Fugen, Feuchte, Kalkmörtel, Mörtel, Keller

26.01.2013 Marcel



Hallo,
ich hätte ein paar Fragen zur Kellersanierung:
Da unser Haus am Hang liegt, befinden sich nur die hinteren Kellerwände und die seitlichen (teilweise) unter der Erde.
Die Wände bestehen aus Bruchstein und sind ca. 60cm stark.
Die Kellerdecke wurde im 19ten Jahrhundert massiv erneuert.
- Aus den Fugen der Bruchsteine rieselt das Fugenmaterial heraus. Es sieht aus wie ein Lehm/Kalkmörtel. Ich würde die Fugen auskratzen und mit Kalkmörtel neu verfugen (welcher Mörtel?).
- Der Kellerboden wurde mit Betonverbundpflaster ausgelegt oder komplett mit Betonestrich ausgegossen. Wäre das Einbringen einer Dernoton-Fertigmischung eine Alternative?
- Desweiteren fehlen strassenseitig die Kellerfenster. Gibt es eine Firma die Kellerfenster auf Maß fertigt?
Danke schonmal...
Schönes We,
Marcel



Kellersanierung



Hallo Marcel,
Die Verfugung dürfte kein Problem sein.
Die Wand sollte vorher von allem losem gesäubert bzw. abgekehrt werden, loses Fugenmaterial etwa bis 20 mm ausräumen. Dann nehmen Sie handelsüblichen Werktrockenmörtel PII CSII (Kalkzementmörtel) und werfen die Fugen damit aus. Zu große Fehlstellen können Sie mit kleinen Ziegelsplittern ausstopfen. Werfen Sie die Fugen reichlich mit der Kelle aus, danach den überschschüssigen Mörtel mit dem Kellenrücken egalisieren. Nach etwa einer Stunde, wenn der Mörtel angezogen ist, verschlichten Sie mit einer Malerbüste und etwas Wasser die Fläche. Einen Tag später können Sie bei Bedarf noch einen frescalen Kalkanstrich aufbringen (Weißkalk, Wasser).
Mit dem Kellerfußboden habe ich Probleme.
Wurde auf das Betonverbundpflaster Estrich aufgebracht, wenn ja warum?
Was wollen Sie mit dem Dernoton anfangen?

Viele Grüße



und



"Kellerfenster" fertigt jeder Fensterhersteller auf Maß. Ist nur die Frage, wieviel Licht dann bei modernen Rahmen+ Isoglas bleibt und ob es nur noch ein Kippflügel wird.
Alternativ im Baumarkt mal die vorhandenen Größen vergleichen.



Fugen und Keller



Hallo

Ich würde eigentlich genau so vorgehen aber keine zementären Inhaltsstoffe in dem Kalk nehmen … eher mal da reinschauen:
www.solubel.de

Den Boden würde ich nach Bedarf entfernen und mit Splitt und Kellerziegeln auslegen

einfache Kellerfenster:
http://www.sachsen-bauelemente.de/index.html?produkte/stahlkellerfenster.html

Auch die Frage: Warum Dernoton?

Florian Kurz





Schonmal danke an alle für die schnellen Antworten.

@Georg, Florian:
Als Mörtel hatte ich auch eher an reinen Luftkalkmörtel gedacht, da dieser diffusionsoffen ist und sich über Jahrhunderte bewährt hat (auf der Seite von Solubel war ich zuvor auch schon)?!
Je nach Jahreszeit sind die Wände unseres Kellers mal mehr und mal weniger feucht und da denke ich ist der reine Kalkmörtel die bessere Wahl.
Der Keller wird sowieso nur als Lagerraum genutzt...
Bezüglich des Bodens:
Wenn der Boden so wie bei uns durch einen Betonestrich "abgesperrt" ist, dann steigt doch mehr Feuchte am aufgehenden Kellermauerwerk auf oder?
Von daher dachte ich auch hier an einen Bodenbelag der diffusionsoffen ist und weil der jetzige Boden (in zwei Räumen Betonestrich bis zu 15cm, in einem Betonverbundpflaster auf altem Bodenniveau) nicht gerade zum Haus paßt.
Wie würde der Aufbau mit "Splitt und Kellerziegeln" denn genau aussehen?
Würden die Ziegel lose auf den Splitt gelegt oder in ein Mörtelbett?
Könntest Du mir eine Firma nennen wo ich solche Ziegel beziehen kann (im historischen Baustoffhandel könnte ich auch mal schauen)?

@Florian:
Genau an solche Fenster hatte ich gedacht.

Viele Grüße,
Marcel





Wenn der Boden so wie bei uns durch einen Betonestrich "abgesperrt" ist, dann steigt doch mehr Feuchte am aufgehenden Kellermauerwerk auf oder? --- NEIN,
ein Boden, der gut die Feuchte an die Raumluft abgibt, fördert natürlich die gesamtfeuchte im Keller.
Die Feuchte der Wände richten sich nicht danach, welcher Boden im Keller ausgelegt ist.
Der von dir vermutetet Effekt dritt nur auf, wenn man nasse Wände beideitig absperrt - da dann die Verdunstungsfläche wegfällt, ist die Feuchte in der Wand so hoch, dass weitere Wandbereiche die aufsteigende Nässe aufnehmen können. Ein dichter Fußboden im Keller hingegen würde die Luftfeuchte und damit mögliche Kondensatbildung an den kalten Kellerwänden reduzieren. Lass ihn doch einfach so - es ist doch nur Lagerraum !



Sperrmärchen



Hallo

auf den Satz:
Wenn der Boden so wie bei uns durch einen Betonestrich "abgesperrt" ist, dann steigt doch mehr Feuchte am aufgehenden Kellermauerwerk auf oder? --- NEIN,
antworte ich mit JA - Doch so ist es!

LKM Luftkalkmörtel entweder von solubel oder selber mischen - geht auch, man braucht nen guten Sand … dann den Keller kalken oder nur die Fugen machen … evtl die Fugen bei Bedarf mit Staubkalk "füttern"

Genauer Aufbau: (kommt auf die Aufbauhöhe an) Schotter Splitt Steine - die Fugen mit feinem Sand

geht auch im Dickbett Kalkmörtel - andere Aufbauhöhen … für nen reinen Lagerkeller zu "nobel"

Kellersteine:
z.B.
http://www.gima-ziegel.de/index.php?lang=de&node=141
oder
http://www.gima-ziegel.de/index.php?lang=de&node=106

oder andere einfache alte oder neue (Fehlbrand) Ziegel aus einer örtlichen Ziegelei

So kellerfenster kann auch ein Schlosser machen … dann brünieren und selbst einglasen …

Viel Erfolg

Florian Kurz



Bevor Sie sich dies antun - lassen Sie das ganze wie es ist, außer...



..neuer Fenster.
Dass die Feuchte nach einer Abdichtung höher steigt ist ein Märchen.
Vielmehr ist die Oberfläche über einer neu abgedichteten Fläche mit mehr Salz belastet, und dann kommt es hier zu hygroskoper Feuchte.



hallo



Wenn der Boden so wie bei uns durch einen Betonestrich "abgesperrt" ist, dann steigt doch mehr Feuchte am aufgehenden Kellermauerwerk auf oder?
hier gebe ich olaf voll und ganz recht. der boden verändert die kapillarwirkung der wand nicht. warum sie keinen kalkzementmörtel zum verfugen nehmen wollen kann ich nicht nachvollziehen, ich wäre sogar noch nen schritt weiter gegangen und nen reinen Zementmörtel verwendet. wir reden hier von den fugen ja, die Feuchtigkeit im raum verändert sich nicht durch die fugen, aber das müssen sie entscheiden.
mein tipp ist das nach ein oder zwei jahren der kalkmörtel wieder aus den fugen bröselt, ich glaube kaum das der heutige kalkmörtel mit dem historischen identisch ist, aber die Erfahrung müssen sie selber machen :-)

mfg alex