Frage zur Kondeswasserbildung an Außenfenstern / Innentemperatur

04.02.2014



Hallo zusammen,

im Schlagwortindex habe ich leider nicht die passende Antwort gefunden, daher stelle ich meine Frage:
Zur Situation: Sandsteinhaus, 18. Jh., Wandstärke ca. 70cm, außen einfachverglaste originale Fenster aus Eiche mit Standölfarbe gestrichen, innen ebenfalls einfachverglaste Holzfenster, Dichtungen gibt es keine, lassen sich bei den Innenfenstern nach Meinung des Schreiners nicht nachrüsten.

Heizsituation: Das Gebäude wird mit Wandheizung nur leicht "temperiert", ca. 12 Grad, rel. Luftfeuchte 60-70% bei 12 Grad.

Im EG gibt es absolut keine Kondenswasserbildung an den Außenfenstern, wohl aber im OG. So ganz schlau werde ich daraus nicht, denn zwischen EG und OG gibt es - da alles nur mäßig geheizt wird - kaum Temperaturunterschiede.

Wenn ich die bisherigen Beiträge richtig interpretiere, sind im OG die Außenfenster möglicherweise dichter als die Innenfenster und es kommt daher zur Kondenswasserbildung. Oder sehe ich das falsch? Gibt es ggf. noch andere Erklärungen, bevor ich den Schreiner rufe, um die Fenster außen undichter zu machen?

Eine andere Frage ist die der Temeperatur. Nutzungsbedingt reichen die 12 Grad im Winter völlig aus. Sehe ich das als Laie richtig, dass eine höhere Innentemperatur nicht nur zu höhreren Heizkosten führt (klar :-)), sondern auch die Kondensbildung verstärkt? Oder wäre es besser, das Gebäude stärker zu beheizen?

Ich weiß, viele Laienfragen, würde mich über Antworten jedoch sehr freuen.

Viele Grüße, Heiko



das ist natürlich aus der Ferne schwer zu beantworten.



natürlich könnte es im OG tatsächlich etwas wärmer sein, als unten, zudem ist auch feucht Luft leichter als trockene.
Voraussetzung ist natürlich, dass die Luft frei zwischen OG und EG zirkulieren kann.

Abhilfe schafft eine Messung: Raumtemperatur und Feuchte in EG und OG messen in der Nähe der Fenster und zwischen den Scheiben. Dann wird man wissen, ob es Unterschiede in der Dichtigkeit gibt und ob es ggf. oben doch wärmer und feuchter ist als unten.
Wie wird die Feuchtgkeit denn eingetragen, bei 12 Grad werden sich ja sicher nicht dauerhaft Personen in den Räumen aufhalten.

Gruß G

p.s.

Solange keine Feuchtigkeit eingetragen wird und keine Luft nach außen verloren geht, ist es wohl völlig egal, wie man heizt. Diese Idealvorstellung trifft natürlich meistens eben nicht zu.

Personen geben Feuchtigkeit ab, Dächer können undicht sein, im Sommer kann warme Außenluft auf einer Innenwand kondensieren, wie z.B im Keller.

So ergibt sich also die Frage, wie hoch der Feute Eintrag eigentlich ist.
wieder loswerden kann man die Feuchtigkeit nur durchs Lüften.
Je wärmer die Raumluft ist, umso weniger Luftaustausch ist nötig.
Bei 12 Grad Luft und Bauteil Temperatur und 8° Außentemperatur wird die nachströmende Außenluft nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen können, bei 22° Innentemperatur natürlich sehr viel mehr.

Problematisch ist bei solchen Temparaturen auch der Übergangbereich, in dem die Wände nachts auskühlen und am Tag wärmere Luft von außen nachströmt. Da hat man dan möglicherweise immer Tauwasser wie auf der Wiese, bloß dass niemals die Sonne drauf scheint.
Ich habe eine solche Ecke mitten im Haus: je schöner das Wetter um so mehr Kondensat. Leider kann man dort nicht so einfach temperieren.



Im Prinzip...



... hast Du die Zusammenhänge ganz richtig erkannt... Der angedachte Lösungsansatz wird allerdings möglicherweise zu mehr Problemen führen als lösen.
Beim gezielten Anbringen von dauerhaften "kleinen" Undichtigkeiten im Bereich der Außenfenster schaffst Du neue "Soll-Kondensationsstellen" durch punktuelle/linienförmige Wärmebrücken, wo es dann verstärkt zu Kondensation an kritischen Stellen mir erhöhten Schadenspotential kommen kann. An der Scheibe ist das weitgehend unkritisch, wenn die Feuchtigkeit entfernt oder/und großflächig und zeitlich begrenzt weggelüftet wird.
Das wäre auch im Prinzip der einfachste und effektivste Lösungsansatz: Lüften durch Öffnen der Fenster.
Weiterhin könnte es helfen, die Wandheizung für ein paar Stunden am Tag vollständig abzustellen. So kann die Wand mehr Feuchtigkeit einlagern und dann im Heizbetrieb nach außen hin abtransportieren. Eine nennenswerte Auskühlung der Raumluft sollte dabei verhindert werden.
Das wäre dann auch die Antwort auf die letzte Frage: Erhöhung der Temperatur führt Verringerung der Kondensation, da mehr Feuchtigkeit in der Raumluft gelöst gehalten werden kann.

Wie wird das Haus denn eigentlich genutzt bei 12° Raumtemperatur mit (normalen) 60-70% rel. Feuchte?

MfG,
Sebastian Hausleithner



Danke für Eure Antworten...



Hallo,

vielen Dank schonmal für die Antworten.
Da das Haus kaum bewohnt ist, danke ich, ist der Feuchteeintrag durch Menschen gering. Ein undichtes Dach scheidet ebenso aus wie "aufsteigende" Feuchte, selbst der Keller ist ziemlich trocken.

Würde es tatsächlich helfen mehr zu heizen? Ich hatte eher das Gefühl, dass bei warmer Inentemperatur noch mehr Kondensat entsteht (wie wenn ich mit der kalten Brille in einen warmen Raum komme), oder habe ich einen Denkfehler?
An den Innenfenstern kondensiert übrigens sncihts, nur an den Außenfenstern.

Grüße, Heiko





Hallo,

die zusätzliche Erwärmung treibt Feuchte aus den Bauteilen, weil erwärmte Luft absolut mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kühle. Dadurch entsteht auf kalten Bauteilen wiederum mehr Kondensat. Aber der Bau trocknet, wenn das Kondensat abgeführt wird.

Möglichkeit zur automatischen Abfuhr bietet eine bedarfsgesteuerte automatische Wohnungslüftung.

Grüße



Grundsätzlich...



ist Kondensat im Scheibenzwischenraum nicht völlig vermeidbar.

Es ist aber immer anzustreben, die inneren Fenster dichter zu machen, statt die äußeren undichter.

Darüber hinaus ist für eine richtige Lüftung zu sorgen.

Grüße

Thomas