Giebel dämmen oder Fugen sanieren oder??

09.01.2008



Hallo Experten,
der Giebel meines EFH aus 1962 ist verklinkert. Der Giebel steht in der Wetterseite und lässt bei starkem Schlagregen Wasser (vermutlich durch undichte Fugen oder Kleinrisse) hinter den Klinker durch die Fensterrahmen in die Räume. Ich stehe vor der Frage: Abdichten durch neue Klinker inkl. Dämmung oder lieber PCI-Silconal auftragen oder nur die Fugen und Risse ausbessern?
Ich wäre für erhellende Sachbeiträge sehr dankbar!
Gruss
Michalis



Was



ist das denn für ein Klinker.
MfG
dasMaurer





Es sind große Klinkersteine (keine Riemchen), ich glaube aus Belgien



Klinkerschale



Eine vorgesetzte i.d.R. nur 09,5 Stein dicke Klinkerschale ist nicht schlagregensicher, die Fugen leiten das Wasser nach innen. Die dichten Steine können kein Wasser aufnehmen und puffern.
Daher gibt es Regeln zur Ableitung des eingedrungenen Wassers über Abdichtungen wie bei Fensterstürzen und im Sockelbereich kombiniert mit Entwässerungsöffnungen (Stoßfugen). Anscheinend ist das bei Ihnen nicht ordentlich ausgeführt worden.
Genaueres kann Ihnen nur ein Fachmann vor Ort sagen, vor allem ob die Entwässerung funktioniert.
Schlagregen vom Giebel fernzuhalten, ist aus konstruktiv- gestalterischer Sicht sicher nicht möglich.
Mit irgendwelchen Dichtmitteln versuchen, Fugen abzudichten halte ich für nicht hilfreich.

Viele Grüße



Klinkerschale



Da ist mir doch der Finger rübergerutscht, es muß natürlich: ..." 0,5 Stein dick" heißen.





Ich seh das ähnlich wie Herr Böttcher.
Durch das aufbringen einer Hydrophobierung oder Imprägnierung werden sich unter umständen ihre Probleme verschärfen.
Grundsätzlich nimmt die Rücktrocknung einer isolierten Wand stark ab, bzw. verlängert sich extrem.
Übersehen sie vorhanden Risse oder Bilden sich im lauf der Zeit neue Eintrittstellen für Wassers bei Schlagregen, wird dies zu dauerhaften feuchteproblemen beim Mauerwerk führen da die Diffusion stark behindert ist. Unter umständen kann es zu Mauerwerkssprengungen infolge zu hohem Dampfdruck kommen.
In ihrer Überlegungen sollten sie auch mit einbeziehen dass diese Mittel bei einer später eventuell mal anstehenden Fugensanierung haftschädigend für den neuen Fugmörtel sind.
Allerdings ist dies kein dauerhafter Zustand da sich diese Mittel im laufe der Jahre abbauen.
Ein Fachmann Vorort wäre die richtige Wahl.

Gruß jens





Hallo,

wie dick die Klinkerwand ist, kann ich versuchen bei Tageslicht zu ermitteln (es gibt eine Schadstelle durch früher Klima-Anlage, in die ich hineinschauen könnte.
Der Klinker ist jedenfalls dicker als 10 cm, wenn nicht mehr. Dahinter kommt Bimshohlblockstein. Das Wasser rinnt zwischen Klinker und Mauerwerk. Entwässerungsöffnungen im Mauerwerk gibt es keine, ausser den durchlässigen Fugen selbst. Vom Bild her gab es wohl bei der Herstellung jedesmal einen Schnaps nach zehn Steinen, insofern wurde wenig auf Qualität geachtet.
Den bisherigen Beiträgen entnehme ich bisher, dass eine Imprägnierung eine kurze Freude beschert. Bliebe dann eine neue Haut in Form einer Dämmung + Putz/Klinker/Blech usw, oder nur eine zweite vorgehängte Fassade aus Blech oder Holz. Was meinen Sie zu der Dämmung? Der Giebel ist ja 39 cm dick.

Herzlichen Dank!



Meine Empfehlung:



abreissen und eine neue Fassade, nur diesmal bitte ohne Schnaps, egal welche technische Lösung gewählt wird. Bei dem geschilderten Wandaufbau können hier durchaus 2 Ursachen zusammenkommen, nämlich Kondenswasseranfall an der Innenseite der Klinkerschale und der Schlagregen. Die erforderlichen Folien sind wohl komplett weggelassen worden und lassen sich auch nachträglich nicht einbauen. Lieber einmal komplett erneuern als irgendwelche Sanierungsversuche, die im nachhinein nur Geld kosten und das Problem doch nicht beseitigen.
MfG
dasMaurer