Frage zur Abdichtung von Luftkalkmörtel-Mauer gegen feuchte Erde




Hallo!

Ganz dringend brauche ich noch (bis morgen) Euren fachkundigen Rat. Wir haben zwar einen Maurer, aber der hat keine Erfahrung mit Luftkalkmörtel ...
Also: es geht um einige niedrige Mäuerchen für unseren "Südgarten", zwischen 37-70cm hoch. Ein Teil umfasst einen Senkgarten, andere fassen Hochbeete ein. Die Hälfte der Mauer-Seiten-Flächen wird also Erdkontakt haben.
Um nun diese Mauer nach diesen Seiten abzudichten, will der Maurer Dichtschlemme aufstreichen.
Im Baufachhandel erzählte man mir, diese Dichtschlemme wird steinhart und verträgt sich nicht mit dem vergleichsweise flexiblen Mauerwerk (Luftkalkmörtel ist weicher als Zement).
Man hat mir "Ceresit CP1 PolyDicht 2 K Bitumenfreie Dickbeschichtung 25 L Die erste bitumenfreie Bauwerksabdichtung mit Aktiv-Polymer Technologie" empfohlen, ist schweineteuer (132€/ 25kg) und ich habe 2 Fragen/ Bedenken:

1) Ist diese Abdichtung ökologisch vertretbar, auch für die Pflanzerde drum herum?
2) Passt dieses Material wirklich zur Abdichtung von Luftkalkmörtel-Mauerwerk? Was würdet Ihr mir empfehlen?

Tausend Dank im Voraus!



zu



Deinen 2 Fragen kann ich nichts Verbindliches sagen (ich hätte da selber keine Bedenken), aber es gibt auch flexible Dichtschlämme - was macht Ihr aber mit der Fuge über dem Erdreich (aufsteigende Nässe in der Wand)? Auch der Fundamentfuß hat Erdkontakt !



Gartenmauern


Gartenmauern

Egal was Sie draufstreichen lassen:
Ihre Luftkalkmäuerchen werden die ersten paar Winter mit ordentlichem Frost nicht überstehen. Richtiger Luftkalkmörtel ist nicht frostsicher. Hoffentlich haben Sie ein Produkt verwendet das nur so heißt aber auf Grund latenthydraulischer oder zementärer Zusätze frostsicher ist.
In den Baumärkten gibt es Dichtschlämmen der Fa. MEM, für Ihre Zwecke völlig ausreichend und billiger.
Können Sie mal ein oder zwei Fotos von den Mauern einstellen?



Frage dazu



Macht es überhaupt Sinn eine niedrige Gartenmauer mit Dichtschlämme abzudichten. Für mich stellt sich dabei auch die grundsätzliche Frage ob man mit diffusionsoffenen Materialien arbeitet und diese dann verklebt. Das macht doch nicht so viel Sinn, oder verstehe ich da etwas falsch.

Gruß Herbert





Hallo,

Ich habe die Planskizzen angehängt, die Mäuerchen selbst gibt es ja noch nicht, werden morgen erst angefangen.

Meine Rückfrage wäre: Bevor es Zement gab, wurden doch alle Bauwerke, Häuser, Kirchen etc. mit Luftkalkmörtel gearbeitet und hielte hunderte Jahre, im Unterschied zu manchen heutigen Häusern ...
Aber wir setzen ja die "Angstkelle" Zement zu ...

Herr Böttcher, ist der Mörtel dann frostsicherer?

Schönen Gruß und Danke für alle schnellen Antworten!!





Hier noch ein Bild.



Mauern


Mauern

Das mit dem "Luft" Kalkmörtel stimmt so nicht. Nur für innen zum Putzen und Malern wurden Sumpfkalke- das sind reine Luftkalkmörtel- verwandt, zum Mauern und Putzen im Außenbereich mehr oder weniger hydraulisch wirkende Kalke. Die hydraulische Wirkung entstand beim Brand durch Verunreinigungen im Kalk und durch die Warm- und Heißlöschverfahren mit denen Mauermörtel hergestellt wurden. Dann wurden latenthydraulisch Zuschläge eingesetzt, wie gemahlene Schlacken, Puzzolane, Trass, zerstoßene Ziegel- und Keramikscherben. Wer sich mal antike Mörtel im Außenbereich genauer anschaut erkennt das an der Verfärbungen und der Körnung.



Gartenmauern


Gartenmauern

Wenn die Mauern noch gar nicht stehen warum nicht eine Trockenmauer aus Naturstein mit Betonhinterlage.
Der Beton ist frostsicher, ein paar eventuelle Risse infolge thermischer Spannungen und Setzungen bleiben unsichtbarr da sie in den trockenen Knirschfugen verlaufen.



Gartenmauer


Gartenmauer

Oder so was:



Gartenmauern


Gartenmauern

Oder etwa so:
Bruchsteine kann man sich billig aus Abbrüchen besorgen, der Rest ist Arbeit und Mörtel.