Fundament sanieren, Bodenplatte gießen

09.03.2019 Wagenix



Hallo liebe Fachwerkler,

Ich habe im letzten Jahr ein altes Fachwerkhaus mit zwei Etagen erworben und bin derzeit bei der Kernsanierung im EG. Ursprünglich wollte den überwiegenden Teil der Bausubstanz erhalten. Doch ...

Zum Objekt:

Das alter ist im KV um 1900, doch ist es deutlich älter einzustufen. Aus der Dorfkronik habe ich einen Zeitungsartikel von 1910 wo über ein ehemaligen Küsterhaus und Nutzung als Dorfschule zwischen etwa 1800 und 1900 gesprochen wird. Offensichtlich haben mehrere Generationen das EG in den letzten 150 Jahren mehrfach saniert/umgebaut. So ist der Ostgiebel noch ursprüngliches FW Südwand ist Backstein ( 42-44cm, mit Luftschicht ) schätze um 1900 erbaut, Nordwand Hartbrand ( 38-40cm ) schätze 1950-60 und Westgiebel halb Sandstein halb rote Hollochsteine ( 38 cm verputzt ). Außenfundamente Naturstein (Feldsteine) Westgiebel + Nordwand Horizontalsperre, Südwand keine. Die Wände sind trocken und ohne Schimmel oder der Gleichen. Jedoch gibt es einen Riss zwischen Westgiebel und Nordwand 2-3 mm. Es scheint Folge ungleichmäßiger Setzungen zu sein. Hier besteht Handlungsbedarf.


zum Fußboden:

Der Plan war so wie in der PDF von Herrn Böttcher über einen möglichen Fußbodenaufbau ohne Keller nur einige cm Erde unter dem alten maroden Holzboden abzuziehen, Sauberkeitsschicht aus Beton ( 3-4 cm )dann Absperrung und Isolierung + neue Dielen. Problem riesige Feldsteine 50 cm neben dem Giebel direkt unter der Dielung. Diese stammen von einer ehemaligen Klostermauer auf welcher mein Westgiebel gründet und können auf Grund der Statik wie auch Größe nicht komplett entfernt werden. Wir haben diese Steine freigelegt und mit der Motorflex geschlitzt und mit Hammer und Meißel abgetragen. Kleinere Feldsteine bis ca. 200 kg wurden entfernt. Wollten nun doch lieber eine große Bodenplatte aus Beton einbringen. Innenwände aus Sandstein habe ich entfernt da diese kein tiefes Fundament hatten ( ca. 20 cm, dünne gestampfte Schicht Bauschutt mit Sand dann eine Schicht Kanalklinker ). Um eine Bodenplatte einzubringen hätte ich unter UKF der Innenwände ausschachten müssen. Beim Natursteinfundament der Außenwände muss ich wohl, bevor die neue Bodenplatte eingebracht wird auch was machen, weiß jedoch nach lesen mehrerer Fachbücher nicht genau wie? Zwischen den Feldsteinen ist kein zu meist richtiger Kalkmörtel sondern eher Erdiges Material. Ein Bauingenieur hat sich alles angeschaut und empfahl mir abschnittsweise das Fundament vom losen Zeug zu befreien mit einen Besen oder der gleichen das Fundament zu reinigen. Blos nicht zu viel rauspopeln ( Statik! )
Dann erdfeuchten Beton einzustampfen.
Im Anschluss eine Bodenplatte ca. 15 cm + Armierung unter den zukünftigen Wänden die Betonplatte 10-20 cm dicker zu gießen den Riss im Giebel freizulegen und mit Quellbeton zu verspritzen oder so.
Es gebe Leute die das Fundament der Außenwände Komplett abschnittsweise sanieren / neu aufmauern, das wäre aber nicht notwendig, ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen.
Was meint ihr dazu?

Sollte ich zur Nevelierung wie in vielen Büchern beschrieben unter der Betonplatte 15- 20cm Kies 32-64 mm Körnung ( ohne Feinanteile ) einbringen. Er meinte, Quatsch, mit z.B. Mineral das Bodenniveau unter der Bodenplatte ausgleichen / ebnen und mit der mit Hand verdichtet.

Der Boden unter den Dielen war aus unterschiedlichsten Material, hier eher Bauschutt da feine Erde, mittendrin ehr Lehm und dann ein paar Feldsteinfundarmente von Wänden früherer Tage welche nicht mehr existierten , etwas von den Außenwänden entfern war der Boden unter den Dielen staubtrocken.

Ach so ca. 35 cm unter den alten Dielen und dem Sand war ein Schwellenbalken mitten in der Stube.
Eventuell von einem Gebäude vor dem jetzigen, welches als Baugrund genutzt wurde.
Wie würdet ihr weiter vorgehen?
Habe mehrfach gelesen am Fundament solle man mit Trasskalk oder Trasszement mit Sand arbeiten RT 1-2,5 etwa, nicht mit normalen Zement.

Ich weiß, sehr viel Text. Wie kann ich mehrere Bilder anhängen?



Mir fehlt der Sinn



Also ich habe ein Fachwerkhaus bei dem das Fachwerk auf das 16. Jh. datiert wird. Der Keller ist wohl älter und ich habe beim Ausräumen des Bodens schöne ältere Sandsteinfundamente gefunden. Teilweise erfolgte der Aufbau auch über dem mittelalterlichen Kellergewölbe.

Da die Balken des Bodenaufbaus durch Feuchtigkeit aus Bad und Küche nicht mehr tauglich waren habe ich das neuere Material bis auf den festen Boden abgetragen. Darauf habe ich dann Wasser, Abwasser und teilweise auch Stromleitungen verlegt. Der Estrichbauer hat mir dann eine gebundenen Dämmschüttung angeboten als Unterbau für einen Zementestrich. Im Bereich der alten Fundamentmauern ist jetzt die Isolierung etwas dünner, aber so konnte ich auch die Randsteine der unregelmäßigen Fundamente belassen. Der Boden ist jetzt seit 3 Jahren drin und die Wohnung seit knapp 2 Jahren bewohnt. Der Aufbau hat sich bewährt und ich habe trotzdem zwischen 10 und 25 cm Isolierung unter dem Bodenaufbau. An einer Stelle ist ein Sandstein auf derselben Höhe wie der Estrich. Auch dieses Problem konnte der Fliesenleger rissfrei lösen. Auch dieser Aufbau kann mit einer funktionierenden Feuchtigkeitssperre verbunden werden falls es nötig sein sollte.

Ich nehme nicht an dass es verhältnismäßig ist die alten Fundamente herauszuschlagen um mit einer Bodenplatte wieder denselben Effekt zu erreichen. Offensichtlich hat ja der alte Fußbodenaufbau funktioniert.



Offen für Kritik



Danke für die Antwort. Ich bin natürlich auch offen für Kritik und Lösungsvorschläge unterschiedlichster Art.

Jedoch ist es nun so das die Sandsteininnenwände bereits entfernt wurden. Wie schon erwähnt, die Fundamente bestanden lediglich aus etwas Bauschutt. An der Westwand war die Dielung nass und verfault. Sie lagen im feuchten Erdreich. Bereits erste cm entfernten Boden ließ mich auf teils große Feldsteine stoßen. Nun ist es leider zu spät ihren Fußbodenaufbau zu realisieren. Des weiteren hätte ich Bedenken es würde eventuell zum Fundamentbruch kommen wenn ich statt der Bodenplatte eine Schüttung eingebracht hätte. Auf einen Zementestrich möchte ich verzichten da eine Holzdielung (27mm) für die drei Räume vorgesehen ist. Auf eine Fußbodenheizung möchte ich auch verzichten.

Nun gilt es optimal weiterarbeiten. Das Fundament möchte ich mit erdfeuchten Mörtel ausbessern,
welchen Mörtel nutzen, ich dachte an 1:3 Trasszement : Kies ( mit groben Bestandteilen von ca. 15-20mm) ? Diesen dann mit einer Dachlatte oder so in die Zwischenräume der abgebürsteten (Klobürste) Feldsteine einzustampfen. Sollte/kann ich das so machen?

Dann das Bodenniveau auf etwa 30 cm UKF bringen Baufolie dann Beton BN 25 (12-15cm).
Welches Material sollte ich verwenden um das schon teilweise tiefere Niveau aufzufüllen. Die Erde die unter der Dielung war lässt sich sicher schlecht verdichten.

Ich habe noch sehr viel zu sanieren und würde dann das Thema weiter führen.

MFG Micha



Noch ein Bild



Abtragen der obersten Schicht von einem der großen Feldsteine.



Balken im Erdreich



Es sind mehrere alte Schwellenbalken ca. 30 cm unter der Dielung zum Vorschein gekommen. An Decke ist erkennbar das die ursprüngliche Längswand ca. 1,5m außerhalb der Mitte stand obwohl sie in der oberen Etage mittig angeordnet ist. Das ehemalige Fundament ist auf dem Bild erkennbar. Abstand der Deckenbalken ist etwa 1,6m.



Decke EG



Die Lage der der ehemaligen tragenden Längswand.

Wie könnte ich die Decke sanieren?

Es soll auf jeden Fall Lehm oder Kalkputz sein.

Meine Idee, abhängen mit Brettern und Schilfrohr als Putzträger?