Hinterlüfteten Dielenboden nachbauen?

02.11.2010



Liebe Community,

über die Suchfunktion war ich nicht erfolgreich, also hoffe ich auf Eure Anregungen:
Ich habe in meiner nicht unterkellerten Küche einen simplen hinterlüfteten Dielenboden (Erde, wenig Schotter, Lagebalken, Dielen), der für mich eigentlich optimal ist. Ich habe keine kalten Füße, unter dem Boden ist es trocken und die leichten Schwingungen finde ich sehr angenehm. Leider sind die Dielen dort, wo mal die undichten Wasser-und Abwasserleitungen lagen morsch und die Monteure, die kürzlich die neuen Leitungen gelegt haben, sind auch nicht gerade zimperlich mit den alten Dielen umgegangen. Das Hauptproblem ist aber die alte poröse Abwasserleitung, die unter dem Fußboden diagonal durch den Raum in den Abwasserkanal führt und vor sich hinstinkt. Ich werde also wohl den Boden sowieso aufmachen müssen.
Nun hätte ich ihn am liebsten wieder so wie er jetzt ist. Ich lese aber immer nur von Folien, Dämmung und Estrich. Argumente sind Kälte (kann ich nicht finden) oder Feuchtigkeit (ist offenbar nicht so). Wäre das wirklich völlig abwegig? Und gibt es überhaupt noch Handwerker, die das machen würden?

Gruß und Dank im Voraus



Es gibt6 Sie noch die Firmen



oder Hanwerker die so was machen. Frage doch mal bei Baukraft Naturbaustoffe GmbH Herr Günther Faltmann
50859 Köln

www.baukraft-koeln.com

Ist glaube ich nicht so weit weg von Dir.

Grüße Gerd



Nun,



"Ich habe keine kalten Füße, unter dem Boden ist es trocken und die leichten Schwingungen finde ich sehr angenehm."

Das bleibt alles so, Ihre Füße werden noch ein bisschen weniger nicht kalt sein. Bei einem gedämmten Aufbau werden Sie aber weniger heizen. Wenn Sie das mit Holz aus dem eigenen Wald lösen, müssen sie nicht dämmen. Ansonsten würde ich schon darüber nachdenken, so ein Boden wie bei Ihnen vorhanden, ist ja nicht einmal winddicht. Gibt es überhaupt unter dem Boden Entlüftungsöffnungen nach draußen?

Grüße

Thomas



Entlüftungsöffnungen vorhanden



Erstmal vielen Dank für den Tipp, Gerd.

Herr Böhme: Ja, es gibt Entlüftungsöffnungen nach draußen. Es gibt mit Sicherheit auch einen Luftzug, aber für mich nicht spürbar. Mit dem Heizen haben Sie natürlich völlig recht, aber das ganze Haus ist ungedämmt und bleibt es mindestens die nächsten 10 Jahre auch. Ich vermute, da macht der Fußboden den Kohl nicht viel fetter.
Und ich habe eine besonderes Problem: Ich leide an zu warmen Füßen. Das sagt jeder "Oh, du Glückliche". Aber nein, das ist überhaupt nicht angenehm. Wenn ich abends nach Hause komme, ziehe ich auch im tiefsten Winter als erstes Schuhe und Strümpfe aus und stelle mich zur Erholung auf den ungedämmten Fliesenboden in meiner Diele. Daher die Idee.

Grüße



Na,



dann kann ich Ihnen keine Fußbodenheizung verkaufen:-)

Spaß beiseite, wenn Sie den Fußboden erneuern (müssen), sollten Sie auch eine Winddichtigkeit des Fußbodens herstellen. Durch den beschriebenen Aufbau halten Sie mit geringem Zusatzaufwand die Heizkosten im Rahmen und vermeiden die Gefahr von Kondensatablagerungen im Unterbau. Ferner bleibt die Erdfeuchte da, wo sie hingehört. Deshalb wird der Boden ja noch nicht warm, und sie werden Ihre Füsse nicht quälen damit. Über den Sinn oder Unsinn von Außenwanddämmungen wird hier im Forum trefflich gestritten, Verfechter eines neu herzustellenden, nicht winddichten Bodens werden sich aber nur wenige finden.

Grüße

Thomas



In der Tat ...



Fußbodenheizungen sind für mich Folterinstrumente, also keine Chance, Herr Böhme ;-). Aber das Argument der Winddichtigkeit werde ich bedenken.

Viele Grüße





Hallo,

so wie Sie den Fußbodenaufbau bei Ihnen beschreiben würde ich ihn auch wieder nach der Neuinstallation der Abwasserleitung aufbauen. Erstens sind Sie bisher damit zufrieden gewesen und zweitens hat der Boden in dem Aufbau wohl schon längere Jahre gehalten. Die Menschen wußten früher schon was sie gebaut haben.
Zu Folie oder Dämmung fällt mir der Unterbau Ihrer Küche auf. Ohne Keller. Ich nehme an der Bodenaufbau liegt auf gewachsenem Boden.
In meinem Haus habe ich den einzigen Schaden dort vorgefunden wo die Vorbesitzer den Holzboden (aufgebaut wie Ihren) mit PVC im "Schick der 70ger Jahre" abgedeckt hatten.
Die Erdfeuchte hat nur über die Mauer entweichen können. Dort war das Mauerwerk feucht und ich mußte die Mauer (Doppelmauerwerk) teilweise bis 20cm Hoch abschlagen aufputzen oder sogar neu aufmauern.

Grüße aus Herzogenaurach



Richtige Beobachtung - falsche Schlussfolgerung



Folie auf dem Holzboden ist kontraproduktiv. Wird der Boden aber vor aufsteigender Feuchte geschützt, ist das positiv.

Auch wenn das restliche Haus JETZT noch nicht gedämmt wird, sollte das beim Boden im Zuge der Erneuerung gleich erfolgen (wer will da in 10 Jahren wieder 'ran???), nicht nur der Winddichtigkeit und der Heizwärmeverluste wegen. Die Wohnbedingungen und -ansprüche sind heute anders als früher. Höhere Luftfeuchten durch Grünpflanzen und genussvolle Vollbäder, geringerer Luftwechsel durch dichtere Fenster und anderes Heizen etc.

Ich empfehle denn den etwas größeren, aber dauerhafteren und energieeffizienten Aufbau: Schotterpackung, Trennvlies, Magerbeton sauber und niveaugleich abgezogen, darauf eine Sperrbahn. Auf der Sperrbahn kann z.B. ein Unterbau aus Holzweichfaserplatten aufgebaut werden, mit zwischenliegenden Lagerhölzern für die Dielen.

Die Wand wird davon nicht nasser.

Grüße

Thomas