ausgekratzte Fugen zwischen Ziegeln ausbessern

04.10.2006



Hallo zusammen,

ich hab da ein großes Problem:
feuchte Ziegelmauer im Keller (Bruchsteine, ca 1933), Putz abgeschlagen, weiche Fugen ausgekratzt (bis zu 10 cm tief.

Jetzt weiss ich nicht, womit ich die Fugen füllen soll, damit sie wieder einigermaßen "tragfähig" werden.

Was soll ich machen?
Vielen Dank für die Antworten im Voraus





Hallo Herr Schneider,
Ihre Frage ist etwas verwirrend, einerseits schreiben Sie Ziegelmauerwerk, dann wiederum Bruchsteine.
10 cm tief sollten Sie allerdings die Mauerwerksfugen einer Ziegelwand nicht auskratzen, ansonsten droht Einsturzgefahr. Hier dann abschnittsweise arbeiten. Liegt hier eine normale Kellerfeuchte vor, ist der gesamte Keller sehr feucht oder nur partiell? Dann sollte evtl. die Schadensursache lokalisiert und wenn möglich behoben werden, damit die Bindemittel der Neuverfugung nicht wieder schnell ausgewaschen werden können und die Fugen absanden.
Grüße
Ber



ich hab mich leider unklar ausgedrückt



Die Kellerwand besteht aus Ziegeln, teilweise aus Ziegelbruch (1/2 Steine etc.).
Der Grund der Feuchtigkeit ist denke ich relativ klar:
- zum einen liegt der Raum direkt in Falllinie des Treppenabgangs, der teilweise Glasbausteine und dazu ein Kellerfenster hat. Diese Seite (die am meisten betroffene) ist nach Süden ausgerichtet. Außerhalb liegt die gepflasterte Einfahrt. Im Sommer heizt sich diese Seite ganz gemein auf. Die Außenseite der Wand hab ich bereits aufgegraben und isoliert.
- Die sehr warme (dadurch feuchtere Luft) kondensiert an der betroffenen Wand. Den Strömungsverlauf kann man an den Schäden der anschließenden Wände erkennen.
- Ich habe jetzt vor, zusätzlich die Wand gegen aufsteigende Feuchtigkeit mit einem Parafingemisch (Marke o statt a) zu behandeln.
- Zwischen Treppenabgang (mit Fenster und Glasbausteinen) und dem Kellerraum wollte ich eine Tür einbauen, um den Strömungsverlauf zu behindern. (Der Treppenabgang gehört zum neuen Teil des Hauses 1971).
- Im Kellerraum habe ich einen Entfeuchter laufen
- ich habe jetzt den Putz der Wand entfernt (sieht nach 150er aus)
- Hinter dem Putz sind die Fugen teilweise sehr weich (da wo mehr Mörtel drin ist). Ich bin dabei, sie vorsichtig auszukratzen, um die Feuchtigkeit raus zu bekommen. Die Ziegel sehen soweit noch ganz ok aus.
- mein nächster Schritt wäre eben dann, die Fugen wieder zu füllen und im Anschluß einen Opferputz (Luftkalkputz) aufzubringen.

Womit soll ich die Fugen sanieren?

Sind die beschriebenen Maßnahmen sinnvoll?

Vielen Dank im voraus, ich bin ziemlich verzweifelt...





Hallo Herr Schneider,
bin z.Zt. etwas unter Zeitdruck, versuche aber am WE mich mit Ihrem Problem auseinander zu setzen.
Bitte um etwas Geduld.
Grüße
Bernd Kibies



Herr Kibies



Vielen Dank für die Rückmeldung. Lassen Sie sich nicht hetzen, ich freu mich über gute Hinweise. Und die brauchen halt mal auch Zeit. Ich freu mich auf Ihre Tipps.

Schönes Wochenende
Christoph Schneider-Nolting





Hallo Herr Schneider,

auch aufgrund Ihrer Beschreibung, kann ich Ihnen keine Maßnahmen empfehlen, da mir natürlich die Örtlichkeiten nicht bekannt sind. Generell gilt, daß eine Ferndiagnose nicht möglich ist und hier erteilte Instandsetzungskonzepte in die falsche Richtung gehen können.
Vermutliche Schadensursachen sollten, sofern möglich, im Vorfeld schon einmal abgestellt werden. Haben Sie z.B. drückendes Wasser, dann können Sie auch die nachfolgenden Empfehlungen eigentlich vergessen.
Generell ist ein alter Keller immer feucht und er läßt sich nur mit sehr, sehr hohem Aufwand für eine Wohnraumqualität herrichten. Ob sich der Aufwand lohnt ist fraglich, denn in der Regel ist die Belichtung und Belüftung nicht ausreichend. Eine absolut unbedenkliche Wärmedämmung läßt sich nicht einbauen, auch eine horizontale und vertikale Dichtungsebene ist nur mit enormem Aufwand herzustellen.
Selbst wenn Sie den Raum nur als Hobbyraum o.ä. nutzen wollen, und einen relativ hohen Standard erreichen wollen, ist der Aufwand enorm und ein Erfolg ist nicht immer garantiert.
Folgende Maßnahmen wären dann u.a. erforderlich:
1. Den Fußboden gegen aufsteigende Feuchtigkeit abdichten.
2. Aller Wände mit einer Horizontalsperre versehen, verschiedene Möglichkeiten, sehr aufwändig und kostenintensiv.
3. Alle Außenwände an der Aussenseite mit einer Vertikalabdichtung versehen, Vorbereitungsarbeiten und Verarbeitungshinweise beachten, aufwändig und kostenintensiv.
4. Alle Innenwandflächen, auch Innenwandflächen, ca. 50 cm über den feuchten Bereich hinaus mit einem Sanierputz, Verarbeitung und Vorarbeiten beachten.
Ansonsten Kalkputz verwenden.
5. Wände nicht Streichen oder diffusssionsoffene Beschichtung wählen
Für die Beseitigung von Kondensationsproblemen ist ein Sanierputz nicht geeignet, hier sind dann andere Maßnahmen einzuleiten (WD, Querlüftung o.ä).
Selbst wenn Sie die beschriebenen Arbeiten ausführen, wird das Mauerwerk lange Zeit feucht sein und gelöste Salze können weitere Schäden verursachen.
Die ausgebrochenen und abgesandeten Fugen sollten Sie mit Kalk verfugen, aber erst, wenn das Mauerwerk relativ trocken ist, wenn es Ihnen gelingt.
Wollen Sie ein Risiko eingehen, und der Raum hat nur eine untergeordnete Bedeutung
als Lager-oder Abstellraum, aber dann auch nur für lagerfähige Gegenstände (kein Holz etc.) einlagern, dann verzichten Sie auf eine Horizontal- und Vertikalsperre.
Dieses Vorgehensweise ist allerdings nur begrenzt zu empfehlen. Feuchtigkeit wird bestimmt wieder eintreten.
Grüße
Bernd Kibies