Fragen zur Schwarzen Küche

08.04.2014



Hallo in die Runde,
zur Zeit sind wir bei der Erhaltungssanierung unseres brandenburgischen Doppelhäuschens.
Im Zuge der Arbeiten an dem Bereich des Hauses, den wir als ehemalige Schwarze Küche identifiziert haben, tauchen nun doch einige Fragen zur Bauweise und Geschichte dieser Küchen auf.
Ich versuche mal eine Beschreibung

Dorfreihendoppelhaus ursprünglich komplett in Fachwerkbauweise . Später ( geschätzt um 1900 ) Austausch der Traufseiten durch 2-schaliges Mauerwerk
An den Giebelseiten gab es in beiden Haushälften einen Durchgangsraum mit preußischer Kappendecke und darüber liegender Lehmkaminglocke. Grundmaß ca 2 x 2 m

Bei den Vorarbeiten zur Reparatur der Kappendecke entfernten wir gut 10 Lagen schichtbildende Farbe, vermutlich Kalkfarben, Kalkmilch...Darunter tauchte dann im EG ein schwarzer Belag an 3 von 4 Wänden auf....Ruß und verbrannte Oberflächen. Also war dort vor dem Einbau der Züge und der Kappendecke eine offene Feuerstelle.
Was uns und auch den Maurer erstaunte war, dass die Wände in dieser Küche an 3 Seiten komplett aus Lehm bis zum Boden gemauert waren. Der Zahn der Zeit hat regelrechte Fraßspuren im bodennahen Bereih hinterlassen, die unsere Vorväter mit ALLEM nicht brennbaren Baumaterial ausgefüllt hatten, dessen sie habhaft werden konnten.
Nun meine Frage:
War es früher üblich, eine Schwarze Küche bis zum Boden aus Lehm zu Mauern ? Nur die Außenwand/Giebelseite ist aus gebrannten Ziegeln offensichtilich später als Ersatz für eine Fachwerkwand hergestellt worden.
Ist die Lage an den Giebelseiten der Gebäude typisch? Ich hatte bisher nur von zentralen Küchen gelesen.
Lässt diese Bauart in Verbindung mit der Lage des Hauses ( ehemaliges Gutsarbeiterhaus im Raum Gransee ) einen etwas genaueren Rückschluss auf das Alter des ganzen Hauses zu?
Zur Zeit gehen wir von irgendetwas zwischen 1820 und 1850 aus.
Vielen Dank für Informationen zu unserer kleinen Bau-Babuschka

Das Bild zeigt einen Wandbereich mit den "Fraßspuen" im Sockelbereich



Tja, die Tücken der Technik



.....
ich muss wohl mal an eine neue Kamera denken, da diese "Qualität" der Bilder wirklich indiskutabel ist ;)

@ Klaus. Das Haus ist nicht auf dem "Markt" gewesen. Auklärende Besichtigungen durch bereits erfahrenere Fachwerkrenovierer finde ich ausgesprochen spannend. Man sieht dann doch wieder Dinge, die einem früher nicht aufgefallen sind.
Leider scheint dieses Bildprogramm nicht mit meinem kompatibel zu sein.....Ich schwöre, ich hatte das Bild gedreht :)
Heute wurde dann die alte Kappendecke ohne großen Widerstand ausgebaut. Der Steg des Trägers war an einigen Stellen völlig weggefressen und der Träger insgesamt stark angegriffen. Die Decke wird durch eine neue Kappendecke ersetzt.

In der Lehmglocke befinden sich noch 2 Balken und mehrere Haken, an denen wohl der gute Schinken oder Fisch im Rauch hing.

Das Bild zeigt die Ansicht der Lehmglocke im Dachboden . Die zu erkennenden Schäden am oberen Rand sind durch den Austausch des an dieser Stelle gebrochenen Wechsels entstanden und werden mit noch vorhandenem Material wieder ergänzt.



und noch ein Foto



Der Blick ins Schwarze ;)
Gut zu erkennen sind die alten Balken zur Aufhängung der Räucherwaren.





also viel kann ich immer noch nicht erkennen aber wenn das Lehmwände sind, glaube ich, ist das Haus älter als 1820.
Wobei man ja auch heute noch mit Lehm bauen kann.

Wenn das ein Gutsarbeiterhaus ist, gehört da ja ein Gut dran. Gemeinhin kann man darüber rausfinden, wann das gebaut wurde.
Ist das gleich im Ort Gransee oder irgendein OT?



Lehmwände



hat die Esse an zwei Seiten, in denen der Durchgang in Form eines Rundbogens ausgebildet ist. Die beiden anderen Seiten sind offenbar ursprünglich mal in Fachwerk erstellt worden und entweder nur mit Lehm verputzt ( Innenwand ) oder später durch Ziegel ersetzt worden ( Außenwand )

vor 1820....schööön, das Ruinchen wird ja immer älter.

Es liegt in einem Ortsteil. Da der Denkmalschutz bisher nicht auf uns aufmerksam wurde.....möchte ich die genauere Adresse hier lieber nicht preisgeben ;)

Mal sehen, welche Informationen ich von der Stadt Gransee noch zu dem Gut erhalten kann. Eigentlich sollte die Quellenlage recht umfangreich sein.



ha



meine Bude ist auch bis zum Boden aus Lehm gemauert .
Und ist 1790 gebaut worden.
War mahl eine Fleischerei, nur die Lehmglocke wurde einmahl gegen eine sehr breite Ziegelesse getauscht.