Überrascht von Fehlbodenfüllung und einbau von Verlegeplatten. (Dachboden)

16.10.2008



Guten Abend zusammen,
ich habe vor unseren Dachboden nach und nach nutzfähig zu machen. Da ich unten beginnen wollte, habe ich den PVC-Belag abgehoben und geschaut, was sich darunter befindet. Der Vorbesitzer des ca 100 Jahre alten Steinhauses hat als Fußboden alles mögliche verwertet, sei es alte Türen, Regalböden oder was man sonst noch so alles zurecht schneiden konnte. Die Fehlbodenfüllung besteht aus Asche, zerbrochenen Dachziegeln und ähnlichem Bauschutt. Um einen einheitlichen Boden unter meinen Füßen zu haben wollte ich die einzelnen Türen und Bretter gegen Verlegeplatten mit Nut und Feder austauschen. Gibt es da erstens wegen der Füllung oder zweitens wegen der Verlegeplatten bedenken? Sollte ich bei der Füllung vielleicht den groben Schutt rausfiltern?

danke für die kommenden Antworten und schönen Abend noch.

Uwe



Da gibt es vieles zu beachten...



zuerst mal wichtig - ist dieser Dachboden gedämmt oder nicht?

Wenn er nicht gedämmt ist, dann sind Verlegeplatten (Preßspan finde ich eh nicht die erste Wahl - besser OSB) ungeeignet, da sie zu dicht sind und sich unter den Platten Kondenswasser ansammeln wird. Dann wäre Rauspund geeignet.

Immer zur Bausubstanz zurück gehen - als der PVC-Boden sollte entfernt werden. Am Schluss wenigstens die tragenden Balken sichtbar sein.

Möglicher/nötiger Trittschall wäre dann noch ein Thema.

Für was soll der Dachboden dann mal genutzt werden? - Lagerung, Wohnen, etc. ?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hallo Frank,



ersteinmal danke für deine Antwort.

Der Dachboden ist ungedämmt. Der PVC-Boden ist lose in Bahnen verlegt, so dass ein entfernen recht einfach ist. Nutzen wollten wir den Dachboden zunächst als Lager und gelegentlichen Arbeitsraum. Später soll allerdings noch ein Ausbau zu bewohnbaren Zimmern erfolgen, dass hat aber noch Zeit. Der Bodenbelag mit dem gestückeltem Bretter- und Türenwerk auszuwechseln hat daher erstmal priorität, denke ich. Sollte die Dichte der Verlegeplatten ein Problem sein, müsste ich dann nicht auch schon durch das PVC Probleme mit der Feuchte haben? Dann würde ich da jetzt mal gezielt darauf achten, aufgefallen ist mir jedoch bisher nichts.

Gruß Uwe



Wenn es Probleme mit Kondensfeuchte gibt....



dann müßte man die auf der Unterseite des PVC-Bodens schon erkennen können. Die anfälligsten Stellen sind am Rand zur Traufe und wo sich ein Feuchtraum darunter befindet.

Die Füllung kann ich nicht beurteilen. So wie Du sie beschreibst würde ich die rausnehmen und was mit Blähschiefer machen. - Du kommst ja später nie mehr da ran und lebst dann noch weitere 100 Jahre damit ;-) - das ist aber meine persönliche Meinung und von der Ferne kann ich nicht abschätzen, was das für Euch an Arbeit bedeutet.

Als belastbaren Boden würde ich in Eurem Fall keine OSB - sondern einen guten Rauhspund wählen, Die Balken in der Höhe ausgleichen und den Rauhspund fest auf die Balken verschrauben.

Als Lager reicht das, ist dampfoffen und später kann man dann immer noch entscheiden wie es weitergeht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Herzlichen Dank,



Du hast mir sehr geholfen. Natürlich kann ich mit meiner etwas wagen Beschreibung des Füllmaterials keine 100%-Antwort erwarten und das habe ich auch nicht. Da hat mir deine Antwort schonmal einen guten Weg aufgezeigt.

Ich werde mal sehen, wie der komplette Rest vom Dachboden ausschaut und vergleiche dann den Arbeitsaufwand des Füllungstausches mit dem daraus entstandenen Nutzen. Vielleicht lasse ich es auch einfach so, von dem was ich hier im Forum gelesen habe, ist diese Art von Füllung nicht sonderlich ungewöhnlich.

Ich fahre auch gleich mal los und schaue mir mal an, was Rauhspund kostet und welche Transportmöglichkeiten ich brauche. Nun ja, wird ein volles Wochenende, aber das werd ich schon schaffen ;-)

Dank dir nochmals.

Gruß Uwe



zerbrochene Tondachziegel sind baubiologisch einwandfreie



Naturbaustoffe. Bauschutt aus Lehm und Kalkputzresten ist auch nix böses. Wenn Sie später das DG sowieso voll bewohnbar machen wollen, sollte auch der Deckenschallschutz beachtet werden. Und da sind die alten Dachziegel gut verwendbar. Blähschiefer alleine ist vom Gewicht her zu leicht, um einen guten Raumschallschutz zu bieten. In jedem Fall sollte auf einen guten Trittschallschutz geachtet werden (Entkoppelung des Dielenbelags vom Deckengebälk z.B. durch Hanffilze).



Blähschiefer und Raumschallschutz



@ Klaus Schillberg

Blähschiefer hat je nach Ausführung 550 - 750 kg/m³. Bei höhenausgeglichenen Balkenlagen erreichen wir mit Zwischenboden oft eine Einbauhöhe von bis zu 20cm.

Damit erreichen wir ca. 100 bis 120 kg auf den m² und das Fach ist gefüllt. Insofern sehe ich in dem Blähschiefer eine ideale Mischung aus Füllung, Dämmung und Gewicht. Statisch sind die gewünschten Idealgewichte für einen Körperschallschutz bei einer Balkenlage oft nicht machbar.

Grüße

Frank



Entkoppelung für Trittschalschutz



ist hier noch nicht gefragt. Wichtig ist eine solide, ebene Grundkonstruktion für den späteren Ausbau. Der Trittschallschutz kommt später.

Grüße

Frank



120KG/m², ist das nicht zu schwer?



Ich habe grundsätzlich von Statik und Holzstabilität keine Ahnung, aber für mich als Laie klingen die 120KG als "Leerbelastung", da dort ja so noch nichts steht/gelagert ist, recht viel. Nicht dass ich falsch verstanden werde, die Balken sehen optisch noch sehr gut aus, aber ich habe von der Tragkraft eines solchen Balkens so gar keinen Schimmer.

Ich denke auch, dass die Trittschalldämmung erst der zweite, wenn nicht sogar dritte Schritt ist. Aber ich werde mich auch dahingehend schonmal schlau machen, danke für den Hinweis Klaus.



Die Statik läßt sich aus der Ferne..



nur annähernd beurteilen. Folgende Fragen tun sich auf:

Wie hoch ist die Schüttung aus gebrochenen Ziegeln, Asche, Bauschutt, etc.?

Welche Dimmensionen haben die Balken?

Wie lang sind die Balken?

Welche Abstände haben die Balken zueinander?

Wenn der Höhenausgleich durch eine angschraubte Bohle an den Balken erfolgt werden diese Balken gleichzeitig statisch verbessert.

Grüße

Frank



Balkenmaße sind...



sind 20*10,5cm, die Länge konnte ich nicht direkt feststellen, da ich noch nicht den ganzen Boden frei gelegt habe. Da das Haus aber nur 8,50m Kantenlänge hat und nichts hervorsteht, werden die wohl um die 8m haben schätze ich. Der Abstand ist im Mittel ca 55cm. Die Füllung ist in zwei Fächern bis zum Rand hoch, in den anderen ist noch 9 cm Luft. Ist aber tatsächlich mehr Asche als echter Bauschutt, so wie ich das jetzt gesehen habe.

Gruß Uwe



Werden diese 8,50 m langen Balken



nicht unterstützt? Also keine Zwischenmauer darunter oder ein Unterzug. Sind das 8,50m freitragend? Das wäre sehr ungewöhnlich.

Grüße

Frank



Nein, glücklicherweise sind diese natürlich nicht "freischwebend"...



sondern liegen ca in der Mitte auf 50cm dicken Mauerwerk auf auf.

Gruß Uwe