Fugen am Schornstein ausbessern/erneuern!?

24.02.2012



Hallo liebe Fachwerk-Gemeinde,

habe bei meinem alten Fachwerkhäusschen, im Spitzboden am Kamin und am Schornsteinkopf, ein ziemlich offenes Fugenbild. Ich denke es wurde damals mit Lehm gemauert.. Nun bröselt und staubt das alte Fugenmaterial an vielen Stellen heraus und Löcher entstehen, wo der aufsteigende Rauch entweicht.

Hm, würde nun am liebsten an den porösen und offenen Stellen neu verfugen.

Welches Material würde sich anbieten - innen - aussen ? Evtl. Luftkalkmörtel??

Freue mich sehr über Ratschläge und Tipps!
Liebe Grüße, Immanuel



Mit Lehm wurde da sicher nichts gemauert ;-)



Was sagt denn der Schornsteinfeger dazu?



Meiner Meinung nach



gehört sich das neu hochgemauert und eingeblecht (Dachdurchführung). Ich würd auch den Kaminkehrer holen - kann sein, dass in diesem Zug Sanierung Sinn macht. Hier ist kein F90 mehr gegeben - wenn es schon durch die Fugen raucht, dann kann sehr schnell der Dachstuhl abfackeln. Mit Fugen ausbessern wird es nicht getan sein.



Schornsteinkopf



Immanuel


Bei diesem Schadbild hilft nur noch abtragen. Dabe soweit runter abbrechen, bis der Mörtel fest ist. Allerdings fürchte ich, daß es bis aufs Fundament runter geht.
Besser währe es, gleich mit einem Schornsteinsystem neu aufbauen.
Wenn Du nicht gerade Markenware nimmst, ist der Preis sogar überschaubar.
Ich hab bei 8m inkl. Fertigfuß und Kragplatten mit Klinker 1500 Euro bezahlt. Für alles ca 1 Woche Arbeit.



Andreas





In dem Fall ist ein Abriss und Neuaufbau nicht zu umgehen. Der Kopf ist schon einmal aufgemauert worden und auch das nicht wirklich fachgerecht. Die Einfassung gegen eindringendes Regenwasser muss auch mal hergestellt werden und die unzulässigen Dachsteine sind durch einen Standrost zu ersetzen. Für solche Arbeiten gibt es qualifizierte Schornsteinfachfirmen. Selber machen lohnt in diesem Fall, besonders mit Hinblick auf die Haftungsfrage, nicht!



Vielen Dank



für Eure Antworten!

Ich werde auf jeden Fall auch erst mal den lokalen Schorni befragen und dann weitere Maßnahmen ergreifen..



Wenn die Schale noch in Ordnung ist,



kann man z.B. mit Schamotte verpressen, was der Schornsteinsanierer macht, sowie Kopf neu mauern. Unverbindliches Angebot machen lassen. Mehrere Meinungen
anhören, nicht nur vom Schornsteinfeger.



Versottung



Hallo!!
Der Grund für Ihren bröseligen Mörtel, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an Versottung.
Im Kaltbereich, vorwiegend Dachraum und über Dach kondensierte über Jahre der enthaltene Wasserdampf des Abgases an der Wange, weil der Taupunkt unterschritten wurde.
Schweflige Bestandteile im Abgas bildeten zusammen mit dem Kondensat schweflige Säure, welchen den Kalkmörtel zersetzte.

Folglich ist es nicht mit einer Fugensanierung getan, sondern es sollte bis zum gesunden Material abgetragen und neu aufgemauert werden.
Anschließend den Querschnitt über ein Rohr mit evtl. Dämmmantel vermindern, um eine langfristige Funktion zu gewährleisten und die Wangentemperatur bis zur Mündung so hoch wie möglich zu halten.

Gruß



Was ein Unsinn



Ich denke, der Bauherr geht den einzig richtigen Weg!

@alteshaus
Sorry, aber so einen Unfug habe ich schon jahrelang nirgendwo mehr gelesen. Mit Schamotte kann man nichts verpressen. Schamotte sind werksmäßig gebrannte Ton-Teile. Das von Ihnen sicherlich gemeinte Verfahren ist ein Auszugverfahren mit Leichtbetonmasse und wird heute nur noch sehr selten angewendet (ist genau genommen Pfusch). Die Meinungen von weiteren ,,Fachleuten" interessieren in diesem Fall auch nicht. Das hat der Bauherr mit dem zuständigen Schornsteinfeger zu entscheiden. Er (und NUR ER) muss die sichere Benutzbarkeit gegenüber der Bauherrschaft bescheinigen und da hilft kein Halbwissen aus dem Netz!



Nefton



Sehr geehrter Vorredner.

Ich hoffe mit den "Fachleuten" und dem Halbwissen bezogen sie sich nicht auf mich, denn das wäre respektlos.
Guter Mann, wenn der Schornstein aus allen Ritzen pfeift müssen sie mir mal einen aus der Kaminkehrerzunft zeigen der dies absegnet.
Meine Argumentation ist kein Halbwissen aus dem Netz sondern fundiert und richtig, was Versottung angeht.
Was den Kollegen mit der Schamottemasse angeht ist wieder eine andere Sache. Er hat zudem nur einen Vorschlag gemacht, was ganz abwägig nicht ist, zumindest technisch.
Es gibt heute natürlich bessere Verfahren.
Aber auch dies, sollten sie den Bauherrn entscheiden lassen und nicht andere Leute dumm anmachen.



Nefton



Sicher wissen Sie, dass Keramikrohr, oder Edelstahlrohr nicht zulässig ist, wenn die Schale kein F90 mehr bietet, was in diesem Fall durchaus möglich ist.

Was sie als Besserwisser als veraltet halten, ist heute immer noch eine gute Alternative, um eine ausreichende Wandstärke wiederherzustellen.

Der Inhalt Ihres Geschreibsels ist genauso wertvoll wie Ihr Umgangston: Veraltet, überheblich, falsch und unerwünscht.



Richtigstellung



Sehr geehrter Herr Hättich,

mein letzter Kommentar bezog sich nicht auf Ihre Aussage, die soweit auch fachlich korrekt ist. Diese Beurteilung steht mir als Sachverständiger mit dem hier passenden Meisterbrief durchaus zu.
Sie bezog sich vielmehr auf den fachlich falschen Kommentar sowie die unpassende Stimmungsmache von alteshaus. Das Niveau dieses Herren (oder dieser Dame) ist sehr schön am letzten Post abzulesen.
Hier geht es darum Bauherren zu helfen und nicht ihn mit Flaschaussagen zu verunsichern. Wenn man nicht kritikfähg ist und über das notwendige Fachwissen verfügt, dann sollte man sich nicht in einem öffentlichen Forum äußern.



Schornsteinkopf



@ Jürgen


"Was den Kollegen mit der Schamottemasse angeht ist wieder eine andere Sache. Er hat zudem nur einen Vorschlag gemacht, was ganz abwägig nicht ist, zumindest technisch."


Nur zur Info, um den Schornstein mit Beton auszuspritzen, muß dieser erst ausgefräst werden. Und spätestens dann bricht diese Ruine zusammen...



Andreas



Fräsen??



@ Andreas

Seit wann muß man bei einer Querschnittsverminderung gefräst werden??
Ich glaube sie verwechseln da was.
Dieser versottete Schornstein braucht einen kleineren, nicht einen größeren Querschnitt.
Dabei kann das Verfüllverfahren sehr wohl angewandt werden.
Bitte meine Aussagen richtig lesen.
Ich habe oben dieses Verfahren nicht empfohlen, sondern die Argumentation kritisiert.

Gruß



Schornsteinkopf



@ Jürgen


Ich weiß, daß Du das kritisiert hast. Und ich hab noch mal in diese Kerbe geschlagen.


Ich hatte vor Jahren mal über eine solche "Sanierung" nachgedacht. Die begutachtende Firma hat genau so geplant: ausfräsen, dann mit Schleuderbeton ausfüllen bis zur Querschnittsverringerung. Sonst hast Du bei 160mm auf 140 mm nur 10mm Schale (Pfusch ist noch ein harmloser Ausdruck dafür)

Beim ausfräsen wird Ruß und Glanzruß entfernt, damit der Beton sauber mit dem Mauerwerk verbindet. Allerdings verstärkt das Wasser im Beton noch den "Durchschlag".

Hab dann abgebrochen und neu aufgebaut, die beste Idee und fast gleich teuer...und ohne Bruchgefahr.



Andreas