Jetzt steht das Wasser im Keller

23.02.2004



Hallo zusammen,
am Wochenende kam das alte Kellerfundament teilweise raus, da ich wissen wollte wie tief die Bruchsteinwand darunter weitergeht. In Höhe der Fundamentgründung bilden sich grade Wasserpfützen. Hab ich da jetzt schon Grundwasser / drückendes Wasser?

Und jetzt?

Ich hatte ja gedacht ich mach den alten Beton/Split-Boden raus und mache einen neuen Kalkestrichboden rein und darauf z.B. Teracotta. Und jetzt?

Drainage rein? Dränschicht? Hat jemand eine Idee?

Besten Dank im Voraus



Vorsicht !



Guten Tag,

wenn Sie ein Fundament auf mehr als einen Meter Länge bis zur Gründung aufgegraben haben, besteht die Gefahr einer tiefgründigen Verschlammung und damit eines Grundbruches. Dazu kann ich Ihnen keine Ferndiagnose geben.
Rufen Sie bitte sofort - und sofort heißt wirklich sofort - einen Statiker zu Ihrem Haus und warten Sie nicht bis etwas passiert.





Hallo Herr Beckmann,

einen Statiker hab ich eh schon die ganze Zeit mit auf der Baustelle. Allerdings finde ich eine zweite Meinung nicht unwichtig. Zumal sich mein Statiker bisher wegen dem Wasser nicht weiter bedenklich gezeigt hat. Ich werd mal versuchen ein Foto einzustellen, damit ich das etwas besser erklären kann. Bis gleich



So, mit einem Bild lässt es sich leicher erklären



Das "Wasser" ist derzeit eine kleine Pfütze und befindet sich ziemlich direkt unter des Fensters rechts auf dem Bild.Die Gründung des Fundaments ist in Höhe dieser Art steinerne, runde Aufnahme. Ich hab auch keine Ahnung was das ist. Möglicherweise war da mal eine Säule drin gestanden die was mit dem Mühlrad zu tun hatte.

Jedenfalls war in dem Raum vorher ein Boden aus Magerbeton, split und Blähton. Den haben wir jetzt auf einer länge von ca drei Metern aufgemacht. Ausserdem wurde das Fundament des Kellers auf der gesamten Länge geschlitzt, da dort ein neues Streifenfundament für eine Tragende Mittelwand rein soll. Da stell ich auch gleich noch ein Foto rein.

In der Mitte beim Schlitz ist der Boden unter dem Fundament erdfeucht aber nicht nass.

Der Keller des Hauses ist im Grunde freistehend und nur an einer Hausecke wurde angeschütet. Die Decke vom Keller und vom Erdgeschoss wird betoniert. Jetzt stellt sich nur die Frage was macht man mit dem Keller um die Feuchtigkeit wegzukriegen.

Muss ich da jetzt Angst haben das mein Statiker da was übersieht oder besteht ernsthaft Gefahr eines Grundbruches?

Viele Grüße
Andreas Göttler



Keller



Wenn ein Fundament an der Unterseite verschlammt, kann es hier natürlich nicht mehr tragen. Aber: wie ich schon sagte können Bilder keine Ortskenntnis ersetzen und so will ich das mal der Verantwortung Ihres Statikers überlassen. Immerhin beruhigend zuwissen, daß einer da ist. Eine Architektin beschäftigen Sie doch auch, warum bitten Sie die nicht, sich was zu dem Problem einfallen zu lassen ?



So, wieder da



jetzt komm ich grad von der Baustelle. Also meine Information war falsch. Die Wasserpfützen sind nicht beim Fundament unter dem Fenster, sondern die stehen in dem neuen Schacht für das Streifenfundament.

Ich hab sowohl einen Statiker als auch einen Architekten. Allerdings kann ich deren Fähigkeiten in Sachen Altbau erst bewerten wenn die ganze Geschichte beendet ist. Und bei meiner letzten Altbausanierung (die war allerdings nicht so grundlegend) hab ich eines gelernt. Lieber einmal ein paar Meinungen zuviel angehört als jemandem Blind zu vertrauen.

Mein Statiker sagt derzeit kein Problem. Von daher hab ich mich auch wieder entspannt. Allerdings stellt sich immer noch die Frage wie das Wasser von dort am besten abgeleitet wird und wie man den Boden aufbaut. Statiker (meiner) sagt natürlich sofort: "da machen wir einen wasserdichten Beton rein. Ist ja eine nette Idee. Aber das wasser geht dann eben durch die Wandanschlußfuge. Also dann doch lieber gleich etwas mehr diffusionsoffen und eine ausgeprägtere Dränschicht. Oder seh ich das mit meinem Leienhaften Blickwinkel falsch?



Wasser



Guten Morgen Herr Güttler,

der Beton hat nebenbei noch den Vorteil, die Wände fest miteinander zu verklammern und für Tragfähigkeit und Stabilität im Kleller zu sorgen, was zukünftigen Rißbildungen vorbeugt. Ich würde das genauso machen, das Bißchen feuchtigkeit, was durch die Anschlußfuge hochsteigt, gehört eben in einen Keller und wird abgelüftet.
Falls das aber nicht gewollt ist, können Sie ja Hand über Hand eine Schweißbahn einziehen die heißt so, weil das eine schweißtreibende Arbeit ist. Diffusion findet ohnehin noch durch den wu-Beton statt, keine illusionen ! Hohe Wasserstände beseitigt man durch Flächendrainage, Pumpensumpf und Pumpe. Viel Spaß weiterhin beim Bau Ihrer Mühle !



Hilfe...



Hallo Herr Beckmann und all together,

komme grade von der Besprechung mit dem Statiker. Gibt ein paar Neuigkeiten, die aber nicht unbedingt erfreulich sind.

Und wieder mal würde ich gerne eine andere Meinung hören.

Der oben auf dem Bild zu sehende Schlitz in der Mitte der Bodenplatte soll ein Streifenfundament bekommen. Darauf steht dann eine 36er Wand, darauf die Decke vom Keller (Beton), darauf 36er Wand, Decke vom EG (Beton). Darauf 36er Wand, darauf Balkenlage als Decke vom 1OG, darauf Ständerwand und auf Träger Balkenlage und Decke vom 2.OG.

Die Betonplatten in der Kellerdecke und im EG liegen ca. 10 - 15 cm in einer Nut in der Bruchsteinwand aussen auf. Soll heissen, dass aus meiner Leienhaften Sicht doch ein guter Teil des Gewichts von den Aussenmauern abgetragen wird. Die Aussenmauern haben im Keller 80cm Basaltbruchstein, trocken, guter Zustand. Im EG, 50cm Basaltbruchstein, 1.OG 40cm Basalt/Feldbrandziegel.

Der Ortbeton muss 3,50m Überspannen. Also Lichte Weite zwischen Nut in der Aussenwand und der tragenden Wand auf dem Streifenfundament sind ungefähr 3,30m

Die Mittelachse die das Streifenfundament bilden/tragen soll zieht sich durch alle Geschosse.

Der langen Rede kurzer Sinn. Das gesamte Haus steht auf Blauton und das seit ungefähr 1490. In dem Graben in der Mitte der Bodenplatte steht jetzt Wasser. Wir nehmen an, dass aussen am Haus Wasser ansteht, dass nicht versickern kann und jetzt durch das Mauerwerk langsam ins Haus läuft.

Der Statiker meint der Boden würde nicht tragen. Und das würde er erst tun, wenn wir auf festen Grund stossen. Der Geologe sagt, dass der aber nicht kommt, da hier wohl eine ziemlich starke Tonschicht liegt.

Die in den oberen Nachrichten beschriebene Feuchtigkeit die an den Aussenmauern sein sollte war falsch. Da ist es ziemlich trocken.

Wenn das Haus seit 500 Jahren auf dem gleichen Fundament steht und sich nicht großartig gesetzt hat. Zumindest sind im Kellerfundament keine größeren Risse zu finden.

So und jetzt die Frage. Was mach ich denn jetzt? Welche Gefahren gibt es? Das Erdreich in dem Fundamentgraben ist nur an zwei stellen nass. Der Rest ist erdfeucht, aber richtig fest ist der Boden halt nicht. Mit Pickel und Schaufel komm ich da schon gut rein.

Statiker meinte eine bewehrte Platte würde das Problem lösen. Das kann ich aber nicht, da ich das ganze Haus abtragen müsste. Im Augenblick wird das ganz Haus vom Keller aufwärts abgestützt, da die tragenden Wände fehlen. Kann ich also nicht bezahlen.

Es gibt nur eine finanziebare Möglichkeit. Da muss ein Fundament rein.

Anbei eine Zeichnung wie es von dem Stand der Stützen her ausführbar wäre. Vielleicht fällt Ihnen/jemandem was dazu ein.

Liebe Grüße
Andreas Göttler





Dennoch kommt auf das Streifenfundament schon ein ganz schönes Gewicht. Das hat dann eine Länge von 9m, eine Breitte von 1m und eine Höhe von 70cm.