Klinker mit Lehm verfugen

02.08.2010



Hallo, ich bin gerade dabei in meinem Haus Klinker in einem Lehmbett zu verlegen. Mir wurde gesagt das ich die Fugen so gering wie möglich halten soll. (ca.3-8mm)Die Fugen möchte ich mit erfeuchtem Lehm füllen. Kann mir jemand einen guten Tipp geben mit welchem Werkzeug ich die Fugen stopfen kann?
Wie versiegele ich die Fugen ohne das die Diffusionsoffenheit darunter leidet?





Hallo,

zum verfugen sollten sich Fugenkellen am besten eignen.
Wenn der Lehm trocken ist kann die gesamte Oberfläche mit Leinöl gestrichen werden, so ist sie wasserabweisend aber diffusionsoffen.

Grüße aus Schönebeck





Hallo nach Schönebeck, vielen Dank für den Tipp.
Gibt es die Fugenkellen für verschiedene Fugenbreiten?



Verfugen



In eine Fuge von nur ein paar mm Breite erdfeuchten Lehm zu kriegen ist so gut wie unmöglich. So was kann man nur einschlämmen (geht nicht wegen dem Lehmbett) oder trocken als Pulver einfegen und dann vorsichtig nässen.
Wieso haben Sie keinen Kalk- bzw. Kalkzementmörtel als Dickbett genommen?

Viele Grüße



Verfugen



Ich habe mich für das Lehmbett entschieden, weil ich a) noch Lehm zur Verfügung habe und mir keinen Kalkmörtel kaufen muß, b) Lehm Haut freundlicher ist und c) denke ich ist es besser mit einem Material zu arbeiten.
Naja und sollte mal ein Stein kaputt gehen oder ähnliches, ist eine Reparatur einfach zu erledigen.

Gruß aus Brandenburg



Boden ausfugen



Tja, dann müssen Sie damit leben.
Entweder Sie fegen Lehmpulver in die Fugen und schlämmen die Fugen dann vorsichtig mit Wasser ein (nicht zuviel!) oder Sie verwenden statt Lehmpulver Trockenmörtel (P I oder P II).
Bei beiden Varianten ein paar Wochen gut Lüften und heizen, damit das Lehmbett wieder fest wird.
Ich würde die letztere Variante vorziehen, sonst wird der Lehmverstrich bei jedem Fegen weniger.
Wischen wird bei der rauhen, unebenen Oberfläche ohnehin nicht möglich sein.

Viele Grüße



Trockenmörtel



Vielen Dank,ich glaube ich werde auch den Trockenmörtel mal ausprobieren.

Viele Grüße



Neben Leinöl gibt es für die Oberfläche auch noch...



... ein Klinkeröl von Natural.

Dieses hat neben dem Leinöl noch Naturharze für einen Oberflächenschutz und trocknet schneller.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Klinkeröl von Natural-Farben.de



Hallo, können sie mir sagen ob es günstiger ist die Steine vor dem Verfugen mit dem Klinkeröl zu behandeln?

Die Fugen möchte ich mit Lehm füllen. Kann ich das Klinkeröl auch für die Lehmfugen nehmen?

Gruss aus Brandenburg Volkmar



Das Klinkeröl würde ich nach dem Verfugen...



... verwenden und es kann auch über die ausgefüllten Fugen gezogen werden. Allerdings würde ich dabei aufpassen, dass nicht zuviel Öl in unausgefüllten Fugen abgeht.

Das Öl wird dünn aufgezogen und erst nach einer Trocknungszeit von mindestens 12 Stunden folgt ein zweiter Auftrag. Dadurch wird verhindert, dass zuviel Öl in das Material eindringt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das Klinkeröl würde ich nach dem Verfugen...



Dadurch das ich die Klinker geviertelt habe sind die Flächen der Steine zwar glatt, doch die Oberfläche ist ziemlich offenporig. Auf dem ersten Bild im Beitrag (siehe oben) sehen die Klinker sauber aus. Nach dem Verfugen habe ich das Problem das die Klinker staubig wirken. Ich habe wie ein Guppi geputzt und gewienert und so richtig bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Hat jemand eine Idee wie das Problem zu lösen ist?





Hallo Volkmar,

wenn es richtig chic werden soll lassen Sie sich das von einem Estrichleger vor dem Ölen schleifen.


Grüße aus Schönebeck

PS.
Sieht aber schon gut aus.



Fußboden



Nehmen Sie das Ergebnis so wie es ist.
Alles andere wird teurer und das Bild nicht verbessern, inklusive Ölen.
Sie können aus einem alten Trabi keinen Porsche herauswienern.
Wenn Sie einen glatten, wischbaren, ebenen Bodenbelag haben wollen dann geht das mit dem Material eben nicht.

Viele Grüße





Nach viereinhalb monatiger Arbeit, möchte ich mich bei allen für ihre Ratschläge bedanken. Beim Verfugen haben wir uns so gut eingearbeitet das ein Abschleifen nicht mehr nötig war. Hier ein paar Bilder.



Welche Nutzung...



...bekommt der Raum?

Bei Ihrer Variante hätte ich Bauchschmerzen und auch der Aufwand wäre mir zum Ergebnis hin betrachtet eher unrealistisch.
Wer brachte Sie auf diese Idee?



Welche Nutzung



Der Raum wird als Wohnraum genutzt. Nun der Aufwand ist natürlich beträchtlich,doch das wußte ich vorher und habe mich darauf eingestellt. Die Arbeit habe ich mir,für mich und meine Familie gemacht, das ist schon in Ordnung. Einen ähnlichen Fußboden habe ich in einer Scheune die als Wohnhaus ausgebaut wurde gesehen. Ich hatte nur Probleme die Steine abzuschleifen. Ich habe ein wenig herum experimentiert und habe das Schneiden der Steine als für mich beste Lösung gesehen. Ich bin allerdings trotzdem froh endlich fertig zu sein.
Auf dem beiliegenden Bild handelt es sich um den Schlafzimmerboden.



Sieht Klasse aus !!!



Hallo Volkmar,
wir haben auch in einem Schlafraum Pflasterklinker (rot vglb. Röben ) verlegt, allerdings auf Betonplatte , dann Sandbett und Fugen nur eingefegt. Der Grund waren häufige Überschwemmungen des Türeingangsbereiches, die sich nicht endgültig verhindern ließen, und der damit verbundenen Notwendigkeit einen schnell trocknenden und im Notfall auch mal stellenweise hochnehmbaren Boden zu verlegen. Dies funktioniert nun schon seit bald 10 jahren ausgezeichnet. Leider haben sich die Steine als schlecht zu reinigen herausgestellt und an den typischen Laufstellen wäre eine gründliche Reinigung erforderlich. Hier nun meine Frage : Wirkt bei euch das Klinkeröl - d.h. ist die Offenporigkeit der Steine reduziert und dringt weniger Schmutz ein ?Bleibt dabei aber die Eigenschaft der leichten Durchtrocknung nach Nässeeinbruch erhalten ? Dann würde ich glatt auch eine "Guppireinigungsorgie" :)veranstalten und anschließend Ölen.
Aus dem nördlichen Brandenburg (OHV)
anna



Klinkeröl oder Steinöl



Normaler Weise verwenden wir das Klinkeröl. Es ist nicht schichtbildend, zieht tief ein, verfestigt und wirkt wasserabweisend. Dennoch bleibt die Offenporigkeit bestehen.

Das Steinöl härtet dagegen schichtbildend aus. Es kann also Poren füllen und bis zu einer glatten, dann auch glänzenden Oberfläche führen.

Ich würde beides mal testen und dann entscheiden, was für Eure Anwendung taugen kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Klinkerbelag



Liebe Anna,
ich verstehe nicht, was hinter Eurem Konstrukt für ein Plan steckt.
Pflasterklinker ist erst einmal eine bessere Wahl als Vollziegel bzw. Backsteine aus dem Abbruch zu verwenden. Sie sind viel weniger porös, nicht mit Salzen befrachtet und Ihre Lauffläche ist glatt.
Was ich nicht verstehe ist die Verlegung im Sandbett mit Sandfugen auf Beton.
So was macht man draußen auf einer mineralischen, gut durchlässigen Tragschicht; eindringendes Wasser läuft schnell nach unten durch diese Tragschicht ab.
Ihr habt aber Beton, einlaufendes Wasser verteilt sich schnell in der Sandbettung, kann aber nicht nach unten ablaufen, der Beton ist dicht.
Anscheinend mögt Ihr das hineinlaufende Wasser so sehr, das Ihr es in Eure Sandbettung einlagert um so länger was von der Feuchtigkeit zu haben.
Bei einer üblichen Verlegung im Dickbett mit MG II oder in Kalkschlag würde bei einer Überschwemmung nur ein Bruchteil von Wasser in die Fugen dringen und schnell wieder verdunsten. Außerdem läßt sich die Oberfläche besser plan verlegen und dann natürlich auch besser sauberhalten, sogar ohne Ölen.

Viele Grüße

p.s. Ein professionell verlegter Cottoboden in einem italienischen Schlafzimmer- das zum Thema sauberhalten



Klinkerpflaster



Hier noch ein Bild von einem Küchenfußboden nach einigen Jahrzehnten im Gebrauch.



Hallo Herr Bötcher,



entstanden ist der "Plan" aus der Not.
In dem Raum ist eine Betonbodenplatte. Darauf hatten wir beim 1. Versuch Folie, 50mm Styropor und 22er Spanplatte darauf Teppich verlegt. Bei einem der nächsten stärkeren Regenfälle zeigte es sich das unser Schlafzimmer durch Straßenfehlplanung sich zu einer Regenwassersammelstelle entwickelte.:(( Also: Alles raus, trocknen, warten, Mauer bauen, Wasser großflächig ableiten, warten .- nach einem Jahr Trockenheit neuer Fußbodenaufbau: Folie, Styrodur 22er Spanplatte, Laminat. Etwa 4 Wochen später gab es Starkregen und das Dilemma begann von vorne. Also Alles raus, trocknen, warten und dann als Versuch Sand aus Nachbars Grube und Pflasterklinker rein und warten. Seitdem wurde der Raum noch einmal stärker und mehrmals nur leicht "gewässert" - Trocknung funktioniert . Seit 3 Jahren kommt gar kein Wasser mehr in den Raum, der Straßenbaufehler ist beseitigt, die Terrasse zusätzlich noch übderdacht und wir überlegen nun, ob man den Boden etwas aufhübschen kann ohne einen Riesenaufwand zu treiben.
Daher wären wir an einem Erfahrungsbericht für das Klinkeröl interessiert.
Vielen Dank für die Mitteilungen.
anna



Fußbodenaufbau



Wenn kein Wassereinbruch mehr droht, dann können Sie einen normalen gedämmten Fußbodenaufbau verwenden.
Aber bitte nicht wieder Styropor und Spanplatten!

Viele Grüße



Spanplatte ???



Nie wieder. Das war ein auch durch Wiederholung nicht besser werdender Anfängerfehler :)
An den Fußboden haben wir uns eigentlich ganz gut gewöhnt. Wir bewohnen das Haus nur im Sommer und da sind kühle Füße durch die fehlende Dämmung eher angenehm. Es geht wirklich nur um die Optik und leichtere Pflegbarkeit des Bodens.
Werden dann mal an einigen Probesteinen das Klinkeröl testen.
Vielen Dank
anna



Klinkeröl



Hallo Anna, ich habe das Klinkeröl ausprobiert und bin nicht ganz mmit dem Ergebnis zufrieden. Der Boden bleibz offenporig und die Steine erhalten durch das Klinkeröl eine schöne Färbung, doch die Steine sind nicht das Problem, denn die Fugen sind schon etwas anfällig für unseren Staubsauger. Die rotierende Bürste ist ziemlich aggressiv. Wir fegen jetzt nur noch den Steinfussboden. Ich muss mal schauen wie ich im Frühjahr Zeit habe, denn ich möchte mal an einigen Steinen mit Hartöl und Korköl experimentieren bevor ich vieleicht im Sommer noch einmal eine Lage streiche. Gruss Volkmar