Fragen zum Hauskauf



Fragen zum Hauskauf

Hallo,

wir sind sehr interessiert an einem Fachwerkhaus, wir haben auch schon eine Kaufreservierung. Hintergrund ist folgender:

Haus wurde um 1800 gebaut, steht unter Denkmalschutz. Früher war das Gebiet ein Hochwassergebiet, letztmalig gab es 1993 Hochwasser im Gebäude. In der Regel hat man das Wasser einfach laufen lassen und ist dann über einen Sickerkeller wieder abgelaufen. Seither soll / gibt es keine weiteren Probleme mehr mit dem Wasser.. Ich habe jetzt allerdings gerade noch einmal Bilder durchgeschaut und mir fällt ein Wasserschaden auf.

Was meint ihr dazu?

Viele Grüße aus der Region Koblenz und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht

Christian



Schwelle



Wo ist die Schwelle? Ich sehe da nur Farbe auf Putz als Ersatz für die Schwelle und auch ein weiterer Querbalken besteht nur aus Putz bzw. Farbe. Also gut anschauen und rechnet mit einer Auswechslung.

Wenn es das einzige ist viel Spaß mit dem Haus.

Gutes Neues Jahr.



Hauskauf



Schiieße mich der EInschätzung an: die Schwelle und diverse Stützen- und Strebenfüsse existieren vermutlich nicht mehr und sind in Beton/Mörtel/Farbe nachgebildet worden. Das sind keine Hochwasserschäden, sondern eher Auswirkungen fehlenden baukonstruktiven Holzschutzes.

Den Erhaltungszustand und den Sanierungsaufwand des gesamten Hauses würde ich sehr genau untersuchen wollen, bevor ich ein Kaufinteresse wirklich konkretisiere. Insbesondere auch in Verbindung mit den Anforderungen aus dem Denkmalstatus.

Die aktuelle Hochwassergefährdung lässt sich über die Untere Wasserbehörde anhand von Gebietskartierungen einschätzen, die die Ausdehnung der Hochwasserstände verzeichnet. Z. T. ist die Klassifizierung auch im Flächennutzungsplan eingetragen.

Wenn Sie eine qualifizierte Immobilienkaufberatung zu diesem Objekt in Anspruch nehmen möchten, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur". Weitere Informationen sende ich Ihnen gerne per Email zu.



Schwelle



Hallo und ein frohes neues Jahr miteinander!

Vielen Dank zunächst für die erste Einschätzung.
In der Tat gibt es keine Schwelle mehr, diese gibt es allerdings ringsherum nicht mehr.

Hochwasser kann so gut wie ausgeschlossen werden, seitdem man Mitte der 90er eine Talsperre eingebaut hat. Seither gab es kein Hochwasser mehr.

Hinsichtlich der Schwelle... Bodenseitig scheint keine Schwelle erbaut gewesen zu sein. Lt. Unterer Denkmalschutzbehörde wurde damals auf dem teilmassiven 1. Erdgeschoss das Fachwerk "drauf gebaut".

Da es sich wirklich um ein Schnäppchen handelt (mit anliegender Scheune / Werkstatt, die wirklich in einem Bombenzustand ist (Ausbauungsmöglichkeiten etc..), stellen wir uns gerade die Frage der Wirtschaftlichkeit sowie der Kosten. Mit einem einfachen "Anstrich" wird es ja nicht getan sein.

Einen guten Start ins neue Jahr!



Vorsicht bei Schnäppchen



unser "Schnäppchen" hat wenig gekostet ( Bodenwert - Abrisskosten ) und wir haben in den letzen Jahren bereits weit über tausend Arbeitsstunden und gut 50.000 € hineingesteckt....und das ganz ohne den Wunsch und das Ziel, es dauerhaft nutzen zu können. Rein Erhaltung der Substanz und eine temporäre Nutzung als einfachstes WE Haus mit nur wenigen qm.. Hätten wir auch noch ENEV, Denkmalschutz oder auch nur schlicht ein dauerhaftes Wohnen anvisiert hätten wir locker einen Neubau mit goldenen Klinken stattdessen finanzieren können.
Bitte geht mit einem erfahrenen Sachverständigen, hier im Forum sind einige vertreten, durch das Haus oder/und wendet euch an die IG Bauernhaus.
Rechnet bei solch einem Objekt mit dem Worst Case der Renovierungen - es kann dann nur besser werden.
Das Objekt wird sicher nicht umsonst zu einem so scheinbar günstigen Preis verkauft.
Bitte, versteht mich nicht falsch, ich freue mich für jedes Fachwerkhaus, dass seinen Liebhaber findet - aber das "Schnäppchenargument" sollte hier nicht der ausschlaggebende Grund sein. Ich sehe halt zu oft, wenn mit viel Elan, großen Wünschen und wenig Kapital so eine Sanierung begonnen wird und am Ende dann ein halbfertiges Haus mit einer völlig fertigen Familie zurückbleibt.
LG
anna



Schwelle



So,
ich war gerade noch einmal vor Ort...

Offenbar ist es so, dass das Fachwerk nur auf zwei Seiten sichtbar ist. Ob es sich auf der anderen Seite ebenfalls um womöglich verstecktes Fachwerk handelt, ist nicht bekannt. Ein Gutachter wird definitiv eingeschaltet, hierfür haben wir den Vorteil, dass wir einen im Familienumkreis haben, der jedoch regional nicht in der Nähe wohnt.

Hinsichtlich der Schwelle:

Das Fachwerk steht auf einem massiven Grund, wie auch auf dem Bild zu sehen. Ich denke, als Schwelle wird der Beton-Vorsprung benutzt. Der ist ca. 8 cm lang mit einem Fallwinkel von ca. 35°. Mir ist jedoch aufgefallen, dass das Gebälk hier und da sicherlich keine Pflege erhalten hat. Hier müssen wir schauen, ob es noch da noch Erhaltungschance gibt oder nicht.

Dennoch danke erst mal für eure Informationen.



Ausbau/Umnutzung



Die Sanierungskosten für das FWH sollten vor Kauf zumindest überschlägig ermittelt werden, insbesondere wenn eine FW-Instandsetzung ansteht (Schwelle/Stützenfüsse etc).

Auch die Umbau und Ausbauoptionen (Scheune zu Wohnraum) sollten direkt zu Anfang auch unter dem Aspekt der rechtlichen Zulässigkeit (Bau- und Planungsrecht, Denkmalschutz) betrachtet werden. Umnutzungen sind bauuntragspflichtig. Beim Umbau/der Umnutzung grenzständiger Gebäude wird regelmäßig der Bestandsschutz zum Thema und der Brandschutz. Beim Ausbau der Scheune ist die vorhandene bzw. oft nicht vorhandene Fundamentierung in statischer Hinsicht ein nicht zu vernachlässigender Kostenpunkt.

Insgesamt scheint es ein finanziell und baukonstruktiv anspruchsvolles Objekt zu sein. Gut hinschauen und kalkulieren empfiehlt sich wirklich. Der Schnäppcheneffekt relativiert sich sonst schnell.