Ziegel versiegeln möglich?

30.03.2011



Hallo liebe Forumsmitglieder!

Ich bin ganz neu hier :-)
Seit kurzer Zeit wohne ich in einem alten Bauernhaus
(Baujahr 1926). Der Dachboden von 100qm wird gerade mit Zwischensparrendämmung isoliert.
Die beiden Giebel sind nicht verputzt, sprich die Ziegel sind sichtbar. Ich hätte gern, daß das so bleibt, leider bröselt der Mörtel sehr stark aus den Fugen.

Gibt es etwas womit ich das Streichen oder besprühen kann, damit es nicht mehr bröselt?
Schön wäre wenn dadurch die Farbe der Ziegel wieder besser zur Geltung käme.

Vielen Dank für Eure Tipps

Nadu





Sie denken an Hydrophobierungen!?

Diese sind dann aber Wasserabweisend, sie lassen also deutlich weniger Wasser eindringen aber eben auch deutlich weniger wieder raus zu Oberfläche. Die Folge ist meist ein anstieg der Ausgleichsfeuchte im Mauerwerk.

Ich denke Sie sollten davon die Finge lassen und lieber die Fassade neu verfugen.

Grüße aus Schönebeck



Tag- und Nachtcreme



Wenn deine Fugen bröslen sind die Bindemittel aus dem Fugmaterial herausgelöst und das Kristallgitter des Fugenmörtels gestört. Also keine Chance durch Bauchemie deine Fugen wieder nachhaltig zu verfestigen. Der nachhaltigste und dem Gebäude zuträglichste Weg ist das Mauerwerk neu zu verfugen. Hier solltest du allerdigs grundlegende Dinge beachten:
- Der Fugenmörtel sollte dem Mauerwerk angepasst sein, um Schäden an den Ziegeln zu vermeiden. 1926 könnten Carbonatisch, hydraulisch abbindende Kalkmörtel oder Kalkzementmörtel (Altdeutsche Mischung 1 Teil Zement, 2 teile Sumpfkalk, 8 Teile Sand (ber auch abweichend andere) verwendete worden sein. Das solltest du untersuchen und entsprechend der Beschaffenheit der Ziegel und des verwendeten Mauermörtels den richtigen Mörtel auswählen. Beim reinigen deiner Fassaden wäre ich auch sehr vorsichtig. Also besser die Patina belassen als durch zu grobe Reinigungsmethoden die Brandschichten der Ziegel zu zertören und damit das Wasseraufnahmevermögen der Steine zu erhöhen (Frostschäden, Salzausblühungen, Verschlechterung der Wärmedämmeigenschaften, fortlaufender Verlust der Ziegeloberflächen etc.). Und tu mir bitte einen Gefallen und bringe keine Tag und Nachtcremes (Hydrophobierung etc.) auf deine Ziegelfassade auf. Das ist nicht reversibel und führt zu massiven Feuchtigkeitserhöhungen des Mauerwerks (dies kann ich durch langjährige Erfahrungen als Gutachter für Schäden an historischen Hausgefügen zu 100% unterschreiben). Außerdem müssen solche Maßnahemn regelmäßig wiederholt werden, was recht teuer ist und unnötig!!!.



Fugen auskratzen



bis festes Material kommt, dann mit Luftkalkmörtel neu verfugen. Alles andere ist nicht von dauer.

Grüsse Thomas





..danke für Eure Tipps!

denke daß es langfristig gesehen lohnt, sich die Arbeit zu machen und komplett neu zu verfugen.



Zur Information nochmal



Baujahr 1926, wenn s bereits ein HArtbrand ist, was in dieser Zeit eigentlich üblich, dann geht außer Zement und Luftkalk eigentlich einiges. Die Aussage von Thomas muss ich leider revidieren. Bei Steinen die bei über 1250°C gebrannt wurden bindet Luftkalk nicht richtig ab, da nicht genug Luft, die für den Abbindeprozeß nötig ist, drankommt. Das bedeutet das bei jedem Regenschauer Bindemittel aus den Fugen auswaschen, die sich dann als weißer Schleier auf deine Fassaden legen und auch nicht mehr so einfach abgehen. Außerdem ist bei Hartbränden und Luftkalk das E-modul zu unterschiedlich, was auch Schäden an deinen Fugen verursachen kann.