Frage an die Ziegelmauerwerk-Experten

28.02.2010



Hallo!

Lese oft in Eurem Forum, und darf feststellen, dass die Antworten und Ratschläge ziemlich fachmännisch sind.
Auch der gute Umgangston ist hier hervorzuheben (verglichen mit anderen Plattformen...)

Hier meine Frage an Euch:

Altbausanierung Bj 1952
Ziegelmauerwerk im Keller wurde bereits sandgestrahlt
Kellerboden liegt 1,6m unter Gartenniveau

Wie kann ich die Kellerwände innen behandeln, damit der (bröselige) Mörtel nicht im Laufe der Jahre verschwindet?
Ganz wichtig: Die Kellerwände sollen nach der Behandlung diffunsionsoffen bleiben!
Damit erwarte ich mir, dass eventuelle Feuchtigkeit bereits im Keller aus dem Mauerwerk austreten kann, und nicht weiter ins Erdgeschoß aufsteigen kann.

Die Optik unserer Kellerwände ist uns nicht wichtig, da es ein echter "Heizungs- und Installationskeller" ist.
Wäre also egal, ob verputzt oder gemalt oder im roten Ziegellook.

Habe es schon mit reinem Kalkputz versucht.
Ist zeitaufwändig und eigentlich übertrieben, da wir ja keine "glatten, schönen" Wände brauchen.

Gibt es einen "Fixierer" für bröseligen Mörtel?
Oder eine Kalkfarbe, welche auch gleichzeitig das Bröseln beendet?

Mit bestem Dank und lieben Grüßen aus Wien
Martin Schmachtel





Hallo,

die Fugen müssen schon geschlossen werden.
Wenn das klassische Ausfugen zu lange dauert nehmen Sie einen Glätter und ziehen die Fugen ganzflächig mit Kalkmörtel zu, wenn es angezogen hat abpinseln, und gut.
Wenn gestrichen werden soll am besten nur mit Kalkfarbe.

Grüße aus Schönebeck



Fugen



Hallo Martin


Ich schließe mich dem Vorredner an.

Ich hab bei mir im Keller den Putz runter, dann Trasit Plus aufgespritzt und dann einfach mit Malerquast breitgestrichen. Alle Fugen waren hinterher bröselfrei und die Fläche ordentlich glatt, ohne grade zu sein...



Andreas



Kellerverputz



Zuerst muß der alte, lose Mörtel aus den Fugen, bis max. etwa 1 cm Tiefe.
Statt den Mörtel aufzutragen empfehle ich das Anwerfen mit der Kelle. So schließen sich die Hohlräume und der neue Mörtel krallt sich besser in die Fugenflanken.
Dann mit dem Glätter bzw. dem Kellenrücken verstreichen und nach dem Anziehen mit dem Annetzer verschlichten- der klassische Pinselputz.
Wenn der Putz nach ein paar Stunden angezogen ist, können Sie mit einer Kalkschlämpe streichen.

Viele Grüße



Flächensperre



Hallo Martin,

ich kann Dir nur empfehlen eine Porofin Flächensperre einzubauen. Dem Mauerwerk wird kurz gesagt das aufsaugen von Wasser abgewöhnt, die Baustoffporen verlieren gerade mal ca. 4% von ihrem Durchmesser. Am Welterbe Klosterkirche Sergijeva (1631) hält diese Hydrophobierung einen Wasserdruck von 5,5 m Wassersäule an der Hangmauer stand.

Infos findest Du hier:

http://porofin.de/Infomappe_A4.pdf

Das Bild zeigt diese im Verpressverfahren mit Packer in der Kathedrale von Lutsk (1752 Ukraine), diese ist jedoch auch Drucklos auszuführen.

Gruß Ralf



Oh warte,



wieder mal eine absurdes “Naturgesetz” des Ralf Dieter.

"...die Baustoffporen verlieren gerade mal ca. 4% von ihrem Durchmesser. Am Welterbe Klosterkirche Sergijeva (1631) hält diese Hydrophobierung einen Wasserdruck von 5,5 m Wassersäule an der Hangmauer stand."

Wie kann man nur soviel Nonsens schreiben.
Das Bild, ein Druckwasserschaden ohne gleichen.

Martin, das Zeug soll jaaaaa so gut sein, das, wenn Sie es im Süden in die Elbe werfen alle Häuser bis Hamburg selbst hydrophobierend trocknen. Umweltfreundlich versteht sich, obwohl, oder weil??? keiner weis was drin ist.


Grüße aus Schönebeck



@Struve



... mal wieder nichts als Pöbellein und auch nichts dahinter.

Wenn Sie sich hier äußern, sollte es schon was konstruktives für den Martin sein und kein altweibisches gezänk. Nur weil Sie mit Ihren Plastikplatten und Sägen nicht weiterkommen dürfen andere das auch nicht. Versuchen Sie es mal mit Mäßigung und bitte, kein Neid.

Hallo Martin, dass Bild zeigt die Flächensperre mit Porofin Flaschen. 25 cm senkrecht wie waagerecht im Schachbrettformat gebohrt. Das Sperrsystem hält nun seit 1967 wie beschrieben. So eine Flächensperre baue ich gerade ein, diese gewinnt immer mehr an beliebtheit wegen ihrer sicheren und bauphysikalisch richtigen Wirkung. Nach dem Austrocknen kann die Wand mit Kalkzementputz geputzt werden, keine Zementsperrputze wie es die Wasserverdicker und Silikonat Injekteure gerne tun.

Gruß Ralf





Herr Rupnow,


---“Wenn Sie sich hier äußern, sollte es schon was konstruktives für den Martin sein”---

Genau so soll es sein, darum ist es auch äußerst zweckmäßig, sich vor dem posten mal die Frage durchzulesen, das vergessen Sie gelegentlich.
Wenn im Text ein Wort mit -- f -- anfängt sehen sie rot.

Für die Sanierung von trockenen Wänden sind Sie, wie man Ihrem Fotos entnehmen kann, der Experte.

Grüße aus Schönebeck





Hallo Martin,

wenn es denn soweit alles recht trocken ist würde ich es so machen wie von Herrn Böttcher beschrieben und das Gefüge nach den Reinigen der Fugen mit Kalkmörtel auswerfen und abziehen, bei Bedarf schlämmen wenn optisch gewünscht.
Das kostet kaum etwas und ist für einen Keller im Normalfall ausreichend.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ich habe meine Lösung



Liebe Leute!

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

An Euren Meinungen kann/muß ich erkennen, dass das Verputzen mit Kalk die beste Vorgangsweise zur Stabilisierung der bröseligen Mörtelfugen ist.

Habe heute mit der technischen Beratung eines Farbenherstellers gesprochen.
Seine Meinung ist der Eurigen ähnlich.
Allerdings meinte er auch, dass ein gut aufgebauter Kalkanstrich mit entsprechender Grundierung (natürlich auch "offen") eine mögliche Alternative wäre.

Trotz aller Eurer Hinweise werde ich den Kalkanstrich probieren.
Aus Zeitmangel, aber auch weil ich "mein" Mauerwerk kenne und diesem vertrauen will/muß.
Kann nur hoffen, es hält...
Und wenn dort und da sich im Lauf der Jahre der Mörtel löst, habe ich Pech gehabt.

Blöd wär nur, wenns gar nicht funktioniert und alles "runterfällt". Dann kann ich ja stellenweise den Kalkmörtel auftragen. Glaube ich aber nicht.

Nochmals vielen Dank, schönen Tag wünscht
Martin Schmachtel



@Martin



... ein Tipp zum Schluß, immer erst die Ursache ermitteln und diese gezielt beseitigen.

Nur Kalk reinschmieren ist eine tolle Kosmetik doch ist hier die Ursache, der kapillare Wassertransport der den Kalk (Bindemittel) gelöst hat, nicht unterbrochen. Eine so billige und einfache Behandlung kann letztendlich teurer werden und nicht zu den gewünschten Ergebnis führen.

@Struve, Ihr Pöbelein sind hier absolut ungefragt. Warum Sie Ihre Baustellenmanieren immer mit nach Fachwerk.de nehmen sollten Sie vielleicht mal im eigenen Forum erklären, aber vielleicht haben Sie ja gerade keine Baustelle.

Mit Gruß, Ralf.





Herr Rupnow,

vergleichen Sie mal Ihre Umgangsformen mit meinen.



Grüße aus Schönebeck



@Struve



... es lohnt sich nicht, meine Zeit ist viel zu kostbar um mich mit Ihren "Umgangsformen" zu beschäftigen.

So Herr Struve, muss mal wieder auf meine Baustelle.

Und Tschüß



Habs doch mit Kalkmörtel gemacht



Hallo!

Wider meiner Ankündigung habe ich die Kellerwände nach Euren Tipps dann doch mit Kalkmörtel verputzt (anstatt nur mit Farbe gekalkt).

Ging recht schnell und problemlos, hoffentlich hälts...;-)

Naja, die Oberfläche ist nicht ganz so hübsch geworden, aber egal, ist nur ein Heizungskeller.

Nochmals vielen Dank für Eure Anleitungen, schönen Sonntag wünscht Martin Schmachtel aus Wien



Voruntersuchungen



Sehr geehrter Herr Struve,

herzlichen Dank für diesen Satz: ... ein Tipp zum Schluß, immer erst die Ursache ermitteln und diese gezielt beseitigen.

Hiermit haben Sie den Daumen in die größte Wunde der gesamten Bautenschutzbranche gelegt. Hierin schließe ich die meisten Architekten gleich einmal mit ein!

Einige Beispiele: Anleitung u. Hinweise zur Erfordernis der Bauwerksdiagnostik

WTA Merkblatt 4-5-99/D Beurteilung von Mauerwerk – Mauerwerksdiagnostik
WTA Merkblatt 4-6-05/D Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile
WTA Merkblatt 4-9-04/D Sanierputzsysteme
WTA Merkblatt 4-11-02/D Messung der Feuchte von mineralischen Baustoffen

DIN V 18550 Putze u. Putzsysteme- Ausführung

Industrieverband WerkMörtel e.V. / Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton – Grundlagen für die Planung,Gestaltung und Ausführung

Grundsätzlich müssen sich die notwendigen Bauleistungen nach den objektiv erforderlichen Notwendigkeiten richten. Daher sind grundsätzlich vor der Einleitung von baulichen Maßnahmen bauwerksdiagnostische Leistungen zu erbringen.

Hierzu gibt es in Deutschland ein höchstrichterliches Urteil. (OLG Hamm). Erst eine systematische Ursachenanalyse kann diejenigen Ursachen herausarbeiten, die für den gegenwärtigen Zustand verantwortlich sind. Durch die Methoden der Bauwerksdiagnostik sollen die Ursachen gefunden werden.

Einige Urteile der Vergangenheit:

Bauvertrag - Haftung für technisch einwandfreie, aber sinnlose Werkleistung?
OLG Celle, Urteil vom 20.05.2009 - 14 U 22/09

Eine technisch einwandfrei durchgeführte Sanierungsmaßnahme (hier: Reparatur einer Horizontalsperre zur Behebung eines Feuchtigkeitsaustritts in einer Hauswand) ist auch dann mangelhaft, wenn sie von Anfang an nicht geeignet war, den festgestellten Schaden zu beheben und ein mit der Durchführung der Sanierung beauftragter Fachmann dies auch erkennen konnte.*)

Bauvertrag - Bauüberwachung bei Abdichtungsarbeiten
OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.04.2005 - 23 U 157/04

Hat der Bauunternehmer Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, die Güte und Brauchbarkeit der vom Auftraggeber gelieferten Stoffe oder Bauteile oder gegen die Leistungen anderer Unternehmer, so muss er dies unverzüglich - möglichst schon vor Beginn der Arbeiten - mitteilen. Eine Verletzung dieser Prüfungs- und Hinweispflicht liegt auch dann vor, wenn der Unternehmer - insbesondere als Fachunternehmer - hätte Bedenken haben müssen.
Abdichtungsbereiche gegen Feuchtigkeit bedürfen einer besonderen Beobachtung und Überprüfung, da diese typische Gefahrenquelle darstellen und ein kritischer Bauabschnitt ist. Auch wenn der Auftraggeber von einer fachkundigen Person beraten wird, wird der Unternehmer von seiner Prüfungs- und Hinweispflicht in der Regel nicht entbunden.


In diesem Sinne möchte mich verabschieden und wünsche Ihnen ALLEN, dass auch zukünftig der unwissende Bauherr die Rechnungen der Fachplaner und Handwerker bezahlt.





Loses Fugenmaterial auskratzen und mit Luftkalkmörtel füllen.
Ist das Fugenmaterial lehmig, dann mit Fugen und Wand mit Staubkalk vorbehandeln, mit Luftkalkmörtel ausfugen und mit Kalkfarbe streichen.

Grüsse Thomas



@ Sven Dröhne



... die Urteile sind ja interessant, aber was soll das mit dem Lobbyverein WTA e. V.? Die haben keine gesetzgebene Weisung wie etwas zu tun ist. Die dürfen maximal empfehlen. Und das interessiert nur den der es sonst nicht besser kann.

Wer anstatt das Geld für die teuren WTA e. V. Broschüren zum Thema: Feuchtemessungen an Gebäudewänden, Diagnosemöglichkeiten und Fehlerquellen, für andere Dinge ausgeben will, klickt mal besser hier:
http://porofin.de/download/porofin-info4.pdf



Fugarbeiten



wenn es so gemacht wird hält es eine kleine ewigkeit.
alte und marode fugen restlos entfernen.fugentiefe mindestens das anderhalbfache der fugenbreite.
steinflanken und mauerwerk ordentlich reinigen.
vor den neuverfugen die Oberflächen mit 4% essigsaurer tonerdelösung vorbehandeln( erhöt die haftung)anschließend Fuge mit 4mm luftkalkmörtel vorfugen.ein tag stehen lassen.anschließend fugen mit 1 oder 2 mm luftkalkmörtel steinbündig schließen.bitte ausreichend feuthalten bis zum abbinden .


anstrich würde ich mit Kaseinfarbe machen.
lg.gruß und gutes gelingen p.schneider





@radiru

---"aber was soll das mit dem Lobbyverein WTA e. V.? Die haben keine gesetzgebende Weisung wie etwas zu tun ist"---


Das ist soweit richtig, aber:
Wenn ein Auftraggeber eine WTA Zulassung verlangt dann ist es Gesetz.
Dann ist Ihr Gurkenwasser raus aus dem Rennen.

Wer keine WTA Zulassung verlangt, sollte UNBEDINGT aber eine Bauaufsichtliche Zulassung verlangen, auch dann ist Ihr Gurkenwasser außen vor.

Darum empfehle ich jedem der keine Ahnung von den Dingen hat auf beide Zulassungen zu achten, dann liegt es nur noch am Verarbeiter und dessen Qualifikation.
Nicht sauer sein Ralf, aber da sind Sie auch raus.



Grüße aus Schönebeck



@ Rupnow



Weder WTA-Merkblätter noch gewisse Richtlinien oder DIN-Normen sind gesetzlich verpflichtend (außer sie wurden vereinbart), dennoch stellen Sie den aktuellen Stand der Technik dar und werden als Bewertungsmaßstab herangezogen, bzw. definieren zu erbringende Mindestanforderungen.

Sie können zwar über die WTA herziehen wie Sie wollen, jedoch sollten Sie Ihrem "geliebten" Materiallieferanten auch nicht blind Vertrauen. Ich traue keinem Hersteller bauchemischer Produkte weiter, als ich ihn werfen kann.



Gute Güte, wozu die ganzen Streitereien?



Bj. 1952 hat das Haus vermutlich eine Horizontalsperre und hatte mal eine Vertikalisolierung, wie gut die noch erhalten ist ist fraglich (kürzlich 3 Häuser weiter eine aus den 1930ern gesehen die gerade erneuert wird weil von der alten nicht mehr viel da ist). Bröseligen Fugenmörtel würde ich bei Bauten so kurz nach dem krieg (1952 war in Wien mitten in der Wiederaufbauzeit) auch nicht sehr verwunderlich finden, auch wenn Feuchtigkeit eine Rolle spielen mag.



Dann sind



also eine ganze Reihe anerkannter und namhafter und international anerkannter Baufachleute einfach nur als ein Haufen korrupter Lobbyisten anzusehen.
Und die einzige Wahrheit ist ein Parrafin als Lösemittel, von dem immer noch niemand weiss, was für ein Wundermittel darin gelöst ist.
Gebenedeit sei der Porofinismus, und wir werden das Zeugs solange in die deutschen Dummköpfe pumpen, bis auch die letzte Gehirnzelle gelöst ist. Amen.
völlig verzweifelt
dasMaurer