. Die Bimssteinwand wieder als Fachwerk herzustellen übersteigt bei weitem unsere finanziellen Möglichkeiten (das Haus ist 9 Meter lang und hat 2 Etagen) - sicherlich von den Kosten her ein Wahnsinn. Es muß allerdings noch eine Möglichkeit gefunden werden, die seitliche Fachwerkwand wirklich stabil mit der Bimssteinwand zu verbinden (ist allerdings auch einer der nächsten Schritte). Sie sagen also, die Natursteine sollten mit Trasskalt-Zementmörtelneu gemauert werden. Wie ist das in diesem Fall mit der Frostgrenze usw., denn die Natursteinemauer geht nur ca. 50 cm tief ins Erdreich.
Nochmals Danke.





Hallo,

vielen Dank für Ihre so schnelle Antwort. Wir haben einen Zimmermann, der sich um die Abstützung des Hauses kümmert. Die Bimssteinwand wieder als Fachwerk herzustellen übersteigt bei weitem unsere finanziellen Möglichkeiten (das Haus ist 9 Meter lang und hat 2 Etagen) - sicherlich von den Kosten her ein Wahnsinn. Es muß allerdings noch eine Möglichkeit gefunden werden, die seitliche Fachwerkwand wirklich stabil mit der Bimssteinwand zu verbinden (ist allerdings auch einer der nächsten Schritte). Sie sagen also, die Natursteine sollten mit Trasskalt-Zementmörtelneu gemauert werden. Wie ist das in diesem Fall mit der Frostgrenze usw., denn die Natursteinemauer geht nur ca. 50 cm tief ins Erdreich.
Nochmals Danke.



Bruchsteinfundament



Zu ihrer Frage nach dem Traaszementmörtel
man kann selbstverständlich auch ein Streifenfundament über die Ecke herstellen und dort den Bruchsteinen wieder neu Aufmauern

Aber eins sollten Sie sich auf jeden Fall merken!
Die Statik des Hauses niemals gefährden den bei Abstützung und Sicherungs arbeiten sind schon sehr viele Fehler passiert deswegen ist hier die größte Vorsicht geboten!!


Wieso sollte eine Fachwerkwand mit der Bimssteinenwand verbunden werden?
entweder man hat ein Fachwerkhaus oder man hat ein gemauertes Haus ( ich persönlich ziehe ein Fachwerkhaus vor)
Desweiteren bin ich der Meinung entweder man saniert richtig oder garnicht den so halbherzige Lösungen sind keine Lösungen auf Dauer

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Zementmörtel und Naturstein?



Hallo, Zement hat da nichts zu suchen, Trass meiner Meinung nach auch nicht, oder soll wie die römische Wasserleitung in der Eifel ein möglichst wasserdichtes Bauwerk errichtet werden? Ein Kalkmörtel mit grobem Zuschlag (mind. 0-4mm) evtl. Splittzuschlag, dann wird es ordentlich. Auch die obere Lagerfuge zum Fachwerk hin mit Kalkmörtel ausführen! Mit einem feuchten Keller werden Sie leben müssen. Evtl. ist es möglich, das Hangwasser vorbei zu leiten, ich kenne aber auch Häuser in der Eifel, die im Keller regelrechte gemauerte Wasserrinnen haben, durch die das Wasser hinein, aber auch wieder hinaus läuft. Das funktioniert auch. Viel Erfolg, Johannes Prickarz



Bruchsteinfundament neu aufmauern - Zement oder Kalkmörtel?



Hallo,
jetzt haben wir schon zwei verschiedene Varianten - was uns natürlich jetzt auch verunsichert.

Wie ist die Sache bei Kalkmörtel und der Frostgrenze? Können Sie mir dazu etwas sagen?
Sollte man das Fundament an den gebrochenen Stellen kpl. neu aufmauern oder nur bis zu den jeweiligen Bruchstellen abtragen und neu mauern und den restlichen Teil stehen lassen? Man muß sich das so vorstellen, daß der Bruchsteinsockel gesamt ca. 1,00 m hoch ist und in dem Bereich von 50 cm, die oberhalb des Erdbodenniveaus sind, auseinanderklafft auf eben einer Fläche von 3 x 3 m über Eck. Der Teil, der durch das Erdreich geschützt und gestützt wurde ist i. O. Was ist hier sinnvoller?
Wie verhält sich die Verbindung zwischen Lehm und ggf. Zement oder aber Lehm und Kalkmörtel, denn wir wollen nicht das kpl. Bruchsteinfundament des Hauses neu aufmauern, sondern nur die defekten Stellen, da es sonst i. O. ist (immerhin 60 cm dick). Die Werkstoffe sollten schon zusammenpassen, denke ich.
Für Rückmeldungen wäre ich dankbar.
Gruß
Angelika Thoma



Bruchsteinfundament abgesackt - Steine gebrochen



Guten Tag Angelika Thoma,
ich hoffe ich trage nicht zu weiteren Verwirrungen bei.
Bei meinem Fachwerkhaus traten die gleichen Probleme mit dem Fundament auf.
Wie schon erwähnt hat Zement bei Bruchsteinen nichts zu suchen und auf jeden Fall die Statik beachten. Da mir nicht bekannt ist ob das Haus unter Denkmalschutz steht einmal die von mir eingesetzte Variante und eine Alternative.
Historischer Werksteinmörtel NHL-M
Eigenschaften:
- mineralisch
- eingestelltes Wasserrückhaltevermögen
- leichte Verarbeitung
- nach Absprache auch eingefärbt, unter Zumischung von farbigen Sanden und/oder Eisenoxidfarben, lieferbar
Anwendung:
- für die Sanierung von Mauerwerk, z. B. Naturstein- und Ziegelmauerwerk
- für innen und außen
- der Mörtel kann auf Anforderung so eingestellt werden, dass er sich in seiner Zusammensetzung (Körnung, Farbe usw.) dem alten historischen Mauerwerk angleicht.

Trass-Werksteinmörtel TWM
Eigenschaften:
- mineralisch
- frostsicher nach Erhärtung
- hohe Standfestigkeit und Klebkraft
- leicht zu verarbeiten
- Alkaligehalt < 0,1 M.-%
- mit Trass zur Verminderung der Gefahr von Ausblühungen und Fleckenbildung bei Natursteinen sowie für optimierten Erhärtungsverlauf
Anwendung:
- zur Herstellung von Mauermörtel für alle Mauersteine
Weitere technische Informationen gibt es auf der Herstellerseite der Fa. tubag.

Hartmut



Sockelmauerwerk oder Fundament



Dachog. Meiner Ansicht nach besteht noch keine Klarheit darüber was denn nun gemeint ist. Handelt es sich um ein Fundament oder um einen auf dem Fundament stehenden Sockel. Ich nehme an letzters ist gemeint. Wenn es denn sich um das Fundament handeln sollte, ist Gefahr im Verzuge. Gleichzeitig muß Abhilfe geschaffen werden, denn augenscheinlich wurde durch das Wasser der Hanglage Ausspülungen vorgenommen. Nur Flicken nützt nicht viel, man muß schon etwas "großräumiger" arbeiten. Sicherlich kommt es auch auf Schnelligkeit an. Der Zweck heiligt die Mittel, sagt man und bevor mir mein Sessel vorm Fernseher unterm Hintern weg rutscht ist mir Zement lieb und teuer. Mein Vorschlag. Nach dem Abfangen des Hauses die Ecke weg reißen und neu aufmauern, satt in Zementmörtel. Eisen zum stehengebliebenen Mauerwerk eintreiben und mit dem neuen Mauerwerk verbinden. Nach dem Abgleichen des Sockes kann das Mauerwerk nächsten Tags sofort belastet werden Mfg ut de ole Mark



Fundament oder Sockel



Hallo Herr Kurze,

hier kurz zum Aufbau:
Im Keller sichtbar ist ein Lehmboden. Und genau auf diesem Lehmboden ist diese Bruchsteinwand oder auch Bruchsteinsockel gemauert - einfach in den Lehm. Und um genau diese Bruchsteine handelt es sich. Darauf liegt dann der Ringbalken des Fachwerks.
Ich weiß nicht, ob man das nun Fundament oder Sockel nennt. Für meinem Begriff ist es in diesem Fall identisch.
Ich weiß nicht, wie Sie das sehen.
Gruß
Angelika Thoma



Sockelmauerwerk oder Fundament



Guten Tag Frau Thoma. Aus der Ferne kann man natürlich eine Situation vor Ort, schlecht beurteilen. Wenn das Sockelmauerwerk oder, wie nun erkennbar das Kellermauerwerk, direkt auf dem Lehmfußboden aufsteht, so mag es so aussehen, aber ich habe meine Zweifel. Auch ein Lehmfußboden ist nicht purer Lehm. Der Stampflehm hat vielleicht eine Dicke von 15 bis 20 cm incl. des Lehmestrichs. Auch der Stampflehm benötigt einen entsprechenden Unterbau, bei Lehm können schon bis zu 30 cm oder mehr angesetzt werden. Normalerweise werden die Fundamente etwas breiter ausgelegt, als das aufstehende Mauerwerk, so daß der Lehmfußboden schon mal mit auf dem Fundament gelegt wurde. Sicherlich liegt die Bauzeit des Hauses vor der Einführung von DIN. Aber auch da haben schon die Baumeister nach überlieferten Regeln gebaut. Da bei einer Hanglage eines Gebäudes immer mit einem erhöhtenWasserangriff zu rechnen ist, war man eigentlich bei exponierten Bauteilen, mit der Verwendung von Lehm vorsichtig. Sie sollten mal prüfen ob es sich nicht um nassen Kalkmörtel handeln könnte.Man könnte nun weitere Tatsachen anführen und vermuten. Auf keinem Fall sollte aber auf dem Lehmfußboden die Sockelmauer/Kellermauer erneuert werden. Sie müssen so oder so das beschädigte Mauerwerk neu aufmauern. Einen Teil des unter der Mauer liegenden Lehmfußbodens entfernen (nicht wegschmeißen). Prüfen ob sich unter dem Lehm die Grundmauer befindet. Hat man Gewißheit, die Grundmauer ganz abräumen, säubern und egalisieren. Horizontale Dichtungen einbauen und entsprechend den Regeln Mauerwerk bis zur Schwelle hochziehen. Unterkeilen und mit Spannung unterfüttern. Nu den man tau.