Wärmedämmschicht im Fundament. Welche?

30.10.2011



Hallo Profis!!!
Ich habe angefangen eine Scheune (Bruchstein 55cm dick!)zu sanieren.Nach langen diskussionen mit meinen Architekten und Energieberater wegen der Dämmung (ich habe fast alle Berichte auf eurer i-Seite und Konrad Fischer interessante Beiträge und Beweise auf seine i-Seite ein Jahr lang studiert!)haben sie sich alle durchgesetzt dass wir ohne Dämmung nicht drum rumkommen aufgrund der EnEv . Das Gebäude wird zu 45% gefördert und ich muss ja nach den bestimmten Vorschriften bauen.Das Gebäude habe ich vor trocken zu legen indem ich die Fundamente(grössere Bruchsteine)Meter für Meter rausreisse und neu mauere oder betoniere und gleich eine Sperrschicht aufbringe. Mein Energieberater hat mir eine Wärmeschutzschicht im Fundament empfolen die durchgehend mit der Boden- und Wandwärmedämmung(aussen) den Kreis schlisst. Ich finde es natürlich sinnvoll, würde aber ein Paar Meinungen hören von den Leuten die sich damit schon mal beschäftigt haben. Mir wurde Schaumglasplatte empfolen(im Fundament).Was gibt es noch für Alternatieve?Auch Preisbereiche?
Danke!
Igor.



Fundament



Warum wollen sie das Fundament austauschen?
Habe ich das richtig verstanden, Ihr Energieberater empfielt Ihnen eine Außendämmung?

Viele Grüße



Mauerfußdämmung .



Hallo Herr Schmidt,
Wenn ich das richtig verstanden habe, wollen Sie den Mauerfuß der Aussenwände Ihrer Scheune dämmen.
Die Dämmschicht der Bauwerkssohle und die Dämmung der Aussenwände sollen sich auf dieser Ebene treffen.

Dann treten Fragen auf:
Warum wollen Sie dann noch die Fundamente austauschen?
Ist die Glasschaumplatte ausreichend druckfest?
Hat Ihr Planer die Kosten für diese Aktion berechnet?
Wurde auch eine Innendämmung in Erwägung gezogen?
Wollen Sie die "Unterfangung" in Eigenleistung durchführen?

Naja , jedenfalls wird die 45%- Förderung für diese Aktion draufgehen.

Viele Grüße



Für diesen Fall gibt es auch einfachere Möglichkeiten,



Welche Fördermassnahme nehmen Sie denn in Anspruch?
KFW-Darlehen? Gesamt- oder Einzelmassnahme?
Denn bei diesen Förderungen gelten verschärfte Vorgaben, die eingehalten werden müssen um die Förderung zu bekommen.

Grüsse Thomas





Erstmal vielen Dank für die Antworten und die Fragen. Ich werde kurz beschreiben den Stand der Dinge. Also Vorgestern ist der offizieller Tag des Baubeginns gewesen. Der Förderamt wartet schon sehensüchtig die erste Rechnungen zu bezahlen.Im Gebäude stehen im Frühling die Pfützen ,da das Gründstück tiefer ligt als die angrenzende Felder, das Drainagensystem ist natürlich vorgesehen hilft aber kaum bei aufsteigendem Wasser selbst wenn man die Bodenplatte gut absperrt(Wende stehen im Wasser!Kapillarwirkung).Der Plan ist schon seit 2 Jahren mit 2 Architekten in grosser und lauter Diskussion und alle Einzelheiten festgelegt. Das Gebäude muß trockengelegt werden!Es gibt natürlich unterschidlichste Verfahren(die auch alle in Betracht genommen und durchkalkuliert wurden!).Der Energieberater empfilt eine Dämmschicht im Fundament die mit Aussendämmung und der Dämmung in der Bodenplatte eine Dämmhülle bildet.Gedämmt muss es werden(selbst wenn ich mich mit den Architekten prügeln müsste!).Ich war selbst total dagegen. Laut Berechnungen aber(die man ja dem Bauamt und Förderamt beilegen muß,Energieverlüste und s.w) muß meine Dachdämmung(onne Aussedämmung) halben Meter dick sein(Grund zum Lachen)
also die Aussendämmung muß ran, egal wie ergerlich das ist.Mir geht es jetzt wirklich nur darum ob jemand von den Profis die hier auf der Seite gute Rate geben schon mal die Fundamente auf oben genannte Art und Weise gedämmt hat und mit was? Oder in meinem jetztigen Zustand mir eine gute Alternative ausführlich bitten kann .Die Fundamente habe ich vor selbst zu machen,also bin auch Handwerker von Beruf.Man könnte natürlich die Aussendämmung in 1m Tiefe einbuddeln, welchen Verfahren bietet sich dann für die nasse Wände an?



Fundament



Hallo Igor,
es ist natürlich schwierig ohne genaue Ortskenntnisse etwas zu Ihrer Problematik zu sagen aber bei der Beschreibung der vorgesehenen Baumaßnahmen klingen bei mir in drei Fällen die Alarmglocken:

1. Außendämmung
Eine 55 cm dicke Bruchsteinwand von außen dämmen zu wollen mag zwar auf dem Papier gute Ergebnisse bringen ist aber von der praktischen Umsetzung und der Nutzung her fragwürdig.
Eine unebene, bucklige Bruchsteinwand ist etwas anderes als eine glatte, ebene Ziegelwand.
Ich muß beim Heizen diese gewaltige Masse mit auf Temperatur bringen sonst gibt es Kondensationsprobleme auf der Innenwand. Allein diese Massenträgheit verschlingt Heizenergie.
Bei so einer Konstellation tendiere ich immer zu einer passenden Innendämmung. Damit kann ich eine geschlossene Dämmhülle aufbauen ohne am Fundament herumzudoktern.
Anscheinend geht dieser Energieberater stur nach Schema F vor: Solange im Glaser herumrechnen, bis der geforderte U- Wert erreicht ist, egal was für eine Wandkonstruktion dabei herauskommt.

2. Fundament
Ein Fundament aus wärmeschutztechnischen Gründen unterfahren zu wollen ist a) technisch gesehen eine sehr sehr heikle und b) finanziell gesehen eine sehr, sehr teure Angelegenheit mit einem fragwürdigen Ergebnis. Wozu zum Teufel soll mein Fundament Raumtemperatur erhalten, zumal wenn es noch im Wasser steht? Die Dämmwirkung von Foamglas ist begrenzt. Sein Einsatz unter Fundamenten ist nur bei Neubauten interessant. Ihr Vorhaben bringt nichts und seine Umsetzung gefährdet immens die Standsicherheit des Gebäudes. Risse sind das mindeste was Sie zu erwarten haben.
So einfach ein Loch unter das Fundament buddeln und ein paar Foamglasplatten drunterschieben ist nicht. Wer Ihnen so etwas als Planer vorschlägt verfügt vorsichtig ausgedrückt nur über sehr mäßige theoretische und wahrscheinlich keine praktische Erfahrung mit solchen Vorhaben.

3. Trockenlegung
Auch hier scheinen nur die üblichen Stereotypen eines Obi- geprägten Heimwerkers als Planungsgrundlage vorhanden zu sein statt fundamentaler bautechnischer Grundkenntnisse eines Ingenieurs.
Bruchsteinmauerwerk ist sehr unempfindich gegen kapillar aufsteigendes Wasser; selbst wenn das der Fall wäre ist eine nachträgliche waagerechte Abdichtung durch Injektion möglich. Anströmendes Wasser sollte man vor dem Gebäude durch Anpassung der Geländeform fassen und abführen.
Der Haupteintragspunkt für Feuchte ist bei Bruchsteinwänden der Sockelbereich, jeweils etwa 40 cm unter- und oberhalb des Geländes.
Was ist wenn Sie diese teuren und mehr oder weniger nutzlosen Baumaßnahmen (Dränung) durchführen und die Feuchteursachen ganz andere sind? Salzbelastung, Kondensatbildung, Spritzwasser im Sockelbereich...? Sie verballern Unsummen, gefährden die Standsicherheit des Gebäudes und erreichen sonst nichts.

Fazit: Ich empfehle Ihnen dringend Ihrem Energieberater und dem Architekten diese meine Bedenken vorzutragen und auf eine schriftliche Stellungnahme zu drängen. Lassen Sie sich vorab die ungefähren Kosten für die Fundamentdämmung und die damit erzielbaren Einsparungen an Heizenergie nennen. Lassen Sie sich die Technologie dafür genau erklären. Fragen Sie nach einer Innendämmung als Alternative in kostenseitiger Hinsicht. Falls sie keine befriedigende Antwort erhalten wenden Sie sich an einen Bauingenieur/Statiker mit der Bitte um Überprüfung des jetzigen Planungsstandes und einer schriftlichen Stellungnahme dazu. Wenn er schreibt, alles in Ordnung, billiger und besser geht es nicht dann haben Sie ein paar hundert € versemmelt.
Und wenn nicht? Den Rest können sie sich denken.

Viele Grüße





Grundsätzlich hat ihr Energieberater recht, dass die Dämmhülle geschlossen werden muss. Da kommen Sie bei der Förderungsamt wie KFW nicht vorbei.

Auch ich kann ohne Ortskenntnis keine definitive Aussage machen, aber es ist wichtig, dass man bei diesem Lastfall der Feuchtigkeit das zu verwendende Dämmmaterial sorgfältig auswählt.
Sperrende Schichten können sich negativ auf das Bauwerk auswirken. In diesem Fall ist es wichtig mit diffussionsoffenen Materialien zu arbeiten und nicht mit sperrenden.
Das dämmen des Fundamentes bringt nicht alle Welt, und es sollte vorallem das Baujahr und die Geschichte des Bauwerk mit berücksichtigt werden.
Das austauschen des Fundamentes stellt, so wie ich das aus ihrem Beitrag herraus lese, schon eine unbillge Härte dar, da diese Massnahme sehr viel Geld verschlingt und der Nutzen sehr fragwürdig ist.
Bei einer Trockenlegung gilt es ersmal die Ursache zu finden und nicht das was man gerade sieht zu behandeln.
Wenn sie jetzt falsch vorgehen, kann es zu unangenehmen Ergebnissen führen.
Bei keinem Altbau kann man nach Schema F vorgehen und mit einer Standart 08/15 Sanierungsvariante kommen.
Eine sinnvolle und nachhaltige Sanierungsvariante steht hier im Vordergrund.

Grüsse Thomas



in



Chemnitz gibt es eine Firma, die seit Jahren solche Foamglas-Sperrschichten einbaut. - Mario Lehmann, Walter-Klippel-Straße. Der kann dich dazu ev. beraten.

www.baugeschaeft-lehmann.de





Guten Tag euch allen!
Erstmal einen herzlichen Dank für die Tipps und die Fragen! Um die Fragen möglichst zu vermeiden würde ich einige Einzelheiten beschreiben müssen warum unser Bauvorhaben dementsprechend behandelt wird. Also geplant ist Effizienzhaus 70! Das Gebäudevolumen beträgt 1233m³ und hat 240m² Nutzfläche. Als Heizungssystem ist Eine Erdwärmepumpe vorgesehen(Überall FBH).Hüllflächentemperierung(die ich ursprünglich in Betracht genommen habe ) würde bei dem HS nicht fuktionieren (Vorlauftemp.). Es hängt natürlich sehr eng mit dem Fördergeld zusammen(Umnutzung des ländl. Bausubstanz als Wohnsitz mit 45% der Gesamtfinanzierung). Ohne das Gebäude zu dämmen wäre gar nicht gegangen. Jetzt habe ich mich natürlich vor einem Jahr hin gesetzt und im Internet (Konrad Fischer, Fachwerk.de, und Änliches) ganzes Jahr lang probiert schlau zu machen. wie wir die ganze Dämmereien der dicken Wände umgehen könnten. Also ist mir zu meinem Unglück(oder auch Glück???) misslungen. Vor allem habe ich jedes Mal das Fachwissen meiner beiden Architekten in Frage stellen müssen was Sie natürlich oft verletzt hat und mich auch oft durcheinander gebracht hat. Ich merke auch das gerade hier im Forum manche erfahrene Architekten und Bauingenieure ganz gegensätzliche Meinungen vertreten und oft plausibel argumentieren. Was will ich schon mit meiner letztes Jahr abgeschlossenen Zimmererausbildung? Aber näher zum Körper! Die große Baumasse schluckt zwar viel Energie, funktioniert aber meine Meinung nach wie ein Akku( wenn Sie nach außen nicht verloren geht). Und bei unserem HS ,das sowieso ganzes Jahr durch an ist, muß nur die Trägheit vor- oder nachteilhaft in Frage gestellt werden, Also wenn man sowieso das Haus immer Lüften muß ,dann ist die Trägheit im Winter nur Vorteil(da die Wände irgedwann mal gesättigt sind!). Ich muß ja euch nich die Baufysik und die Sachen eigentlich erklären, deswegen würde gleich mit meiner Idee fortfahren, auf die mich geehrter Herr Böttcher gebracht hat.Die ganze Geschichte mit dem Fundament ist sehr aufwendig und kostet mir viel Zeit(die mir nicht zu Schade ist) und Geld(was ich nicht übrig habe!). Wenn ich ein gutes Drainagensystem einbaue am besten Innen und Außen würde es unserem Gebäude als eine sinnvolle Alternative dienen um das Absperren von den Wänden vermeiden zu können? Und zu Ihrem Kommentar Herr Böttcher, Fundamente wollte ich mit der Dämmung nicht umfahren sondern eine waagerechte Dämmschicht als Schaumglasplatte (10-15cm) auf der Höhe der Bodenplattendämmung die mit aüßerer Wanddämmung geschlossen wäre(da ich ja dachte wegen der Sperrschicht die Fundamente sowieso neu mauern zu müssen, wäre mir keine große Umstände eine Dämmplatte auf die Sperrschicht zu verlegen, war auch die Idee vom Energieberater um die Innentemperatur der waagerechten Ecke Fußboden-Außenwand auf die ungefärliche 18,7 Grad zu bringen(laut seiner Berechnung, sonst 13 Grad!)) Und wenn Sie mir meine Drainage nicht bemängeln ,oder andere Tipps geben dann würde ich mich lieber damit beschäftigen(Bagger ,Zeit vorhanden, Material für Drainage kostet nicht all so viel!), Das Verfahren mit der Injektion ist auch aufwendig und bei dem Mauerwerk nicht sicher( Habe schon viel gehört! Velleicht ja auch zu Unrecht!).Danke im Voraus!



Fundament



Noch mal:
Lassen Sie sich beide Varianten von ihrem Energieberater rechnen- nicht nur als U- Wert, sondern aus kostenseitiger Sicht. Und vergessen Sie dabei Glaser. Besser ist ein anständiges Simulationsprogramm, über das Ihr Energieberater verfügen sollte.

Viele Grüße

p.s. Haben sie schon mal drüber nachgedacht, wie sie einen 10 cm breiten waagerechten Schlitz umlaufend in 55 cm dickes BRUCHSTEINMAUERWERK hineinbekommen wollen?
Was allein das kosten wird?
Welche Schäden dabei unvermeidlich sein werden?