Suche Tips zum verfugen eines Gewölbekellers aus Natursteinen

25.05.2011



Hallo Zusammen,

unter meinem Haus befindet sich ein Gewölbekeller. Das genaue Alter kann ich nicht sagen, aber im Eingangsbereich steht etwas von 1780 in den Stein gehauen. Das Haus wurde darauf gewissermaßen sorgfältig neu auf altem Grundriss wieder aufgebaut, der Keller ist dagegen noch recht ursprünglich. Ich suche nun Rat beim aufwerten des Kellers, konkret zum ausfugen.

Hier nun ein paar Details zum Gewölbe. Es handelt sich genau gesagt um zwei Gewölbe, die T-förmig verbunden sind. Größe jeweils ca. 6x3m, Lüftungsöffnungen nach außen. Bodentiefe ungefähr 1m bzw. 1,40m unter Gelände. Stehhöhe in der vorderen Tonne 2m, hintere Tonne 1,7m. Boden ursprünglich Stampflehm, ich denke mal zur Lebensmittellagerung genutzt. Wir haben in beiden Tonnen 40cm ausgekoffert, um auf die jetzigen Stehhöhen zu kommen. Es gibt auch einen direkten Aufgang ins Haus, den habe ich aber nach dem ersten Winter verschlossen. Zuviel aufsteigende Feuchtigkeit und Erd/Modergeruch:-)
Das Raumklima ist sehr feucht, besonders im Winter. Man sieht die Feuchtigkeit sowohl an den Wänden als auch auf dem Pflaster. Das ist nicht schön aber noch ok. Durch die hintere Tonne floss früher wahrscheinlich Grundwasser, ein Auslauf führt unter der Mauer der hinteren Tonne nach außen. Aktuell stößt man aber erst beim weiteren graben 15cm unter Boden auf Wasser. Die Tonne ist mit Natursteinen gesetzt, verfugt mit Lehm(?). Die Fugen liegen mittlerweile sehr tief (teilw. 10cm) frei und bröseln weiter aus. Man erkennt deutlich Salzbelag, gerade im an den Seitenwänden. Das kann man auch auf dem Bild erkennen. Statisch sieht alles gut aus.
In der vorderen Tonne haben wir mittlerweile Split eingebracht und darauf dann Granitpflaster gelegt, die hintere Tonne soll bleiben wie sie ist. Kann man aufgrund der geringen Stehhöhe ohnehin nicht vernünftig nutzen.

Um den Gewölbekeller nun auch ab und an mal nutzen zu können ohne vollgerieselt zu werden, möchte ich gern verfugen. Gibt es Tips zur Vorgehensweise und zum Material? Ich hatte eigentlich Trass-Mörtel im Hinterkopf, damit wurde seinerzeit auch unser Hof-Steintor verfugt.
Leider kann ich mich nicht mehr genau an die Materialbezeichnung erinnern. Falls jemand Erfahrung mit dem verfugen hat würde ich mich auch über eine Schätzung zu Zeit/Material/Aufwand freuen. Ich versuch die zu erwartenden Aufwände zu schätzen…


Vielen Dank,
Andy



Keller verfugen



Ich empfehle Ihnen einen einfachen Luftkalkmörtel zu nehmen.
Klassisches Verfugen mit steifem Mörtel, Brett und Fugeisen ist hier bei den großen Fugen nicht angebracht.
Ich schlage Ihnen folgende Vorgehensweise vor:
- Abdecken des Fußbodens mit Malervlies,
- reinigen, abkehren, Fugen von losem Material säubern,
- Ausdrücken der großen Fehlstellen mit steifem Kalkmörtel und Ziegelsteinstücken,
- auswerfen der Fugen mit Kalkputz, verstreichen mit dem Kellenrücken,
- nach dem Anziehen verschlichten mit Wasser und einem Annetzer bzw. Malerbürste,
- nach dem Antrocknen Streichen mit Kalkschlämpe (Weißkalkhydrat in Wasser aufgerührt).

Tragen Sie unbedingt eine Schutzbrille und Schutzkleidung.
Den Kalkmörtel/Putz können Sie selber mischen aus Sand 0-2 und Weißkalkhydrat CL 90.

Viele Grüße





Vielen Dank für die hilfreichen Tips. Ich habe noch eine Frage zum farblichen Erscheinungsbild des Mörtels bzw. der Kalkschlämpe.

Bleibt damit die ursprüngliche Steinfarbe des Materials erhalten, oder resultiert daraus dann ein weiss eingefärbter Keller?



Keller verfugen



Zuerst wird er weiß, dann werden die Steinablagerungen beginnen langsam durchzufärben. Außerdem ist der Kalk nicht völlig deckend. Wenn Sie die Farbe nicht mögen, lassen Sie den Kalk eben weg.

Viele Grüße



Schöner Keller



funktioniert die Ableitung von Wasser nach aussen noch? Sonst staut sich u. U. die Nässe.



Einputzen und ausreiben statt verfugen?



Hallo,

ja, die Wasserableitung funktioniert noch. Ausserdem ist auch eine Basis-Querlüftung über Öffnungen in den Seitenwänden möglich. Den Versuch diese mit einem Lüfter zu unterstützen habe ich jedoch aufgegeben. Das ist wie Wasser auf die Mühlen gießen.
Es kommt gerade in der kalten Jahreszeit immer wieder Feuchtigkeit nach.

Man sieht auf den Fotos ja auch wie auf dem Boden das rausgerieselte Fugenmaterial liegt.

Um mir die Arbeit des verfugens zu sparen habe ich überlegt das Gewölbe mit Trassmörtel einputzen und die Steine wieder rauszureiben zu lassen. Ist das eine gängige Variante?



Fertig!



Hallo, ich wollte mich nochmal bedanken und mit dem Ergebnis zurückmelden. Es ist vollbracht.
Verwendet wurde ein Maxit Trasskalkmoertel. Dauer mit 1,5 geübten Personen: 1Tag Fugen auskratzen, 3,5Tage verfugen.