neuverfugung keller im altbau, kalkputz oder lehmputz?

03.05.2005



hallo,
nach einholen verschiedenster meinungen möchte ich nunmehr hier versuchen eine kompetente meinung zu erlangen.

nach abtragen der putzschicht in einem circa 100 jahre alten haus, Sockel massiv/ 1. OG Fachwerk suche ich nach einer geeigneten möglichkeit die nun stark aussandenden fugen ( zwischen alten vollziegeln) erneut zu befestigen, anschliessend sollen die wände gekalkt werden. ein magerer Kalkmörtel zur Sanierung der fugen wurde mir empfohlen und scheint mir nach zusammentragen von informationen die wohl stimmigste lösung zu sein. aufgrund des bei der verarbeitung ein wenig gesundheitsschädlich wirkenden baustoffes kalkmörtel tendiere ich zur verarbeitung eines lehmputzes zur Befestigung der alten fugen. ist dies aber in diesem zusammenhang der richtige Baustoff in dem bauphysikalischen zusammenhang?? es kommt mir wie gesagt nicht auf die perfekte optik sondern die bauphysikalisch richtige entscheidung an.



Verfugungen in alter Wand



Hallo
den stark sandenden Fugen fehlt "Futter" das wird wohl der Kalk sein.
Also kaufen Sie sich gelöschten Kalk, stellen mit Wasser eine Kalkmilch her und Streichen Sie innen und aussen die Fugen oder die Wände mit der Kalkmilch damit das "Sanden" aufhört.
Die Fugen bearbeiten Sie mit einem "reinen" Kalkmörtel - ich würde den Kalkmörtel von Solubel (www.solubel.de) nehmen.
Dann ist die Wand in "trockenen Tüchern"!
Wenn Sie Verputzen wollen:
aussen: mit dem Mörtel der gleichen Firma
innen: ebenso - oder mit einem Lehmputz (z.B. Claytec)
Putzaufbauten sollten im optimalen Zustand immer mehrlagig aufgebaut werden. 2 - 3 Schichten mindestens!

endlich mal einer, der schreibt:
es kommt mir … nicht auf die perfekte optik sondern die bauphysikalisch richtige entscheidung an

das gefällt mir - geraudeaus das Richtige machen! Respekt!

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



und noch was



nachgeschoben!
hier ein "alte Steine Kalkmilch" - Foto!

FK



na



wenn das nicht auch noch perfekte optik ist! sieht doch gut aus!



Das Problem der Wand



ist Bindemittelverlust im Mörtel. Und wieso? Weil eine Salzbefrachtung des Untergrunds vorliegt, die an der Oberfläche alles wegscherbelt. Und insofern kommt es darauf an, erst mal die Versalzung zu vermindern - mittels Opferputzsystem (Luftkalkfugmörtel oder gleich flächendeckend, da voraussichtlich auch die Steine salzbefrachtet sind).

Darauf natürlich wieder Kalkfugmörtel verwenden. Lehmmörtel ist gefügetechnisch total ungeeignet auf salzbefrachteten Untergründen. Erst mal mobilisiert er wegen langer Austrocknung viel Salze aus dem tieferen Untergrund - und dann kann er sie wegen seines superdichten Gefüges nicht mal ansatzweise verkraften und wird abgedrückt. Bei besser durchportem Luftkalkmörtel sieht das freilich anders aus. Er trocknet schnell und kann einiges Salz wegstecken. Es gibt ja auch besonders salzrestistente Rezepturen.

Weitere Info auf Links:


http://www.konrad-fischer-info.de/2aufstfe.htm



http://www.konrad-fischer-info.de/2salz.htm



http://www.konrad-fischer-info.de/29bausto.htm