Fundament

07.08.2003



Hallo!

Ich habe gerade eine etwa 100 Jahre alte Moorkate mit Reetdach gekauft.
Das Haus ist in der Mitte der einen Längsseite (kein Fachwerk, sondern Ziegelwand) um ca. 10 cm abgesackt.
Laut Aussage des Verkäufers ist das in den 60 er Jahren aufgrund einer Trockenlegung des Moores passiert. Anhand von Gipsmarken habe ich festgestellt das das Haus, zumindest in diesem trockenen Sommer, immer noch ein wenig arbeitet.
Jetzt hatte ich aus dem Bekanntenkreis einen Architekten vor Ort und der meinte man solle das Fundament in diesem Bereich unterfangen. Also Meterweise ausbuddeln und Beton reingiessen.
Von Nachbarn habe ich jetzt noch gehört, das im Moor heutzutage Häuser auf Pfähle gestellt werden.
Wer hat also Erfahrung mit Mauerunterfangungen im Moor und kann mir gute Tips geben?



Austeifung



In Bad Tölz habe ich einmal ein Haus mit Lehm innen verputzt, dieser Anbau war auf Bohrpfahlung gebaut worden. Leider ist es mir aber nicht möglich, feinere Details für Bestandsbauten zu übermitteln. Ein Gedanke wäre, wenn man eine außerhalb des Gebäudes liegende Pfahlgründung vornehmen würde und dann durchs Gebäude unterhalb eine Tragkonstruktion schieben könnte. Aber eben die Kosten?! Mal durch den Kopf gehen lassen. MfG aus der schweißtreibenden Oberlausitz.



Fundament



In bestimmten Regionen war die Küche eines Fachwerkhauses oftmals mit einer massiven Aussenwand versehen. Da in solchen Katen nur ein Schornstein vorhanden war, lag dieser in der Mitte des Hauses und am Schornstein lag die Küche.
Um Platz zu sparen handelte es sich oftmals um einen sogenannten hängenden Schornstein. Sie sollten die Lage dieses Wandstücks mal überprüfen. Aus Ihrer Beschreibung ist zu entnehmen, daß nur dieses Wandteil in Bewegung ist, während die Fachwerkwände "ruhen". Diese ruhenden Teile der Außenwand (den Sockelbalken, die Fußschwelle) als Auflager für eine Art Hilfs-
träger nutzen, der dieses massive Wandstück abfängt. Aus der Ferne lassen sich leicht Ratschläge erteilen, darum sollten genaue Untersuchungen gemacht werden. Holen Sie sich einen Maurermeister der Region ran, ich will nicht sagen einen aus Kaisers Zeiten aber auch nicht weit weg davon. Der wird Ihnen sagen, bei dem und dem war das auch so und wir haben das so gemacht. Grundwasserabsenkungen sind nicht auf eine Wandflucht, oder auf ein Haus beschränkt, die achten keine Grundstücksgrenzen. Einige Worte zu den Pfahlgründungen. Privat läßt sich eine Pfahlgründung nicht finanzieren und ich bezweifle,
daß diese in der erwähnten Region normal gewesen sei. Sie müssen bedenken, daß der Pfahl den gesamten nichttragfähigen Baugrund durchdringen muß und noch einen bestimmten Teil seiner Länge in tragfähigen Baugrund zu verankern hat. Es gibt Moore mit einer gewaltigen Mächtigkeit. Auch ist nicht jedes Material für solche Gründungspfähle geeignet. Nennenswerte Holzvorkommen mit entsprechenden Pfahlmaßen gibt es in Niedersachesen wohl nur im Harz und selbst davon hat Niedersachsen noch nicht einmal die Hälfte.
Viel Erfolg





Erstmal Danke für die Antworten.
Noch gerade rechtzeitg beim buddeln kam ein Nachbar vorbei und warnte mich:"lass bloss die Finger von der schwarzen Erde, wenn man die weg nimmt kommt 8 m tief kein fester Boden mehr". Bei mir kommt stellenweise die schwarze Erde schon nach einem halben meter. Soviel zu Moorböden.
Ich lass also erstmal dei Finger weg davon und guck mir die Bewegungen des Hauses noch ein bisschen länger an. Schließlich steht es schon seit 100 Jahren und wird jetzt auch nicht sofort zusammenbrechen.