Sandsteinaußenmauer an einer stark befahrenen Straße neu verfugen und vor Straßenwasser schützen

06.07.2005



Ich arbeitet mich schon durch eine Anzahl von Beiträge zu diesem Thema und bin nun total verwirrt !

Mein Problem: Wir wohnen an einer sehr stark befahrenen Durchgangsstraße in einem Dorf mit 40cm Bordstein. Durch Erschütterungen und starken Spritzwasser wird die Sandsteinmauer sehr in Mitleidenschaft gezogen. Der Sandstein bröselt stark und die Mörtel oder Zementfugen (sieht mir nach Zementfugen aus) brechen heraus. Auch bei der Haustür wurde im Bereich des Sandsteins ein Zementmörtel verwendet der stark sandet und rieselt.

Ich würde gerne folgende Arbeiten vornehmen:
1. Ausbesserung der Fugen bzw. neu verfugen. Frage: Welches Fugenmaterial (Kalkputz, Zementmörtel etc.) nehme ich nun hierfür ?
2. Festigung des Sandsteins durch einen flüssigen "Fassaden-Schutz". Es gibt im Bauhandel verschiedene flüssige Mittel um Mauerwerk (auch Sandstein)zum einen zu festigen und zum anderen gegen Regen zu schützen. Diese Mittel sollen gleichzeitig luftdurchlässig sein (z.B. Fassadenschutz von der Firma MEM). Gibt es brauchbare Mittel oder wie kann man den Sandstein vor diesen Witterungseinflüssen sowie Verkehrsstrapazen schützen ?

Für Hilfen bin ich sehr dankbar !



Nur reinen Luftkalkmörtel zum Verfugen!



Grund: Der macht aufgrund besserer Trocknungsfähigkeit und geringerer Wärmedehnung das Mauerwerk nicht kaputt. Bei Überlastung durch Straßensalz und Feuchte opfert er nur sich, nicht die Steine, und kann leicht repariert werden.

Festigung bildet dichte Krusten und wird deswegen oft den Stein sehr stark schädigen. Besser: Kalktünche als Opferschicht. So bleiben unsere Dome über Jahrhunderte bestens geschützt - Anstrichpflege vorausgesetzt. Erst durch Freilegung ab dem 19. Jh. und moderne Chemiesuppen kamen sie in den desolaten Zustand wie heute. Details und entsprechende Schadensbilder: www.konrad-fischer-info.de/29bausto.htm



Die Kalktünche ist farbig



davon gehe ich mal als Laie aus. Wir haben aber die Sandsteine in Naturform (ohne Putz oder Farbe) als Mauerwerk.

Ich habe mir vorgestellt, die schadhaften Fugen auszubessern und die Fugen generell etwas besser zu machen (auch optiosch)und anschließend einen flüssigen, klaren Schutz aufs Mauerwerk aufzubringen. Ein Schutz, der zum einen den Stein atmen lässt, aber zum anderen eine Schutz vor dem Spritzwasser und Salzeinsatz im Winter bringt.



Man kann nicht immer alles haben, das ist eine alte Binsenweisheit,



die auch beim Altbau stimmt. Also entweder Geschmack und Haus kaputtsanieren oder konstruktiver Schutz.

Dennoch noch eine Alternative: Am Bremer Rathaus haben wir uns eine farblose Kalksinterbrühe gemischt, die bei absandelnden Sandsteinoberflächen eine Festigung erbrachte, die keine Gefahr für den Stein darstellte und die Kornbindung doch verbessern konnte. Mußte aber ganz schon oft (da "dünnflüssig" und mit geringem Bindemittelanteil) aufgetragen werden. Dafür dann sehr tiefes Eindringen und Vermeidung jeglicher Krustenbildung.

Die Chemiefestigung der vorherigen Sanierung hatte dafür umfangreichte Abschuppungen der teils künstlerisch hochwertigen Sandsteinoberflächen (Skulpturen!) hervorgerufen, führte also zu grauenhaften Schäden.



Luftkalkmörtel



schließe mich der Meinung von Herrn Fischer voll und ganz an.
Zum Verfugen würde ich Luftkalkmörtel PS20 oder 50 einseten ,
Der ist zudem Frostbeständig,.
Bei Bedarf könnte ich Ihnen ein Angebot erstellen.
Mfg Peter Schneider



Sandsteinsockel Sanierung



Sehr geehrter Herr Hitziger,

eine ähnlich gelagerte Sandsteinsockelsanierung führen wir derzeit im Raum Heilbronn mit aerodurit 2010 aus.

Anschauen und Fragen stellen,

mit besten Grüßen
a. Burkhardt