Frage zu Kappendecke/Gewölbedecke

01.12.2015 Falloutbob



Hallo wehrte Community,

das Thema Kappendecke wurde schon zig mal durchgekaut und auch ich habe schon viele Beiträge dazu gelesen. So richtig sicher bin ich mir mit meiner Sache allerdings trotzdem noch nicht.

Zur Situation:

-Einfamilienhaus Bj. 1904 im Sächsischen Vogtland
-Kappendecke aus Ziegeln, normal im Verbund gemauert 12 cm stark.
-Raumgröße 8,25m x 3,8m
-Ein doppel T Träger liegt auf der langen Seite Mittig auf einer 24er Zwischenwand und in den Aussenwänden auf.
-Es sind 2 Kappen bei denen die äußere mit einem Rundstahl in der Aussenwand verankert ist.
-Die Kappe ist komplett Freigeräumt

Nun zu meinen Fragen.

Ich möchte Leitungen durch die Kappe Verlegen und dafür in einer Ecke 2 Ziegel entfernen. In dieses Loch würde ich eine Hülse stecken und einbetonieren. Alle früheren Leitungen wurden auch einfach durch herausnehmen von Ziegeln und ohne Hülse durchgeführt. Aber so richtig traue ich der Sache nicht.

Gibt es eine möglichkeit ein größeres Loch zB. Durchmesser 40cm zu realisieren?

Im Bereich vor der Aussenwandauflage ist Korrosion zu erkennen, der Träger hat aber in diesem Bereich noch genug Fleisch. Ich kann allerdings nur bis 90 cm vor die eigentliche Auflage sehen, da die restlichen 90cm bis zur Wand durch eine 8cm dicke Betonschicht versperrt werden. Die hat mein Vorgänger direkt auf die Kappe gekippt.Ich befürchte daher noch stärkeren Rost unter dem Beton.

Ich würde jetzt zur Sicherheit den ganzen Bereich mit einer 24er Wand unterstützen, 90cm lang auf einem ordentlich dimensionierten Fundament.

Würde das so gehen?

Vielen Dank



Kappengewölbe



Solche Durchbrüche sind bei der Spannweite möglich. Beim Herausstemmen nur mit Hammer und Meißel arbeiten, nicht mit schwerem Gerät. Die Gewölbezwickel (der am tiefsten liegende Bereich parallel zum Auf- bzw. Widerlager) nicht ausräumen, Beton auf jeden Fall drin lassen. Wenn schon ausgeräumt ist dann wieder mit Beton auffüllen. Beton bzw. Zement schützt Stahl zuverlässig vor Korrosion. Die Auflast ist wichtig für die Stabilität der Gewölbekappen.
Die Durchbrüche etwas größer setzen, einschalen bis auf die gewünschte Öffnung, ein paar Bewehrungsstähle einlegen und Beton einfüllen. Es soll eine biegesteife Stahlbetonmanschette umd den Durchbruch entstehen.
Korrodierten Stahl mit Rostschutz behandeln. Auf keinen Fall versuchen im Bereich der Untergurte des Trägers mit gipshaltigem Spachtel Löcher zuzuflicken!



Hallo Herr Böttcher



und vielen Dank für ihre Antwort.

Ich werde die Durchbrüche wie von ihnen beschrieben anfertigen und danach die Zwickel (wie in einem anderen Thread von ihnen erklärt) mit Leichtbeton verfüllen. Darauf erdolgt dann mein Bodenaufbau.

Das sollte doch so funktionieren.

Was halten sie von der Idee mit der Stützwand unter dem Auflagerbereich des Trägers, würde diese etwas bringen? (im falle der Träger würde irgendwann im Auflagerbereich durchgammeln?)

Und danke für den Tip mit dem Gips, ich habe zwar noch keine Löcher entdeckt, aber wenn dann werde ich Putzmörtel verwenden.

Grüße