Fundament abdichten oder nicht



Fundament abdichten oder nicht

Hallo,
ich habe im Profil ein bisschen geschrieben, was uns allgemein antreibt, deshalb hier nur die Fachfrage:
die angebaute 60 qm Werkstatt ist einstöckig aus Ziegel gemauert, mit gemauertem Fundament. Sie ist bisher unbeheizt und nicht gedämmt. Das soll sich ändern: zumindest Boden und Dach sollen gedämmt werden. Und außen soll der Grund bis direkt an die Werkstatt mit Ziegel gepflastert werden.
Aber zuerst muss der Schimmel, der sich an einer Stelle innen zeigt, beseitigt werden, bzw. seine Ursache.
Das Bild zeigt die Stelle von außen. Wir haben das Fundament mal freigeschaufelt - zum Teil. Dort sieht man diese albernen Fliesen, die nur im unteren Bereich sind. Zwischen Fliesen und Gehwegplatten war eine klebrige Dichtung mit Aluminium. Die Dichtung ist an vielen Stellen schon weg. Unter den abgeschlagenen Fliesen waren kleine Wurzeln, Tiere, Feuchte Erde. Ich nehme an, dass der Schimmel daher kommt, dass die Feuchtigkeit, die dort mittlerweile eindringt, durch die Fliesen nicht mehr richtig weg kann.
Was ist also jetzt zu tun? Fliesen alle abschlagen? Fundament Freilegen und an der Luft trocknen lassen? Oder nur bis ca. 40cm tiefe? Dannach das Fundament gegen Feuchtigkeit isolieren? Auch Wärmedämmen? Oder die Fuge zwischen Bodenplatte und Fundament irgendwie dichten? Und was wird dann an das Fundament wieder aufgefüllt - Kies, Sand? Das angefüllte soll ja gleichzeitig die Basis für das Ziegelpflaster sein.
... viele Fragen ... viele Grüße -eo.



um



den Schimmel zu bekämpfen, muß man nicht unbedingt das Beäude aufgraben. Gegen Kondensat auf Tapete und dem folgenden Schimmel sind andere Maßmahmen der Lüftung und Heizung notwendig - aber die Sockelfliesen können wirklich runter !





ich würde rechts und links noch ein paar Meter aufgraben, das ganze über den Sommer schön trocknen lassen und m Herbst Drainagerohr rein, Kies drauf, fertig.

Die Fliesen würde ich aber auch abmachen, denn sollte Wasser von oben unter die Fliesen laufen, kennst Du ja den Weg, den das Wasser nimmt.

Habe ich das im Bild richtig gedeutet, dass da jemand die Gehwegplatten mit Silikon(oder sowas in der Art) zur Hauswand hin abgedichtet hat oder sieht das nur so aus?



Ja wie kommt man auf eine solche Idee, dass man im Sommer trocknen sollte ...


Ja wie kommt man auf eine solche Idee, dass man im Sommer trocknen sollte ...

..genau umgekehrt (im Winter) wäre es besser. Aber es bringt weder im Sommer noch im Winter etwas.
Wenn Feuchte in einer Wand verdunstet kommt doch von unten mehr nach! Zumindest bis zu Sperre.
Wie Olaf richtig schreibt - nicht aufgraben sondern richtig heizen und Lüften und evtl. dämmen an der Außenseite.
Hat natürlich nur dann Sinn, wenn innen geheizt wird und dann soll man rechnen!



Fundament abdichten oder nicht



Hallo,

ich weiß nicht, was dort ein Drainagerohr soll. Schlimmstenfalls sammelt es Wasser.
Sollte innen Schimmel sein, dann weil er a) ein geeignetes Substrat vorfindet und b) weil er eine Wärmebrücke gefunden hat und c) weil es innen feucht ist.
Wenn Sie diese drei Ursachenkomplexe angehen, löst sich das Problem. Von außen würde ich vor allem für einen guten Wasserablauf vom Haus weg sorgen.

Grüße





hallo + danke schonmal.

Aber Heizen ist ja noch gar nicht möglich. Ich habe ja beschrieben, dass da noch gar keine Heizung drin ist. Es muss ja erst der Boden und das Dach gedämmt werden.

Hinter den Fliesen ist Feuchtigkeit. Denn dort ist die ehemalige Dichtung kaputt. (Von den Fliesen und der Dichtung halte ich eh nichts - beides kommt weg). Ja stimmt, da ist so eine seltsame Dichtung gewesen.

Meine Vorstellung ist: wenn die Fliesen von der Außenwand weg sind und das Fundament zum Teil freigegraben ist, kann diese Stelle im Sommer trocknen und der Schimmel innen verschwindet.
Und was dann? Soll ein gemauertes Fundament isoliert werden? (das scheint mir als Laie nicht sinnvoll, da ja nur von einer Seite möglich) Ist eine Drainage gut? Ist eine Drainage nötig, da ja später oben drauf gepflastert werden soll (bis ca. 2 m Breite)?
Liebe Grüße -eo.





... weil es wohl etwas verwirrend ist:

ja, die Fliesen sind Außen - dort, wo man den Himmel sieht.
ja, da hat jemand vor Urzeiten eine Dichtung gezogen, um Regenwasser auf die Gehwegplatten zu leiten, also vom Versickern direkt am Fundament etwas abzuhalten.
Schimmel ist Innen und nur an dieser einen Stelle.
Innen ist keine Tapete oder sonstwas - nur Mauer und Betonfußboden - ein 60 qm Raum.
Die gesamte Werkstatt ist seit 60 Jahren unbeheizt - also Innen so kalt wie Außen. Das soll sich aber ändern. Aber bevor gedämmt oder gegen Feuchtigkeit gesperrt wird, soll diese Stelle trocknen.
So meine Vorstellung - ist die so falsch?
+ nochmal LG -eo





Ich schreibe es nochmal ganz langsam...scheint ja niemand meinen Artikel auch nur im Ansatz verstanden zu haben.

Drainagerohr unten rein (und selbstverständlich so abführen, dass Wasser -so vorhanden- dann auch von der Wand weg abgeführt wird)

Das ganze bis oben hin mit Kies verfüllen. Und mit Kies meine ich keinen Sand sondern Kies, also so 10-20mm Bröckchen aus Stein.
Und auf sowas kann man auch pflastern.





ok, da kam noch was nach.

Der Schimmel dürfte m.E. (aber nur vermutet) daher kommen, weil die Wand nach aussen hin aufgrund der Fliesen gar nicht abtrocknen kann.
Und nach innen ganz sicher auch nicht, weil die Feuchtigkeit nicht abgeführt wird.
Also würde ich die Fliesen entfernen.
Und weil das Loch sowieso offen ist Drainagerohr und Kies rein, dann kann von unten gleich schon nichts mehr kommen.
Und dann muss man mal sehen, ob die Wand abtrocknet oder ob immer noch was kommt.

In meinem Sanierungsobjekt kommt Wasser durchs Dach und sorgt dafür, dass die Wand erst 2 Etagen tiefer nass ist.



Wo das Loch schon mal offen ist



Und was bringt es in das Loch ein Stück Drainagerohr zu schmeißen und dann mit Kies zu verfüllen?

Grüße Martin





@KLaus - danke sehr.

1. Danke sehr für den Tip, dass dann auf dem Kies gepflastert werden kann.
2. Ja, das erscheint mir als Laie auch sinnvoll. Obwohl es zur Drainage wohl sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Lassen wir die aber im Moment mal außen vor.
Die jetzigen Feuchtigkeit rührt offensichtlich genau aus der unter die Fliesen hineinkriechenden Feuchtigkeit, die daraus nicht mehr heraus kann. Fliesen ab ist damit sowieso klar.

Dann bleibt noch die eine Frage:
sollte ein solches Fundament mit einer Sperrschicht (Bitumen oder anderes) gegen Erdfeuchtigkeit geschützt werden?

Vielen Dank nochmal an Alle -Eva

P.S. gerade die unterschiedlichen Meinungen zeigen ja, dass es nirgends Patentrezepte gibt



Pflastern



Das man auf Kies pflastern kann ,halte ich für ein Gerücht,Kies besteht nur aus Rundkorn ,das läßt sich nicht verdichten.

Drainagerohr rein was irgendwo hinführt,wird immer besser....

Grüße Martin





Meine Fresse, jetzt werde ich echt mal sauer.

Der Baumläufer kommt aus Solingen und hat nicht die geringste Ahnung, dass man in Brandenburg unter "Kies" das versteht, was man in Solingen als Bausand, Körnung beliebig, kennt.

Die anderen Beiden kommen aus Duisburg und München, beides Regionen, wo im Boden viel Stein und Fels ist und beide haben ganz bestimmt nicht die geringste Ahnung, dass die Prignitz in Nordbrandenburg ist, wo der Boden eben nicht massgeblich aus Fels besteht sondern ausschliesslich aus Sand und schwerem Lehm.
Alle wollen hier was sagen und scheitern schon am grundlegenden Wissen über die örtlichen Gegebenheiten.
In Duisburg macht eine Drainage aufgrund steinigem Boden vielleicht keinen Sinn, in einer Badewanne aus Lehm aber schon.
Und das Wort Kies hat in Brandenburg eine ganz andere Bedeutung als in NRW.

Und woher ich das weiss? Weil ich als gebürtiger Wuppertaler nach Brandenburg gezogen bin und in beiden Regionen schon gebaut habe.


PS: Aber was will man verlangen...es hat ja auch mal niemand geglaubt, dass man auf märkischem Boden keinen Flughafen bauen kann. Das sind die Leute, die sich heute wundern, warum die Gebäude absacken. Wenn Profis schon nicht auf Leute hören, die Ahnung haben, wieso sollte das in einem Internetforum anders sein?

PPS: Im übrigen sind die Gehwegplatten eine Gebäudeeinfassung und kein Gehweg, wie der geneigte Leser auf dem Foto eindeutig erkennen kann, würde er sich die Mühe machen und dies betrachten





Die DIN 4022 und 4095 gelten glaub ich in ganz Deutschland.

Was Deutschland weit nicht einheitlich geregelt ist,ist die Entwässerungsatzung,wobei in der Brandenburgischen Satzung bestimmt nirgends Sickergruben mit 2 Liter Volumen zu finden sind.

jetz is gut.



Na da will ich auch mal.



Wasser fließt ja allgemein hier auf dem Planeten nach unten.
Ich geh geh mal davon aus, das die Wand innen oberhalb der Gehwegplatten schimmelt.
Wie schaut es denn oberhalb der Fließen aus? Welche Richtung steht die Wand? Wie groß ist denn der Dachüberstand? Ist da oben alles ganz? Versorgt ein Regen die Wand hinter den Fließen unermüdlich mit Wasser?
@Klaus
Lehm ist übrigens ein gute Abdichtung gegen Wasser, die man sich lecker mit einer Drainage zerlöchern kann.





Da Brandenburg eher flach ist, läuft das Wasser oberhalb des Lehm in alle Richtungen, nicht nur zum Haus.
Buddelst du aber einen hübschen Graben um das Haus mit einem Drainagerohr und einer Kiesfüllung, wird das Wasser nicht mehr in alle Richtungen fließen sondern den Weg nach unten in den Graben nehmen.
Ich tausche also einen natürliche Abdichtung gegen ein Wasserbecken mit Abfluss.



Ich



....hole dann mal schon mal Chips und Bier....sfg



Andreas





> Da Brandburg eher flach ist, läuft das Wasser oberhalb des Lehm in alle Richtungen, nicht nur zum Haus.

Geil! Da hast Du mich zum lachen gebracht, danke :-)





Da hab ich ja viel gelernt: In Brandenburg ist alles anders.
Nun aber mal zu Duisburg: wir haben hier mehr Kies (Rheinterrasse) als Fels. Und in der Nachbarschaft gibt es noch ein paar Grundmoräne-Böden sowie ausstreichendes Karbon.
Regenwasserversickerung über Mulden- Rigolensysteme sind fast überall möglich, Drainagen hier völliger Unsinn.

Abgesehen davon gibt es ein paar Grundsätze (so wie den, dass Wasser bergab läuft), die als allgemein anerkannte Regeln der Technik beschrieben werden und keineswegs auf eine geographische Region beschränkt sind.

Grüße vom Niederrhein



nun eventuell hilft "elektrohirnese" ?



Es ist fast nicht zu glauben was aus so einer einfachen Frage abgeleitet wird.
Es darf doch nicht wahr sein, dass jemand vorschlägt - hier eine Drainanlage einzubauen.
Jedes Erdreich und jedes Fundament ist feucht. Jedes Haus somit steht auf feuchten Dreck. Und es bleibt auch feucht ohne Problem.
Ich widerhole mich gerne - man kann mit einer Drainanlage das Wasser auch hin leiten und hier wäre es falsch angebracht.
Aber der Wunsch, dass man damit das Problem lösen kann bleibt immer ungebrochen. Dies besonders von Leuten die damit nichts (ausreichend fachliche Kenntnis) zu tun haben.



Das Klinkerpflaster



welches neu Verlegt werden soll,würde ich dann auf jeden fall unter der Horizontalsperre,sprich tiefer als den jetztigen Plattenbelag wieder reinpflastern,dann sollte sich das mit dem Wassereintrag von aussen bald erledigt haben...
Die halbe Fliese unten abmachen und ne Profilleiste aus Aluminium oder so als verblender bis zum neuen Pflaster...

und ja auf Kies kann man nicht Pflastern....
greets Flakes...



Zur Sanierung



1. Fliesen ab.
2. Überprüfung der Höhendifferenz zwischen inneren Fußboden und äußerem Gelände.
3. Gleichzeitige Feststellung der Höhenlage der vorhanden Horizontalsperre(HZ-Sperre) zum inneren Fußboden
4. Überprüfung der alten HZ-Sperre auf Funktionsfähigkeit
5. Wenn HZ-Sperre nicht wirksam, erneuern.
6. Erneuerung der vertikalen Abdichtung, einschl. notwendiger Sockelabdichtung
7. eventuelle Wärmedämmung bis ca. 20 cm unter Fußboden innen
8. Schutzbahn und Verfüllung.
9. Drainage nicht notwendig, da das Gelände schon geflutet sein müsste um Wassereintritt zu haben.
10. eventuelle Abdichtungsarbeiten ( Negativabdichtung im inneren bis zur HZ-Sperre.
11. Im Bereich Negativabdichtung, Diffusionsoffenen Putz anbringen, wegen Kondensfeuchte.
12.Austrocknung nur nach innen möglich oder technische Bautrocknung

MfG J. Zinke





@J.Zinke: das ist ja sehr schön in der Reihenfolge gelistet und sehr hilfreich - Herzlichen Dank!

1. - ist klar
2. - Boden innen ist gleich der im Foto bezeichneten Bodenplatte
3. - ist ebenso identisch, also ein Stein über dem Boden
4. - die ist 60 Jhre alt, bröselig und nicht mehr gut funktionsfähig.
5. - Ich werde mich erkundigen, wie man die erneuern kann
6. - eine vertikale Abdichtung gab es bisher nicht, ich werde mich auch hier nach geeigneter Sockelabdichtung erkundigen müssen
7. - fällt weg
8. - was ist eine Schutzbahn?
9. - gut
10. - aha?
11. - innen bleibt der Stein sichtbar, eventuell einfach weiß gestrichen
12. - ok.

Danke + danke allen sehr für die vielen Antworten!
Grüße -eo



Das eine Sperre nicht mehr funktioniert halte ich für falsch



Nur weil etwas bröselt heißt das noch lange nicht funktionsunfähig.
Hier sehe ich keinen Handlungsbedarf !



@ Herr Bromm,



nichts hält ewig. Eine HZ-Sperre nicht und unser aller Leben wird auch nicht ewig halten. Wenn etwas alt und verbraucht ist muss es manchmal mit dem entsprechendem Augenmaß ausgetauscht werden.

MfG

J. Zinke



Nun wie stellen Sie denn fest ob diese Sperre kaputt ist?



Wie viel % kapillare Saugfähigkeit wird denn eingeschränkt und auch warum ?
Kann man so etwas überhaupt messen ?