Mauerwerkstrockenlegung?

07.06.2012



Hallo!
Bin gerade dabei mein altes Bruchsteinmauerwerk freizulegen und eine Drainage zu verlegen.Sollte ich das Mauerwer auch in irgendeiner Art und Weise Abdichten oder nur neu verfugen?Feuchtigkeit habe ich innen nur an 2-3 kleinen Stellen.Undichte Wasserleitungen bzw Fallrohre und Kondenswasser kommen nicht ins Frage hiefür.Mfg Daniel



Dränung



Das ist wieder ein schönes Beispiel für unnütze und für das Bauwerk schädliche Arbeit.
Warum?
Eine Dränung wird nur für EINEN! bestimmten Zweck eingebaut, zur drucklosen Ableitung von kurzzeitig aufstauenden Sickerwässern bei Kellermauerwerk.
Sie haben keinen Keller und kein aufstauendes Wasser vor einer Wand.
Dann haben Sie mit Ihren Schachtarbeiten etwa die Hälfte der Tragfähigkeit des Streifenfundamentes vernichtet. Sie wieder herzustellen und damit das Gebäude zu sichern sollte oberste Priorität haben. Das geht nur wenn es gelingt, die fehlende Mantelreibung und den passiven Erddruck der äußeren Fundamentflanke wieder herzustellen.
Dann suchen Sie den Grund für die kleineren Feuchteerscheinungen und stellen Sie die ab. Bei der Ursachenforschung kann ich Ihnen helfen wenn Sie mit mehr Informationen wie Fotos rüberkommen.

Viele Grüße



Auf alle Fälle



gaaanz gefährlich: Wenn tiefer als das Fundament gegraben wird. Da hats in so einem Fall bei mir in der Gegend mal einen Wolkenbruch gegeben, es hat in den Graben gepisst und die Bude ist zusammengefallen. Vorsicht!
Ansonsten: bei Bruchsteinmauerwerk, bei dem die Mauer nicht aufgeschnitten werden kann um eine Sperrschichteinzuschieben: Injektionsverfahren. Kosten: ca. 80- 140€ / m ( meine Preiskenntnisse sind schon leicht veraltet, aber wenn die 300-400€ verlangen isses Quatsch)Ich rate zu einem Fachbetrieb. Mit Baumarktsoße zu arbeiten ( die bieten die Flüssigkeiten, die injiziert werden, auch an) halte ich für rausgeschmissenes Geld und Mühe.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph Schneidewind



Gründung



verstärken und instand setzen sieht bei Fachleuten so aus:



Schule



und diese alte Gebäude soll zu einem Schulzentrum ausgebaut werden .... :-(



Aber nicht



das der Fragesteller jetzt loszieht und sich nen Bagger ausleiht..... ;-)



Erst Diagnose dann Heilung



Hallo Daniel,

nicht übel nehmen die Kommentare hier. Auch wenn's Urteil vom Fach erstmal hart klingt. Seh zu, daß Du beim wieder Zuschütten ordentlich verdichtest! Aber jetzt nicht einfach zum nächsten Ausleiher rennen und eine Rüttelplatte oder sonst so nen Teil holen! Lagenweise durch einfaches festtreten oder mit dem Handstampfer sollte reichen. Dann sollte das auch einigermaßen ohne Folgen für das Fundament bleiben.

Vielleicht kannst Du ja hier nochmal dartellen wie und warum Du auf Deinen Ansatz mit der Drainage gekommen bist. Fotos Deiner feuchten Stellen wären gut! In meinen Augen scheinen Deine Feuchteprobleme aber eher von einem Spritzwasserproblem herzurühren, was man gut an der Algen/Moosbildung an den Holzteilen sehen kan. Was war denn da vorher für eine Bodenbedeckung drauf.

Ich denke, wenn Du das Spritzwasserproblem entsprechend lößt und gleichzeitig die Schadstellen am Sockel geeignet in Ordnung bringst wirst Du keine weitern Feuchteprobleme mehr haben. Aus der Ferne betrachtet bleibt dies aber erstmal eine Diagnose ohne festen Boden.

Gruß aus Berlin



mh.....



Erstmal danke für die schnellen Antworten.Ein bekannter meinte es wäre ``Sinnvoll´´ eine Drainage zu legen um das Oberflächenwasser vom Haus weg zu leiten.Fotos folgen...
Als Bodenbedeckung war Kopfsteinpflaster, welches auch wieder hin soll.
Achso,hab nicht tiefer als das Fundament gegraben.Werde morgen dann alles wieder aufüllen.





Innenseite......



Wand



Ausblühungen?



Der



denkfehler liegt bei der Möglichkeit einer Dränage - die ist oben und unten offen (es gibt auch halbseitig geschlossene Rohre), Oberflächenwaser kann also nur aufgefangen werden, wenn es von oben eindringt - und nicht weiter durchsichert - das funktioniert so also nicht. Wie Georg schreibt - nur auf/anstauendes Wasser erhält einen Abflußweg, der frei zu einer Schleuse führt! gut verlegtes Kopfsteinpflaster führt bei Gefälle das Oberflächenwasser hinreichend ab. Sind das wirklich Deine einzige Schadstellen - ist das ein Wohnraum ?



mh.....



Hallo Olaf.....
Ok, habe ich verstanden.
Ja,es sind 2 so kleine Stellen (ca 10cm),aber auuch nur wenn es stärker regnet.Ja,Hierbei handelt es sich um einen Wohnraum,das erst Bild ist von der Scheune,welche evtl mal umgebaut werden soll.Habe das Fundament nur von äüßerlich von ganz losem Boden etc gereinigt, reicht es wenn ich das wieder so verfülle?Und kann ich das Kopsteinpflaster wieder bis an die Mauer verlegen?
Mfg Daniel



Fundament



Lieber Daniel,
so einfach zuschütten und dabei ein bisschen verdichten funktioniert jetzt nicht mehr.
Um Ihnen das Verständnis dafür zu vermitteln:
Ein Streifenfundament überträgt Lasten nicht nur über die Sohlpressung sondern auch über die senkrechten Seitenflächen durch Scherkräfte (Mantelreibung). Damit das funktioniert werden Streifenfundamente immer gegen den anstehenden gewachsenen Boden gebaut: Man gräbt zuerst einen Fundamentgraben und baut dann dort das Fundament hinein. Als Material kamen sogar Steinpackungen, verfüllt mit Lehm oder Sand zum Einsatz, üblich sind Betonfundamente. Das bedeutet also das man Streifenfundamente nie ohne Not tiefer als Fundamentoberkante freischachten sollte und wenn dann nur abschnittsweise.
Damit Mantelreibung entstehen kann muß gegen den gewachsenen Boden betoniert/geschüttet/gepackt/gemauert werden.
Warum? Gewachsener Boden ist dichter, stabiler und tragfähiger als geschütteter Boden gleicher Art und Körnung, man bekommt nachträglich diesen Verdichtungsgrad nicht hin. Das trifft vor allem bei bindigen Böden zu, wie bei Ihnen anstehen.
Wenn Sie zum Zuschütten Kiessandgemische einbauen dann sind die zwar gut verdichtbar, aber wasserdurchlässig.
Der zugefüllte Graben wirkt wie ein poröser, gut durchlässiger Filter, der Wasser nach unten leitet. Die verdichtete ehemalige Grabensohle ist weniger durchlässig, hier staut sich Wasser auf und beginnt den bindigen Boden in Höhe der Fundamentsohle aufzuweichen. Das Ergebnis ist ein schleichender Verlust von Tragfähigkeit, der nach einer Reihe von Jahren zum partiellen Grundbruch führen kann, wenn die Belastung aus dem Gebäude hoch genug ist. Dabei wandert das Fundament nach außen und nach unten aus, das dabei verdrängte Erdreich wölbt sich vor der Wand hoch.

Sie sollten folgendermaßen vorgehen:
1. reinigen Sie die Fundamentflanke
2. Stellen Sie eine Schalung davor, Abstand ca. 30 cm, halbe Fundamenthöhe
3. betonieren sie die Schalung aus,
4. nach Erhärtung setzen Sie die Schalung auf die Oberfläche, diesmal Abstand bis 10 cm unterhalb Fundamentoberkante
5. betonieren Sie bis OKF aus, schrägen Sie dabei den Beton an, damit keine waagerechte Kante entsteht.
6. fasen sie die auf dem ersten Foto sichtbare waagerechte Kante an
7. nach dem Erhärten und dem Ausschalen füllen Sie das Aushubmaterial wieder ein und verdichten gut.

Die kleinen Durchfeuchtungen haben außen eine Ursache, wahrscheinlich kleine Vorsprünge wie der auf dem Foto, wo sich Wasser oder Schnee aufstauen kann und waagerecht durch eine Lagerfuge nach innen sickert.

Viele Grüße





Dann versuch ich mal was sinnvolles abzugeben,schmeiß die Fugen mit ner Mörtelmischung Luftkalk/Trass-zement/Sand zu,
ohne das ich jetzt berücksichtige das du die Ausschachtung schnellst möglich wieder verschliessen solltest.
Arbeite zukünftig wenn ,in Etappen,immer nen Meter,Meterfünfzig freilegen,verfugen ,aushärten lassen,verfüllen,verdichten.....

Grüße Martin

Ps ,Herr Böttcher war schneller und hat mit Sicherheit mehr Erfahrung!





Nun ja! Auf mich wirkt das vorhandene Fundament zwar nicht wie gegen das Erdreich gegossen, weswegen ich das beschrieben Verfahren von Herrn Bötcher zwar als fachlich richtig, jedoch sehr auf Vorsicht ausgelegtes Herrangehen einschätzen würde. Aber wie Meister Grünspecht hier schon sagte: ... Herr Bötcher hat mit Sicherheit mehr Erfahrung.

Noch als Nachtrag, um diese Beobachtung nicht unkommentiert zu lassen. Auf Daniel85's zweiten Bild schaut es fast so aus, als ob es da doch vielleicht mal sowas wie einen Keller gegeben hat. ...

Sind das zwei ehemalige Fenster, die mit Beton vergossen wurden? Wenn ja, passen die gefundenenen Feuchteflecken räumlich gesehen mit diesen vergossenen Öffnungen zusammen?

Gruß aus Berlin,



Streifenfundament



Lieber Stephan,
wie wurden denn Ihrer Meinung nach früher Fundamente, speziell dieses Fundament, hergestellt?

Viele Grüße



Hallo



Herr Bötcher.Vielen Dank für Ihre hilfe.ich werde nach Ihrer Anweisung verfahren.Ist es sinnvoll bei dem rest des Hauses auch so vorzugehen,natürlich in kleineren Abschnitten?Auf die Schalung keinerlei Abdichtung (z.b. Noppenbahn)?Danke schonmal im vorraus.Mfg Daniel



Hallo



Stephan.Genau, wie auf dem Bild zu sehen war der Teil unterkellert.Aber der Feuchte Bereich ist an einer anderen Stelle.!1960 wurde ein Teil noch angebaut(leider mit Bims) an welchem es auch bei Regen feucht ist.Werde demnächst mal freilegen,und nachsehen ob und wie eine Abdichtung vorhanden ist.Mfg Daniel



Abdichtung



Natürlich nicht!
Lassen sie da wo nicht geschachtet wurde alles beim alten. Wichtig ist u.a. ein funktionierender Sockelputz, die Ableitung von Oberflächenwasser vom Haus weg und keine Vorsprünge, von denen aus Wasser in die Wand gelangen kann.

viele Grüße





Alles klar.Sollte mann Trass-Zement nehmen oder reicht normaler Zement auch?Sorry für die vielen fragen!Mfg



Abdichtung



Normaler Zement aus dem Baumarkt, Festigkeitsklasse 32,5.





Hallo Georg,

aus der Art und Weise wie die Mörtelflächen an den Rändern aussehen, und dem Verhältniss zwischen Stein und sichtbaren Mörtel, würde ich eher darauf tippen, daß ganz normal ein Graben ausgehoben wurde, Feldsteine mit Vermörtelung übereinander geschichtet und die Ränder anschließend mit losem Aushub verfüllt wurden. Auch damals wurde nicht alles nach DIN ausgeführt und die Frage wäre auch: ... wofür wurde das Fundament mal gebaut (Scheune). ...

Ein Wiederanfüllen des Erdreichs mit der nötigen Sorgfallt muß m.E. nicht unausweichlich nun zum drohenden Grundbruch oder seitlichen Ausknicken des Fundaments führen. ... Aber dies ist wie gesagt nur meine Einschätzung, und ich gestehe Dir da durchaus die größere Erfahrung zu!

Gruß aus Berlin,