Gefachfugen-

07.12.2005



Hallo liebe Fachwerk community... erst mal großes Kompliment die vielen lehrreichen Beiträge und den sonst in vielen Foren nicht üblichen höflichen Umgangston!!!

Bin schon seit meiner Kindheit ein Fachwerkliebhaber... und jetzt endlich die Chance habe ein kleines Fachwerkhaus Bj. ca 1700 mieten könne ... mit späterer Kaufoption... das haus gehört einem Spezialisen (architekt) welcher dieses vor einigen Jahren kernsaniert hat... (Fliesen, Ausgebautes Dach, gefliestes Bad mit Eckbadewanne) das Haus hat ein ausgebautes und neues Dach sowie eine neue Gasheizung (leider) mit großen rippenheizkörpern einige davon mitten im Raum stehend andere an den Aussenwänden. Die aussenwände besehen zu 100 % aus den alten Lehmgefachen und traditionellem Lehmputz mit Kalanstrich auf den Innen und Aussenseiten... an den gefachränder wurde wie bereits mehrfach beschrieben ein Kantenschnitt gemacht... dieser wurde nach Aussage mit dauerelastischem Material gefüllt.
Das Haus steht mitten in einer historischen Altstadt und hat somit von keiner Seite einen direkten Wettereinfluss (engen Gassen)

Nun meine Fragen...

1. gibt es bezüglich der Fugendichtung irgendetwas zu beachten... oder Probleme.

2. gibt es irgendwas beim Heizungsbetrieb zu beachten... z.Bsp sollte man liebr die freistehenden oder nicht an Aussenwänden befindlichen Heizkörper benutzen... und die an den wänen befindlich nur auf niedriger Stufe betreiben???

3.ist der Anschluß eines Kaminofens (für Wohnraum im Dachgeschoß) an den Kamin der Gasanlage Möglich???

Vielen Dank für Eure Antworten!!!

Grüße Tobias



Spezialisten



Hallo, wenn dieser kundige Architekt die Fugen mit dauer-elastischem Material gefüllt hat, steht zu befürchten, daß sich im Haus auch noch anderer bauphysikalischer Unsinn befindet.

Lassen Sie da einen wirklichen Spezialisten ran.

Gruß



Gefachfugen



Hallo Tobias,
ich kann mich Herrn Froelich nur anschließen.
Ein Ausspritzen der Fugen zwischen Ausfachung und Fachwerk lässt wohl nicht auf einen (Fachwerk)Spezialisten schliessen.
Bei allem was ich gehört und gelesen habe, sollte man genau das nicht tun.
Eine kleine Fuge zwischen Balken und Gefacch ist föllig normal und sollte eben nicht verschlossen werden, damit Feuchtigkeit auch wieder raus kann.
Gerade Ausfachungen aus Lehm haben die Eigenschaft bei eindringender Feuchtigkeit zu quellen und dichten sich somit selbst ab. Vorausgesetzt die Fuge ist nicht zu breit.

Der Anschluß eines Kaminofens an den gleichen Zug wie die Gasheizung ist meines Wissens nicht zulässig. Am besten mal beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger nachfragen.

Morgentliche Grüße aus Nordhessen
Martin Wittwar



Fuge ausgespritzt



das macht man zwar nicht, aber er wird ja nicht die ganze Fuge ausgespritzt haben, die so 12 bis 20 cm tief sein dürfte. D.H. das Holz sollte trocken bleiben und die Fuge ist eher einem gewissen "Sauberkeitsstreben" der Handwerker odes des Architekten geschuldet. Also : much ado about nothing.
mit besten Grüßen



Ein Kaminofen



ist eine feine Sache. Wie schon erwähnt muss vor dem Anschluss/Betrieb die Sache mit dem Bezirksschorni besprochen werden. Eine Nutzung von Gastherme (athmosphärisch) und Kaminofen an ein und demselben Zug ist erlaubt (ganz sicher - jedenfalls bei uns in BaWü; es handelt sich um einen sog. Mischbetrieb von festen und gasförmigen Brennstoffen), wenn die Randbedingungen stimmen (Durchmesser und Höhe des Kaminzugs, Leistungen der Feuerungsanlagen, lufthygienische Anforderungen, usw.). Ich würde mir auch überlegen, ob ich die bestehenden Heizkörper nicht wegschmeiße und stattdessen Heizleisten an den Außenwänden verlege... die kann man ja problemlos an die Heizungsanlage anschließen.
Grüße aus dem schwäbischen Gerlingen
Stefan