Teppichkleberreste (verhärtet) auf Holzdielen reloaded.

11.07.2012 De Meinweg



Hallo,
bitte nicht über den XXXten Thread zum Thema jammern, ich habe mir alles, was die SuFu hergab, durchgelesen und auch sonst viel herumgefragt, bin aber wegen der vielen Widersprüchlichen Aussagen jetzt verwirrter als vorher:

Es handelt sich um einen Dielenfußboden, auf dem steinharte, zementgraue Rückstände von der Teppichverklebung festsitzen.
Vermutlich keine Spachtel-Ausgleichsmasse, da noch von Teppichfasern durchsetzt. Also wohl eher Kleber oder früher mal weicher Schaumstoffgrund.

Die Verleihfirmen für Parkettmaschinen hier in der Gegend haben alle abgewunken, es gäbe keine Lösung.

Jetzt lese ich hier aber, dass Elektrospachtel oder eben doch Abschleifer empfohlen werden.

Abschleifen wird wohl wirklich müßig, da die Schicht ca. 3 mm dick ist, von Hand bekommt man das Zeug nur zentimeterweise herunter, weil es bricht, also Sisyphosarbeit. Ich habe sogar schon einen selbst zusammengeschweißten Handschaber probiert, leider erfolglos.

Wenn jemand also ein Gerät à la Elektrospachtel kennt und gute Erfahrungen damit gemacht hat, bin ich für einen Kauftipp (oder Hinweis auf Verleihfirma) dankbar.

Grüße
Christian

P.S.: Vor einiger Zeit las ich hier, dass jemand Holzdielen komplett ausgebaut hat, um sie zu Hobeln und danach wieder einzubauen. Wäre das eine Alternative bzw. warum betreibt man diesen Aufwand?



Teppichstripper



Hallo Christian,

es gibt von Flex (sicher auch von anderen Herstellern) einen Teppich-Stripper. Der stößt sich da mit einer breiten Klinge durch. Ist aber harte Arbeit.
Es gibt die Geräte zwar mit Fahrwerk und Stange, aber das kann man erfahrungsgemäß vergessen, da man das Teil nicht gescheit führen kann. Also bleibt nur: Arbeiten auf Knien.

Ich meine so ein Gerät schon als Leihgerät einem Bauhaus gesehen zu haben. Woher genau kommst Du aus dem Rheinland? Das Bauhaus in Düsseldorf-Gerresheim hat so ziemlich alles.

Viele Grüße
Patrick





Die Knochenarbeit ist bekannt, Knie und Handgelenk freuten sich !
Aber: auch bei elektrischer Hilfe :die grauen Reste richtig nässen macht es leichter !



billige Elektrospachtel gibts bei amaz..



.. für wenig Geld (35€), das reicht sicher für einen Versuch.

Allerdings muss man mit einigem Geräteverschleiß rechnen und so ganz folgenlos für den Untergrund wird das auch nicht bleiben, wenn die Klebemasse härter ist, als der Fußboden.

Vielleicht ist es sinnvoll, einzelne 'Bröckel' mal in den verschiedenen verfügbaren Lösemitteln zu baden und dann zu entscheiden, ob man das ganze mit vertretbarem Aufwand etwas anlösen kann.

Gruß

Götz





Mal probiert wie die Masse auf einen Heißluftfön reagiert ?



Oder...



...Sanierfräse?



Ich



würde als erstes mal Wasser versuchen, mit einer großen Bürste eine Testfläche kräftig einnässen und nach 10 Minuten oder mehr kratzen versuchen.



Danke…



… schon mal für die Tipps.

• Vom Teppichstripper riet die Gerätevermietung ab, der sei wirklich nur geeignet, um Teppiche zu lösen, von daher habe ich den Gedanken nicht weiterverfolgt. Vielleicht wäre es doch einen Versuch wert.

• Heißluftfön werde ich ausprobieren. Bisher hatte ich nur Bedenken wegen der anhängigen Teppichfasern, die dann evtl. großflächig Feuer fangen könnten.

• Lösungsmittel? Da ist es wirklich eine Abwägung des vertretbaren Aufwandes. Da schon lieber einnässen, nicht in der Hoffnung, dass das Zeug wasserlöslich ist, aber vielleicht dringt das Wasser es unter die Schicht und sorgt für besseres Ablösen.

• Sanierfräse? Hat das mal jemand mit einem Holzdielenboden ausprobiert? Mit der Sanierfräse habe ich bisher ziemlich effektiv Putzreste entfernt und Beton egalisiert. Ich habe die starke Befürchtung, dass die Fräse die Klebeschicht durchdringt und wohl auch entfernt, sich dann aber tief ins Holz frisst, sodass man später sehr viel Abschleifen muss, damit es wieder eine einheitliche Oberfläche gibt.

• So ein Bosch Elektroschaber könnte mir allerdings gefallen. Selbst wenn er in diesem Fall versagt, gibt es noch genug andere Ecken im Haus, wo er sich nützlich machen könnte, um der eigenen Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen.



Schaber und Stripper...



...werden in dem Falle, daß der Kleber sehr fest auf dem Nadelholz sitzt, lange Faserausrisse bis tief in's Holz provozieren.

Ein Heißluftföhn sollte regelbar sein. Das Thema ist aber weniger der Abbrand (da muß man schon ziemlich unachtsam sein), sondern daß Schwehlgase ggf. gesundheitsschädigend sein könnten.

Anfeuchten bringt allenfalls bei mineralischen Produkten Punkte.

Eine Sanierfräse (zumindest meine von Festo, später Protool) ist stufenlos bis auf 0mm Eindringtiefe regelbar und kann sich somit nicht selbsständig machen. Je nach Kleber und Drehzahl könnten sich vielleicht die HM-Sternräder immer 'mal festsetzen und müssten gelockert werden. Da hilft aber nur ein Test, keine Theorie.

Grüße

Thomas



Sanierfräse



Hallo Thomas,

ich habe mich damals für die Fräse von Baier entschieden, auch mit Sternfräser. Hiermit habe ich bei einem ähnlichen Projekt ebenfalls Ausbrüche gehabt. Speziell am Dielenrand.

Vielleicht wäre so eine große Betonfräse für Industrieböden etc. (Im Rasenmäher-Format) besser. Die Haben ja für gewöhnlich Diamanttöpfe und keine Sternfräser.

Ganz von allen Varianten ab, werden die Dielen vermutlich sowieso nicht ansehnlich aussehen hinterher. Je nach Fugenbreite wird die Klebepampe ja auch dazwischen gelaufen sein. Da hilft halt nur Ausbau.

Ich würde glaube ich vorerst auch zum Multitool von Bosch greifen und mit einem Quadratmeter probehalber beginnen, und dann entscheiden. Das Werkzeug ist in der Tat für wirklich alles brauchbar. Habe damit sogar schon verzapft. :-)

Viele Grüße
Patrick



An Herausbauen...



... und dann einzeln "behandeln" habe ich auch schon gedacht.

Das Zeug ist so hart und spröde, dass es vor allem an den Fugen am Dielenrand gebrochen und abgesplittert ist.
Evtl. würde es schon helfen, die Dielen einfach nur ein wenig durchzubiegen und mit dem Hammer auf die Rückseite zu klopfen um das Zeugs zu lockern. Der Rest der Behandlung dürfte im ausgebauten Zustand auch einfacher sein. Immerhin könnte man dann die Dielen danach auch gleich gedämmt und gedämpft wieder neu einbauen.

Ich werde mal die diversen Tests machen, zum Glück eilt es nicht.
Nochmals Danke für die aufmunternden Tipps;
eigentlich hatten wir den alten Boden schon aufgegeben und abgeschrieben, umso schöner, wenn er doch noch zu retten ist, denn an den Stellen, wo das Zeugs ab ist, sieht er sehr gut aus.



Also



ich hatte schon mit verschiedenen Klabern und Untergründen mit Wasser Glück, sogar bei den Resten von selbstklebenden Nadelfilzfliesen, das war sicher kein mineralischer Kleber.