Formaldehyd in einem fertiggemischten Kalkspachtel?




Liebe Forummitglieder,

ich wende mich mit meine Frage an Euch. Ich habe im Juni unser Schlafzimmer und im September das Kinderzimmer mit Fertiggemischten Kalkspachtel und Kalkfrabe renoviert. Es geht um Premium Produkte produziert in Deutchland. Seit dem hatte meine Partnerin grosse schwierigkeiten mit atmen. Eine erste Messung mit einem Elektrochemischen Messgerat fuer Formaldehyd zeigte sehr Hohe werte bis 2,5 mg/m3 von Formaldehyd gehalt in dem neulich renovierten Kinderzimmer das noch leer ist und nur eine Betonbodenplatte hat + Wande und Decke mit diesem Kalkspachtel gespachtellt. Auch eine Messung von dem Rest vom Kalkspachtel und Kalkfarbe (in bereits geoffnete Gebineden) gibt einen sehr hohen Wert bis 3 mg/m3. Ich habe eine Spektrometer analyse von dem Material (Kalkspachtel) machen lassen und diese Zeigt das es Formaldehyd oder ein sehr aenliches Aldehyd sein sollte.

Hat vielleicht jemand schon diese Produkte benutzt und hat dann Atmungsprobleme bekommen, oder andere Symptome einer Formaldehyd vergiftung bekommen. Bei uns war es reines zufall das wir auf ein Messgerat fuer Formaldehyd gestossen sind, und ein enormes Schock als wir diese Werte gesehen haben.

Liebe Grusse,
Franek



Formaldehyd



Da Sie den Namen des Produktes und des Herstellers nicht erwähnen kann auch keiner mit Erfahrungsberichten kommen.
Eins interessiert mich:
Haben Sie den übriggebliebenen Kalkspachtel und die Farbe auf Formaldehydgehalt untersuchen lassen?
Haben sich die Symptome bei Ihrer Freundin vor oder nach der Raumluftmessung eingestellt?



Ich verstehe



gut das es schwieriger wird eine Konkrete Antwort zu bekommen, aber Leider kommen heutzutage diese Produkte in Gebinden ohne Originalverschluss und eine solche aussage kann mich viel kosten weil ich nicht beweisen kann ohne Zwiefel das es nicht ich war das das Formaldehyd reingegeben habe.

Ja ich habe den uebrich gebliebenen Spachtel analysieren lassen und Formaldehyd wurde gefunden aber wie oben gesagt, ein guter Anwalt lesst mich nackt wenn ich das veroefentliche.

Symptome bei meiner Freundin waren das Grund das wir angefangen haben zu Suchen was nicht stimmt in unserem Haus.

Gruss,
Franek



Wandspachtel



Wenn Sie keine Angaben zu den Produkten machen dann ist Ihre Frage leider nicht beantwortbar.
Trotzdem versuche ich mit Hilfe des einzigen Wertes den Sie preisgegeben haben, den Messwert von 2,5 mg/m³ bzw. 3 mg/m³, Ihre Fragestellung zu interpretieren:

In einem Zimmer üblicher Größe von sagen wir 20 m² befinden sich ca. 50 m³ Raumluft. Multipliziert mit 2,5 ergibt das einen absoluten Formaldehydgehalt von ca. 125 Milligramm. Nun wird die Luft in unseren Räumen ständig ausgetauscht, selbst ohne händische Lüftung kann man von einer Luftwechselrate von etwa 0,2 ausgehen. Das bedeutet nach etwa 5 Stunden ist die Raumluft komplett ausgetauscht.
Wenn jetzt, nach 5 Monaten, immer noch diese Konzentration in der Raumluft vorhanden ist bedeutet das es gibt einen Stoff der ständig seitdem Formaldehyd an die Raumluft abgibt.
Dann kann man annehmen das die Abgabe ständig sinkt denn das Formaldehyd wird immer weniger. Am Anfang, im Juni, wurde sicher viel mehr abgegeben.
Weiterhin kann man annehmen das noch Formaldehyd vorhanden ist denn sonst wäre nichts mehr gemessen worden.

Der Einfachheit halber rechne ich erst einmal mit den 2,5 mg in 5 Stunden als Abgabe in die Raumluft. Das wären grob gerechnet (gelüftet wurde sicher auch mal ab und an)ein 5-maliger Luftaustausch pro Tag oder eine Formaldehydemmission von 125 mg x 5 = 625 mg pro Tag.
5 Monate x 30 Tage ergibt 150 Tage, die mal 625 mg/d würden eine Menge von 93.750 mg oder geschätzt etwa 100 Gramm Formaldehyd ergeben die seit Juni in die Raumluft abgegeben wurde.
Ihre Vermutung ist die Substanz steckte im Spachtel und in der Farbe.
Die Menge an Farbe und Spachtel die im Zimmer verbaut wurde kann man in etwa folgendermaßen abschätzen:
ca. 65 m² Wand- und Deckenfläche x ca. 3 mm Auftragsstärke ergeben ein Volumen von ca.20 Litern Farbe und Spachtel. Der Hauptbestandteil war Wasser, ich denke mindestens die Hälfte. Verbleiben ca. 10 Liter oder etwa 15 kg Trockenmasse. Da drin müssten mehr wie 100 Gramm Formaldehyd stecken, das sind 0,5 bis 1% Masseanteil. Dazu kommt noch die Menge die in den ersten Tagen auf Grund der höheren Konzentration in größerer Menge emittierte, dazu noch die Restmenge die immer noch in den Materialien stecken müsste.
Wenn Sie damals bei der Renovierung einen Eimer von so einem Gebräu aufgemacht hätten wären Sie wohl in ernste Schwierigkeiten gekommen.
Ich denke spätestens beim Spachteln und Streichen hätte es Sie von der Leiter gehauen, selbst wenn ich mich um das Doppelte verschätzt hätte.
Interessant ist auch die Frage warum überhaupt so ein Stoff in Farbe und Spachtel vom Hersteller angeblich eingemischt wurde. Als Konservierungsstoff ist er überflüssig bzw. in viele geringeren Dosen üblich.
Haben Sie mal in das Sicherheitsdatenblatt des geheimnisvollen Premiumherstellers geschaut? Da wäre so ein Stoff aufgelistet, auch seine Konzentration.

Die Geruchsschwelle liegt übrigens bei etwa 0,05 bis 0,125 mg/m³



Kalkspachtel



gehört eher zu den "unverdächtigen" Produkten, aber alles ist möglich.
Mir ist bisher was ähnlich noch nicht untergekommen.
Aber ohne das Produkt zu benennen kann da wie schon gesagt keine seriöse Einschätzung stattfinden.





Hallo Herr Franek,
am aller besten ist es, wenn Sie sich von Ihrem Premiumhersteller die genauen Inhaltsstoffe angeben lassen, also eine Volldekleration. Vor fast 20 Jahren hatten wir dies mal von einem Putzhersteller ähnlich verlangt. Allerdings war es ein langes HinundHer. Letztlich zeigte sich, dass in einem angegebenen reinen Kalkputz damals eine nicht unbedenkliche Menge an Venylcloriden und Ethanolen enthalten war. Damals waren diese Stoffe als sehr Krebsgefährdet eingestuft. Wenn ich mich recht entsinne waren da um die 2 % enthalten.
Es gibt jedoch auch heute Fertigkalkputze die frei von Kuststoffen sind und sogar frei von Cellulose.
viele Grüße
Michael Reisinger