Frage zur Fassadengestaltung



Frage zur Fassadengestaltung

Liebe Forumsmitglieder,

seit mittlerweile fast 3 Jahren renovieren bzw. sanieren wir ein kleines Fachwerkhaus am Rande des Sauerlands.
Nachdem die wichtigsten Baustellen im Inneren bereits abgeschlossen sind, haben wir in den letzten Tagen damit begonnen, unsere vorerst letzte Großbaustelle in Angriff zu nehmen: die Renovierung der Fassade auf der Nordseite unseres Hauses.

Die komplette Nordseite war seit mindestens einem Jahrhundert unter Bergen von Efeu versteckt. Unter der ehemaligen Fassadenbegrünung befindet sich eine Fachwerkwand, deren Gefache mit weich gebrannten Ziegeln ausgemauert und mit Kalkmörtel verfugt sind.

Nachdem wir bereits einen Großteil des Efeus in großen Blöcken von der Wand entfernen konnten, stellt sich jetzt die Frage nach der weiteren Vorgehensweise.

Ursprünglich war geplant, die Balken und Ziegel mittels Drahtbürste von Hand zu reinigen, danach die Fugen auszukratzen, neu mit Kalkmörtel zu verfugen und die Balken zum Abschluss mit einem Anstrich auf Leinölbasis zu behandeln.

Ist das so vertretbar oder sollten wir in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um weich gebrannte Ziegel handelt, in Erwägung ziehen, die Gefache insgesamt mit Kalkputz zu verputzen, um witterungsbedingten Schäden vorzubeugen?

Die Innenseite der Außenwand wurde mit Holzfaserdämmplatten gedämmt und mit Kalkputz verputzt.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen und bedanke mich dafür vorab recht herzlich!

Einen schönen Abend und freundliche Grüße,
Socke



Schlagregenschutz entfernt?



Ich hätte mich an der Stelle als erstes gefragt, ob ich da grad einen wirksamen, belüfteten Schlagregenschutz entfernt habe.
Zusätzlich bildet das Efeu ja auch überall Wurzeln und saugt die Fassade zusätzlich trocken.

In diesem Fall, bei Nordseite, würde ich nun vielleicht über eine Vorsatzschale nachdenken, vielleicht ausgeblasen.

Nur verfugen ohne weiteren Schutz würde mir Bauchschmerzen machen, deshalb zumindest die Gefache verputzen.

Das ist aber nur die Meinung eines Nichtfachwerkhausbesitzers ;)
Da kommen bestimmt noch ein paar kompetentere Ideen.

gruß
Micha



Fachwerkfassadengestaltung



Die Gestaltung würde ich von der Schlagregenbelastung abhängig machen,
also Dachüberstand, Windexposition, Nachbarbebauung etc.
Gestalterisch ist natürlich schön, das Fachwerk zu sehen, wobei ich bei weich gebrannten Ziegeln zumindest einen wetterbeständigen Putz vorsehen würde-
keinen reinen Kalkputz.
Wenn die Ziegel zu niedrig gebrannt wurden und geschädigt sind und die restliche Fassade ebenfalls aus Ziegeln besteht könnte über einen Austausch der Ziegel nachgedacht werden- das läßt sich nach und nach ggf selbst bewerkstelligen.

Andreas Teich



Fassadengestaltung



Guten Abend!

Herzlichen Dank, MiKe und Andreas Teich, für Ihre Mühe und die Tipps und Anregungen.

Die Entscheidung, den Efeu zu roden, ist uns wahrlich nicht leicht gefallen und das Argument des Schlagregenschutzes stimmt natürlich. Jedoch haben die Ranken ordentliche Arbeit geleistet und sind durch jede noch so kleine Ritze ins Haus gekrochen.
Dazu kommt noch, dass ich sehr allergisch auf Efeu reagiere. Habe zwar fast 30 Jahre lang schniefender Weise durchgehalten, weil mein Vater sich vehement geweigert hat, dem Efeu zu Leibe zu rücken. Als er dann das Zepter an meinen Mann und mich übergeben hat und wir zunächst die Wurzeln gekappt und die erste Schicht Efeu abgetragen haben, hat sich das doch sehr positiv auf mein Wohlbefinden ausgewirkt…

Die Wand unter dem Efeu ist, mit Verlaub, furztrocken. Auch das Erdreich um das Haus herum ist extrem trocken.
Allerdings ist die Hauptwetterseite des Hauses die Westseite, welche wir bereits vor zwei Jahren von außen dämmen und mit einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade aus unbehandeltem Lärchenholz als Schutz gegen Schlagregen verkleiden lassen haben.
Gleiches gilt für die Südseite.

Die Westseite und Teile der Südseite wurden 1908 erneuert und anstelle der ursprünglichen Fachwerkwände gegen massive Ziegelwände ausgetauscht.
Vermutlich wurde dieser Schritt unternommen, weil die Schlagregenbelastung dem Fachwerk ordentlich zugesetzt hat.
Probleme mit Feuchtigkeit gab es allerdings weiterhin, was uns dazu bewegt hat, die Fassade verkleiden zu lassen. Seitdem sind die Wände wieder trocken und wir sehr zufrieden damit.

Dass es derartige Probleme auf der Nordseite geben wird, vermute ich nicht.

Dachüberstand ist vorhanden, ca. 70 cm schätze ich – werde das morgen einmal genau ausmessen.
Weitere Bebauung, die die Wand schützen könnte, ist jedoch nicht vorhanden.

Die Wand als Sichtfachwerk bestehen zu lassen, würde mir – rein optisch gesehen – gut gefallen. Diese Wand und die Ostseite (bis auf den Giebel, der ist verkleidet) sind die einzigen noch sichtbaren Fachwerkwände.

Die Ostwand wurde vor meiner Zeit bereits neu verfugt und sieht noch gut aus, müsste dann aber ggf. ebenfalls verputzt werden, um ein optisches Durcheinander zu vermeiden.

Sie schreiben von einem wetterbeständigen Putz, Herr Teich, den wir anstatt eines reinen Kalkputzes verwenden sollten. Können Sie dazu genauere Angaben machen?


Viele Grüße,

Socke