Wandheizung Fußbodenheizung Vor- Nachteile

09.09.2012 Herbert40



Hallo Leute,

bis jetzt lese ich hier im Forum immer nur dass die Wandheizung das richtige ist.
Allerdings kann ich der Wandheizung nur einen Vorteil abverlangen im Verhältnis zur Fußbodenheizung. Sie sorgt dafür dass die Wände schneller austrocknen bei eventueller Feuchtigkeit. Nach meinem logischen Verständnis kann ich nichts anderes finden.
Wärme steig nach oben also sollte die Fußbodenheizung den besten Wirkungsgrad haben.
Sie heizt die Raumluft und hierüber die anliegenden Wände auf. Wenn ich die Wand erwärme geht wesentlich mehr Wärme an die Außenwelt verloren.
Wenn ich kalte Füße habe kann es noch so warm sein ich friere trotzdem. Im Umkehrschluss fühle ich mich auch bei kühleren Temperaturen wohl wenn die Füße warm sind. Die Kosten sind wesentlich höher.
Kann mir mal bitte jemand erklären was ich falsch oder nicht sehe und wo denn nun die Vorteile einer Wandheißung sind.
Gruß Herbert



Wandheizung



- Eine Wandheizung reagiert deutlich schneller als eine Fußbodenheizung da die Fußbodenheizung im Estrich eingebettet ist, eine Wandheizung aber nur mit ca. 1cm Putz überdeckt ist den sie aufheuzen muss.
- Aus medizinischer Sicht sind Fußbodenheizungen suboptimal da sie oft zu anschwellenden Füßen und Beinen führen.
- Man ist in der Auswahl des Bodenbelags eingeschränkt. Teppichboden wirkt wie eine Dämmung gegen die Heizungswärme, Holzbeläge sind kritisch.
- Sollte es zu einer Undichtigkeit kommen sieht man diese in der Wand sofort und kann mit überschaubarem Aufwand den Putz aufstemmen, ein Pressfitting einsetzen, Verputzen und fertig. Eine undichtigkeit in der Fußbodenheizung wird erst wesentlich später entdeckt und dann hat sich das Wasser meist schon unter dem gesamten Estrich und der Dämmung verteilt...
- Die Wärmeübergabe findet über Strahlung statt, nicht über die Luft. Die Luft wird erst über die Gegenstände erwärmt die durch die Strahlungswärme bereits erwärmt wurden. Dass die warme Luft dann nach oben steigt ist richtig. Aber dann hat die Strahlungswärme ihren Job bereits erledigt.

Hoffe ein wenig weiter geholfen zu haben.
LG
SB



Hallo,



hier mal ein link der ein Vergleich darstellt, sicher hast du diesen schon gefunden.
http://www.bauemotion.de/detail/11786308/der-vergleich-wandheizungen-gegen-fussbodenheizungen.html
dennoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen das sich eine Wandheizung bei richtiger Planung und Auslegung und vorherig aufgestellten Wärmebedarfsrechnung wesentlich günstiger gestalten kann. Die von dir angesprochenen höheren Kosten für Wandheizung kann ich nicht teilen, der Vergleich hingt ein wenig, wenn man diese Systeme auf einen längeren Zeitraum betrachtet. Strahlungswärme (ähnlich die der Sonne und auch des Ofens)lassen schon deutlich niedrige Temperaturen als angenehm erscheinen und führen somit bei einer Absenkung der Raumlufttemperatur von 1 bis 2 Grad zu deutlichen Energiekostenreduzierung. Wenn ich dir mal eine Berechnung erstellen soll lass es mich wissen ich würde dir gern bei deiner Entscheidung behilflich sein
Mit freundlichem Gruß die Lehmschwalbe aus der Uckermark



Wandheizung Fußbodenheizung Vor- Nachteile



Hallo Herr Büschen,
erst einmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Das mit der Reparatur leuchtet mir ein und hat bestimmt vorteile, aber dagegen steht das ich ja nicht von einer Reparatur ausgehe. Man kauft sich doch auch kein Auto nach dem Kriterium wie hoch eventuell die Kosten des Austauschmotors sind.
Aber zu bedenken ist es schon da haben Sie vollkommen Recht.
Medizin und Ärzte ist so eine Sache. Ich denke bei denen ist es wie hier im Forum 100 Leute 100 verschiedene Meinungen.
Mit der Strahlungswärme das habe ich auch schon gelesen, wobei ich aber noch unsicher bin ob der Nutzen größer als der Verlust ist.
Nach meinen Informationen die ich erarbeitet habe komme ich zu der Überzeugung das die Wandheizung sich erst lohnt und Bedingung ist wenn ich die Isolierung so dick habe das die Wände nicht mehr von allein austrocknen werden.
Der Kostenaufwand ist zu hoch im Vergleich zur Fußbodenheizung. Beläge da muss man eben sinnvoll nachdenken. Will ich auf Dielen einen Teppichboden?
Gruß Herbert



Nun,



die Sache mit den dicken Füssen ist eine Legende aus Zeiten, als der Rücklauf des Heizkörpers durch den Estrich gelegt wurde.

Bei Oberflächentemparaturen von ca. 24 Grad (FBH im Trockenaufbau unter Dielung) ist eine FBH einfach nur angenehm, und auch die legendären Staubtornados treten ganz gewiss nicht auf.

Strahlungswärme verbreiten beide Flächenheizsysteme gleichermaßen. Träge ist eine FBH mit Wärmeverteilblechen (www.ripal. de zum Beispiel) nicht wirklich. Bei der Wandheizung ist auch nicht nur der Zentimeter über der WH aufzuheizen, sondern der gesamte Putz von 4-6cm (und ggf., falls ohne Dämmung gearbeitet wird, die gesamte Massivwand). Mir hat noch keiner die Wärmeverluste einer WH nach außen berechnen wollen, da habe ich halt so meine Fragezeichen, besonders bei der dämmungslosen Variante.

Bei Ripal z.B. gibt es keine Rohrverbindungen im Fußbodenbereich.

Den höchsten Strahlungsanteil hat im Übrigen eine Deckenheizung.

Alles in allem sind WH wie FBH sehr gute und wohngesunde Heizlösungen, wenn sie richtig dimensioniert und montiert sind.

Grüße

Thomas



Wandheizung vs. Fußbodenheizung...



...ist ein häufig angefragtes Thema.

Beide Systeme liefern einen hohen Anteil Srahlungswärme und müssen somit weniger Luft warm halten, damit Mensch sich wohl fühlt, bzw. es genügt, die Luft auf einem geringeren Energieniveau zu halten...

Beide Systeme haben zudem den Vorteil, dass sie bei korrekter Auslegung und Ausführung mit sehr geringen Systemtemperaturen auskommen, die max. Vorlauftemperaur im Lastfall (also wenn es draußen wirklich mal drei Tage stürmt und frostet) wird rechnerisch bei der FB-Hzg. i.d.R. mit höchstens 45°C, bei Wand-Hzg. noch darunter angesetzt. Dieses kommt "modernen" Wärmeerzeugungssystemen wie Wärmepumpe und Brennwerttechnik durchaus entgegen, sie arbeiten dann einfach am effektivsten...
Früher hat man auch höher ausgelegt, oft bei vergrößertem Rohrabstand... dies führte dann nicht selten zu Effekten wie spürbarer "Welligkeit" und zu hohen Oberflächentemperaturen mit allen negativen Ausblühungen wie Venenleiden und "Staubtornados".

Eine vernünftig geplante und ausgelegte FB-Heizung im energetisch halbwegs intaktem Bau sollte nicht mehr als 23-24°C Oberflächentemperatur auswerfen müssen, damit Mensch sich auch im tiefsten Winter innen wohl fühlt... Alle Vorurteile können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ad acta gelegt werden... auch die Kosten: üblicherweise erledigt der Heizungsbauer auch die Dämmungs- und Estricharbeiten, bzw. subbt diese... das heißt, das das Gewerk Heizung bei FB-Heizung deutlich mehr Kosten verursacht, als das Gewerk Estrich, in der Summe sollte sich das wenig nehmen...

Wandheizung...
Was nicht hinaus kann, geht auch nicht hinaus...
Ein häufig angeführtes Argument...
Sobald die Wandtemperatur über der Raumtemperatur liegt, gibt es keine Transmission von innen nach außen, aber natürlich durch die hohe Wandtemperatur von fast drinnen nach draußen... darüberhinaus hat eine trockene Wand einen höheren Dämmwert, als eine latent feuchte...

Fazit: schwer, allgemein zu bewerten...

Gutes Gelingen, LG,
Sebastian Hausleithner



Beide Systeme haben Vor- und Nachteile!



Wir stellen fest das im Bestand die Bodenheizung nur mit hohem Aufwand integrierbar ist.

Oft machen die Aufbauhöhen unnd oder die Deckenlasten den Einbau schwierig bis unmöglich.

Das die Kosten der Wandheizung höher sein sollen als bei der Fußbodenheizeing halte ich für nicht nachvollziehbar, ganz im Gegenteil.

Grüße