Fubodenaufbau Balkendecke: Dauerhaltbarkeit, OSB vs. Bewegungen

14.09.2015 Mathias



Hallo,

Ich, als ambitionierter Laie, habe nach viel Lektüre einmal eine grundsätzliche Verständnisfrage zu Fußbodenaufbauten auf Balkendecken bei geringer Aufbauhöhe (keine Späße mit Ausgleichsschüttungen usw.), was die Dauerhaltbarkeit von verschraubten OSB betrifft. Ich schreibe mal eine kleine Abhandlung darüber, was ich verstanden habe. So eine Zusammenfassung ist ja auch immer hilfreich für Andere, die mal im Forum stöbern.


Man kann wohl unterscheiden zwischen einem schwimmend auf den Balken liegenden Fußboden, der durch Dämmelemente vom Balken entkoppelt wird, und einem auf den Balken verschraubten Fußboden, welcher gleichzeitig auch eine statische Funktion haben kann.

Bei der verschraubten Variante wird man wohl in der Regel Rauhspund, Dielen oder OSB verwenden. Ein Dielenboden ist in seinem Gefüge etwas toleranter, OSB sind sehr steif und benötigen eine sehr ausgeglichene Balkenlage. Ich tendiere jedoch stark zu OSB, um für den weiteren Aufbau mit Trittschalldämmung und Parkett eine stabilere, weniger arbeitende Basis zu erhalten.

Um die Balkenlage auszugleichen, kann man auf die Balken Lagerhölzer aufbringen und hobeln (so wurde es hier 1890 gemacht) oder die Balken beidseitig mit Bohlen anlaschen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Für eine OSB-Beplankung werden zwei Konzepte verfolgt: Erstens, eine möglichst dicke (25mm) OSB aufzubringen oder zweitens, eine dünnere Lage (15mm) aufzuschrauben und eine weitere aufzulaminieren und auf Zug zu verschrauben. Ersteres benötigt eine penibelst ausgeglichene Balkenlage und bringt einen sehr planen, steifen Boden, zweiteres steht weit weniger unter Spannung und soll daher langfristig weniger zum Knarren neigen.

So.

Bei meiner kleinen Küche, ca. 3x3 meter, habe ich 25mm OSB-3 auf die drei Balken durch Lagerhölzer aufgeschraubt und schwimmend mit 2mm Kork und Dreischicht-Klickparkett belegt. Hier sind kaum Schwingungen wahrnehmbar, der Fußboden wirkt unheimlich solide, auch nach über einem Jahr knarrt noch nichts und die Nachbarn unten drunter sagen, alles sei top. Bei größeren Räumen aber gehe ich davon aus, dass die Balkenlage sich bei Last deutlicher durchbiegt, schwingt und somit viel Spannung in die Beplankung eingebracht sowie die Verschraubungen vor allem in den Randbereichen stark belastet werden. Zwar wird die Last flächiger auf mehrere Balken verteilt als bei einer Dielung, trotzdem muss hier doch insgesamt wahnsinnig viel Bewegung im System sein.

Nun vertragen sich nach meinem Verständnis Bewegung und OSB nicht besonders gut.

Kann man dies in seinen Auswirkungen auf die OSB und die Verschraubung einschätzen und Maßnahmen treffen, dass so ein Fußbodenaufbau nicht nach 5 oder 15 Jahren wieder zur Großbaustelle wird? Den Schraubenabstand im Randbereich zu halbieren leuchtet zum Beispiel ein.

Gegeben ist ein Obergeschoss; Baujahr ca. 1890; Balkenachsabstände 70-90 cm; Spannweite bis 4,50m; mit Schwarten-Fehlboden, Lehmstrohfüllung, Staubschüttung.

Ich Danke an dieser Stelle nochmal Herrn Böhme und Herrn Böttcher für ihr damaliges Feedback.

Beste Grüße und Dank im Voraus für Ideen.
Mathias



OK,



...das war wohl doch 'ne Schippe zu viel Text ;-)

tl;dr:
OSB bietet zwar einen festen und steifen Bodenaufbau, aber wie verträgt sich dies langfristig mit den Bewegungen einer Balkenlage? Wie kann man hier Problemen vorbeugen?