Fragen zum Deckenaufbau mit Schüttung

16.11.2017



Guten Tag,

ich hoffe hier HIlfe zu finden.
Wir haben vor ein paar Monaten ein kleines Haus BJ 1922 gekauft.
Dieses ist in sehr einfacher Bauweise gehalten und ist nur in einigen Innenwänden gefacht, hat natürlich eine Holzbalkendecke.

Nun bin ich sehr Laienhaft unterwegs, aus einer geplant oberflächlichen Sanierung ist eine Entkernung geworden. Ich bemühe mich nun redlich mich ins Thema einzuarbeiten, stehe aber den tausend Meinungen und Optionen leicht kopflos gegenüber. :/

Zur aktuellen Lage:
Leider hat mein Partner im ersten Geschoß Hals über Kopf die alte Schüttung entfernt. Im Obergeschoss konnte ich sie retten.

Wie haben zwischen Erd- und Obergeschoss nur noch die Balken liegen.
Zwischen Ober- und Dachgeschoss haben wir die Balken mit einer Lattung mittig auf der Konterlattung am Balken und darauf nix mehr.
Die alten Dielen sind raus (sollen aber weitestgehend wieder drauf)

Nun frage ich mich wie wir am klügsten wieder aufbauen, sodass wir einen möglichst guten Trittschall haben und eine gute Dämmung!? da gleich die nächste Frage macht es Sinn innerhlab zu dämmen?

Im Untergeschoss sind Wohnräume; im Obergeschoss Schlafzimmer (im Winter schon mal sehr kalt!) und Bad; im Dachgeschoss Kinderzimmer (im Winter mit wechselnden Temperaturen Tag und Nacht).
Fussbodenheizung kommt nur ins Erdgeschoss und ins Bad.

Die Balken möchten wir gern sichtbar belassen. Außerdem wäre es großarig wenn wir beim neuen Aufbau zwischen Erd- und Obergeschoss direkt auf den Balken weitermachen könnten und nicht noch eine neue Lattung zwischen die Balken einpassen müssten. Spricht etwas dagegen? Sollte eine Schüttung wieder aus statischen Gründen zwischen die Balken oder genügt es sie oben aufzubringen? Ich tendiere zu einer schweren, aber natürlich gern kostengünsitgen Schüttung. Gibt es da Empfehlungen?

Ich wäre sehr froh hier ein paar nützliche Hinweise zu bekommen.

Herzliche Grüße
Anja



Bodenaufbau



Hallo Anja
Wenn Aufbau auf den Balken möglich ist können Holzdielen auf den Balken verschraubt werden, darauf Holzfaserplatten ca 20 mm verlegen, darauf ca 40 mm Betonplatten zur Beschwerung, evt Fugen und Randbereiche mit feinem trockenen Sand ausfüllen, dabei ggf Rieselschutzpapier unterlegen.

Als Bodenbelag mit niedrigem Aufbau Fertigparkett mit 2 mm Korkbahnen oder 40/60 mm Lattung, dazwischen Holzfaserplatten oder Hanfdämmplatten einlegen und Dielen verschrauben.
Statt Betonplatten können auch Phonestarplatten verwendet werden- jedoch deutlich teurer.

Bei niedrigem Aufbau muß die Beschwerung auf Fehlboden zwischen den Balken eingebracht werden.

Wärmedämmung ist zwischen beheizten Geschossen unnötig.

Wenn's oben kalt ist wäre Innendämmung sinnvoll, falls Außendämmung aus gestalterischen Gründen nicht möglich ist
Ggf anrufen
Andreas Teich



und dann?



Alle Türstürze anheben? Zusätzliche Treppenstufe oben anflicken?



Fehlboden



Nach den Unterlagen die ich so gelesen habe und was auch von den Fachleuten hier immer wieder vertreten wird, ist der gute alte Fehlboden mit einer schweren Schüttung immer noch das non plus ultra. Alles was da so modern angepriesen wird hat viele Probleme.

Da ich meine schon lange freigelegten Balken schön fand und diese erhalten wollte, habe ich zwischen die Balken Gipskarton auf Federschienen gesetzt und oben auf die Balken einen Dielenboden. Der Hohlraum wurde mit Steinwolle gefüllt. Wie zu erwarten, war das Ergebnis bescheiden. Mit einem Bauphysiker habe ich dann die Möglichkeiten besprochen und bin jetzt bei folgendem Aufbau, der ganz knapp die gesetzlichen Vorgaben für getrennte Wohneinheiten einhalten kann. Von unten eine zweite schwere Platte Gipskarton/Gipsfaser. Auf den Dielenboden dann Rieselschutz und 4 cm Sand oder Splitt zwischen Rahmen, darauf Trittschalldämmung mit einer dynamischen Steifigkeit von 20 MN/m3 und darauf den Bodenbelag. Ein ziemlicher Aufwand und 10 cm Höhenzuwachs über den Balken.

Ich würde mir das noch mal überlegen ob es sich da rentiert die Balken frei zu lassen.



Fragen zum Deckenaufbau mit Schüttung



Einen guten Morgen allen Bauwütigen,

vielen lieben Dank erstmal für eure Antworten! Nachdem ich nun eine Nacht darüber geschlafen habe, würde ich mich auch aufgrund eurer Einwände auf jeden Fall für eine neue schwere Schüttung zwischen den Balken entscheiden (da könmnen wir gut 5cm einbringen und hätten dennoch nach unten Platz um die Balken sichtbar zu lassen).

Wir hätten dann:

Lattung
Schüttung zwischen Balken
OSB
Lattung mit Steinwolle dazwischen
OSB
Dielung verklebt

Das wäre der Aufbau für zwei Räume im Obergeschoss.
Daneben liegt aber noch das Bad für das wir wegen der Fussbodenheizung einen anderen Aufbau hätten:

Lattung
Steinwolle zwischen Balken
OSB
Trittschallplatte mit Heizung
Estrich
Fliesen

(Ich würde da die Schüttung gegen Steinwolle ersetzen um nicht zuviel Gewicht zum Estrich zu bekommen)

Dazu hätte ich noch ein paar Fragen:

1. Ist es statisch bedenklich, auf einer Etage (insg. nur ca. 40qm) verschiedene Aufbauten umzusetzen, wenn die Balken darunter durch die verschiedenen Räume laufen?

2. eine Holzfaserplatte (also MDF!?) oder Hanfdämmplatten sind OSB- Platten vorzuziehen? Haben diese eine bessere Dämmwirkung?
Tatsächlich bin ich von OSB nicht ganz überzeug wegen der Wirkung als Dampfbremse.

3. was sollten wir als schwere Schüttung am ehesten in Betracht ziehen?

Ich bin im dessen bewusst, dass derart lapidare Fragen hier schon von der Pike auf durchdiskutiert worden sind. Von daher bitte ich meine Unkenntnis zu entschuldigen und erwarte in tiefer Demut und Dankbarkeit eure Antworten..;)

Viele Grüße aus Leipzig,
Anja



Schüttungen



Zum Material der Schüttungen habe ich nicht viel gefunden. Jeder bevorzugt etwas anderes, aber es kommt vor allem auf das Gewicht an und dass es eine lose Schüttung ist. Es sollte natürlich auch trocken und Ungezieferfrei sein. Dafür dann geglühten Sand oder getrockneten Splitt. Ob sich der Aufwand für spezielle Schüttungen die elastisch gebunden werden lohnt, wage ich zu bezweifeln. Wenn die Balken durchhängen sollten und/oder mehr Gewicht als die alten Decken eingebracht werden sollte, muss ein Statiker hinzugezogen werden.

Das mit Schüttung-OSB-Lattung mit Steinwolle-OSB verstehe ich nicht. Da kann die Schicht OSB zwischen Schüttung und Steinwolle auch entfallen. Dann lieber die Lattung etwas stärker wählen falls ihr die Bodenhöhe braucht.



Stimmt.



Hallo Historia,

das ist natürlich wahr! Jetzt wo du es sagst,frage ich mich, warum ich da eine weitere Lage OSB eingeplant habe.
Danke für den Hinweis, manchmal steht man eben auf dem Schlauch..;)

viele grüße
anja



Schüttung



Die Beschwerung kann auch aus dünnen Betonplatten bestehen, wenn’s statisch machbar ist- Fugen mit trockenem Sand ausfüllen.
Diese können auf Weichfaserplatten aufgelegt werden, die bei dichter Verlegung auch als Rieselschutz dienen können.

Statt OSB- Platten besser Massivholzbretter verwenden, die im Fall von Durchfeuchtung stabiler bleiben.

Andreas Teich



Schüttung



Liebe Anja,

beim Thema Schüttung kann ich dir weiterhelfen. Schau doch mal hier rein: https://www.fermacell.de/de/docs/fermacell_PuV_Boden_D.pdf Besonders ab Seite 27 wird es spannend für dich. Viel Erfolg!