Hofeinfahrt aus Pflasterklinker friert hoch, warum?

10.03.2010



Hallo,

wir haben im letzten Jahr unseren Hof, die Wege um die Garage und eine Terasse neu mit Pflasterklinker gepflastert. Der Bodenaufbau sieht wie folgt aus:
- Alles an Mutterboden mit Bagger entfernt
- Mit Füllsand aufgefüllt
- 20-30cm 32er Mineralgemisch
- Alles in Stufen verdichtet
- Als Bettung 3-4cm 5er Brechsand
- ebenfalls verdichtet
- Fugen mit QuarzSand eingeschlemmt
- Abgerüttelt
Hat alles bestens funktioniert, bis der Winter kam. Alle Steine sind anscheinend gleichmäßig ein Stück hochgefroren und wenn man auf dem Pflaster ging bzw. mit dem Auto in die Garage fuhr, drückte Wasser aus den Fugen hoch und hat gleichzeitig das Fugenmaterial mit herausgedrückt. Ich habe die Fugen mittlerweile wieder aufgefüllt und das Ganze erneut abgerüttelt, so dass es jetzt wieder gut aussieht.

Meine Frage nun: was habe ich falsch gemacht (wir hatten uns vor Beginn ausführlich infomiert und beraten lassen) und was kann getan werden, damit das nicht nochmals passiert?

Vielen Dank.
Dumpy



Frost im belag



Hallo,

eine komplett frostfreie Einfahrt kriegen Sie nur hin, wenn Sie eine 45-60 cm dicke Frostschutzschicht als unterste lage einbauen, darauf eine trqagschicht, dann die Deckschicht.
Der Aufbau entspräche dann Bauklasse VI.
Beispiele erhalten alle im Buchhandel erhältlichen Bautechnischen zahlentafeln.
Alle bescheideneren Ausführungen müssen Abstriche bei der Anforderung nach Frostsicherheit hinnehmen.

Zu berücksichtigen ist ferner anfallendes Oberflächenwasser und die Lage des grundwasserspiegels, sollte der schon auf UK Grashalm liegen, gibt es ernste Probleme.

Grüße vom dauerfeuchten Niederrhein



Frost



Hallo Dumpy,

Tragschicht Dicke bei PKW befahrbar ca. 25 – 40 cm Stein-dicke 8 cm Bettungs-dicke 3 – 5 cm.
Beim Aushub muss ein Gefälle von min. 2,5 % eingehalten werden. Aushubtiefe 37 – 52 cm.

Es kann sein das der Untergrund kein Wasser durchlässt, entweder Sie haben den Schotter (Mineralgemisch) zu arg Verdichtet oder der Untergrund ist schon nicht Wasserdurchlässig.

Grüße aus Nördlingen





Hallo,

das friert bei uns.
merke: Ohne Frostschutz immer Frostschäden.

Grüße



Frost



Hallo,
was für einen Untergrund ist den Vorhanden.

Da durch die Fugen Wasser nach oben kommt sehe ich eher das Problem das der der Untergrund zu dicht ist und das Wasser nicht Versickern kann.

Entweder die Tragschicht ist zu sehr Verdichtet , oder der Untergrund lässt kein Wasser durch.

Die Tragschicht (Frostschutz) dicke ist abhängig vom Vorhandenen Untergrund.

Wenn der Untergrund nicht tragfähig und frostbeständig ist, ist eine zusätzliche Frostschutzschicht selbstverständlich erforderlich dicke richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten.

Als Bettung 3-4cm 5er Brechsand
- ebenfalls verdichtet

Es kann auch sein das die Bettung zu arg Verdichtet wurde, so daß das Wasser nicht mehr in den Untergrund abfließen kann.

Grüße aus Nördlingen



Der Aushub ...



...lag bei 50-60cm, dann sind wie beschrieben Füllsand, Mineralgemisch und als Bettung Brechsand in den angegebenen Stärken verwendet worden.

Wenn ich mir die Stärken aus den Beiträgen anschaue, habe ich nicht wirklich etwas falsch gemacht:
- Höherliegende Flächen/Feuchtigkeit: nein, Nachbargrundstück fällt sogar ab.
- Gefälle 2,5%: ja

Es kann natürlich sein, dass das Ganze zu stark verdichtet wurde, aber wie will man dass feststellen?

Wir hatten diesen Winter allerdings recht heftige Bedingungen. Tagsüber hat es getaut, so dass Feuchtigkeit in den Untergrund sickerte. Aufgrund des Bodenfrostes konnte diese Feuchtikeit aber nicht weiter absacken, so dass es dadurch möglicher Weise zu dem Hochfrieren gekommen ist.

Wie dem auch sei, kann ein zukünftiges Hochfrieren durch nachträgliche Maßnahmen unterbunden werden?

Vielen Dank.
Dumpy



Hofeinfahrt



Was verstehen Sie unter "Mineralgemisch"?
Solche Gemische können je nach Zusammensetzung nicht(Klasse F1), mäßig (F2) oder stark (F3)frostgefährdet sein.
Die Klasse F1 umfasst alle grobkörnigen Böden, also Kiese und Sande weit,eng und intermittierend gestuft.
Die Klasse F2 und F3 sind Beimengungen von Schluff und Ton enthalten, also tonige und schluffige Sande und Kiese.
Die Klasse F3 ist praktisch gemischkörniger, bindiger Boden.
Für Frostschutzschichten bzw. frostsichere Tragschichten gibt es genaue Vorschriften für die Zusammensetzung.
Ich vermute bei Ihnen, das dieses "Mineralgemisch" zu hohe Schlämmkornanteile enthält (Klasse F3). Bei Frost passiert damit folgendes:

Phase 1
Bei starkem, lange andauernden Frost friert der Boden durch. Es kommt zu leichten Anhebungen, das Wasser in dem bindigen Mineralgemisch friert und dehnt sich aus.
Frostsichere Tragschichten machen das nicht, es ist weniger Wasser und viele mit Luft gefüllte Hohlräume zwischen den großen Körnern vorhanden, in die das expandierende Eis ausweichen kann.

Phase 2
Wenn es zu Tauperioden mit schmelzendem Schnee kommt, taut der Straßenkörper langsam von oben nach unten auf.
Dann haben Sie aufgetauten Bettungssand und darunter die ersten angetauten cm breiiges, mit Wasser gesättigtes Mineralgemisch. Das Tauwasser vom schmelzenden Schnee kann nicht durch die unteren, noch gefrorenen Schichten versickern, es staut sich im aufgetauten Bereich.
Die tonigen und schluffigen, zu Brei verflüssigten Anteile der oberen Mineralschicht sind instabil und werden nach oben geschwemmt. Das Pflaster sackt ab.
Bei weiterem Frost gefriert das auf der Oberfläche des Mineralgemischs und im Bettungssand stehende Wasser, es gibt weitere Hebungen, diesmal stärker.

Phase 3
Bei jedem Fost/Tauwechsel wiederholt sich das Ganze.

Melden Sie den Schaden beim Tiefbauer an, der Ihnen das eingebaut hat und verlangen Sie Nachbesserung.

Viele Grüße



Das verwendet Mineralgemisch...



...nennt sich Mineralgemisch rot 0 / 32
(s. Link: http://www.ewaldknak.de/index.php?site=mineralgemisch_rot_0_bis_32&altbk=&PHPSESSID=7c7d89a6735c779a37eeb7c9814fffed)
und soll grundsätzlich dafür geeignet sein. Welcher Frostschutzklasse das entspricht, konnten die mir dort nicht sagen, wissen Sie das?

Dumpy



Brechsand



Hallo wie sieht denn Ihr sogenannter Brechsand aus ?
Normalerweise wird 2/5er Pflastersplitt verwendet, dieser hat keine Nullanteile und lässt das Wasser ohne Probleme durch. Statt Mineralgemisch sollte auch zertifizierter Frostschutz verwendet werden. Also kurz gesagt hilft nur alles wieder rauszureißen, außer Sie können mit der jetzigen Situation leben.



Hofeinfahrt



Wenn die braven Leute Ihnen das nicht sagen können, dann ist das Zeug frostempfindlich. Das "Mineralgemisch rot" ist Recyclingmaterial, also zerkleinerter Ziegelschutt so wie er aus dem Brecher kommt.
Wichtigstes Kriterium für Frostsicherheit ist neben der Ungleichförmigkeit der Anteil an Feinkorn (Körnungen kleiner als 0,063 mm), der max.5% betragen sollte.
Bei den abgebildeten Materialien wage ich das zu bezweifeln.
Das sind weder grobkörnige Kiese und Sande der Bodenarten GW, GI, GE bzw. SW,SI, SE (DIN 18196) noch ist der max. Feinkornanteil eingehalten.

Viele Grüße



Der Brechsand...



...ist vom gleichen Lieferanten wie das Mineralgemisch und nennt sich Brechsand 0-5. Der wird im Übrigen in vielen Anleitungen als gute Alternative zu Splitt für die Bettung angepriesen. Alles wieder raus ist verständlicher Weise nicht die Lösung, die ich mir vorstelle. Gibt es evtl. eine Lösung in die Richtung, dass man das Eindringen von Oberflächenwasser weitestgehend verhindert?

Dumpy



Also



...wenn es sich wirklich um Recycling handelt dann hätten Sie auch direkt auf den Rohboden pflastern können.
Vielleicht sollten Sie einfach damit leben, ich kenne auch alte Höfe wo das Pflaster nur in Sand ohne Unterbau verlegt ist. Immer im Frühjahr wenn der Boden auftaut bewegt sich dann alles. Sobald die Feuchtigkeit raus ist gibt sich das aber wieder. Versiegeln würde ich die Fläche nicht. Da die Steine arbeiten platzt dann sowieso alles wieder aus den Fugen. Also beim nächsten mal lieber einen Fachmann holen es wäre schade um die viele Arbeit die sie sich gemacht haben.



Tragschicht



Die Tragschicht sieht auf dem Bild meiner Meinung nicht besonders hochwertig aus.
Am besten mal Fragen ob die Anforderungen der TL SoB (Technische Lieferbedingungen für Tragschichten ohne Bindemittel) erfüllt, insbesondere auch hinsichtlich der Umweltverträglichkeit.
Leider heißt es in der TL SoB an die Wasserdurchlässigkeit werden keine Anforderungen gestellt....das ist Schwachsinn !!
Gerade Tragschichten und Bettungen für Pflaster müssen ausreichend wasserdurchlässig sein. Erreichen kann man das dadurch in dem man den Fein- und Sandanteil begrenzt.
(siehe auch ZTV/TL Pflaster)
Natürlich kann die Durchlässigkeit aufwändig geprüft werden aber auch für den Hausgebrauch einfach:
Ein etwa faustgroßes Loch machen mit Wasser füllen und messen wie schnell das Wasser abläuft.





Hallo,
ich bin neu hier und hab den Beitrag zufällig entdeckt.

Ich hab meinen Hof auch selbst gepflastert.
Mich hat hier auch der "Brechsand" stutzig gemacht.

Ich hab als Untergrund Mineralbeton (Mineralgemisch), dann 2-4 cm Basaltsplitt und den Brechsand (falls es das gleiche ist wie bei dir) hab ich als Fugenfüller verwendet.

Der Brechsand, den ich verwende (aus Basaltbruch angebl.)
quillt bei Feuchtigkeit auf und "klemmt" so zwischen den Pflastersteinen.
Wenn du diesen Brechsand unter dem Pflaster hast, wundert es mich nicht, wenn es bei Feuchtigkeit das Pflaster anhebt.

Vielleicht ist es auch anderes Material...

Gruß, Hermann