Wasserspeicher aus Bruchstein

19.06.2011



Hallo erstmal,

ich habe ein problem mit meinem Wasserspeicher. Das Haus ist von 1885 gemauert mit gelbem Bruchstein. Ohne Keller. Zwischen Haus und Scheune befindet sich ein Wasserspeicher aus Bruchstein (gespeist mit Regenwasser), mit dem ich meinen Garten und Hof mit Wasser versorge. Meine Hauswände platzen leicht auf durch Feuchtigkeit (wurde leider verputzt vom vorbesitzer), nehme an das es hochzieht.

Becken ist ca. 3m*3m*1,5m (Wasserstand) höhe insgesamt 2,5m

Leerpumpen geht, blos richtig trockenlegen nicht wegen Grundwasser.

Mit was könnte ich es Wasserdicht ?verputzen?, welche möglichkeiten hätte ich.

Danke euch schonmal für eure hilfe



Regenwasserzisterne



Die Fa. Remmers hat ein System zur Innendichtung von Wasserbehältern, das gut funktioniert. Auch andere Markenhersteller bieten die entsprechenden Komponenten an.
Der Arbeitsablauf sieht in etwa so aus:
-entleeren, gründlich reinigen,
-grundieren mit einer Verkieselungssperre,
-ev. Risse und Unebenheiten, Übergänge mit Dichtspachtel ausgleichen,
- Auftrag von Dichtschlämme.

Ob die Zisterne die eigentliche Ursache für Ihre Wanddurchfeuchtungen liefert, sollten Sie noch einmal genau abprüfen.

Viele Grüße



Teichfolie?



Jede starre, unbewegliche Abdichtung taugt nur, wenn auch auf Dauer die Rissefreiheit des stützenden Bauwerks gewährleistet ist.
Ich würde auf jeden Fall einen Preisvergleich machen zwischen dem Vorschlag für Wasserdicht-Putz und folgendem:

Mauerwerk und Boden ordentlich reinigen, hervortretende Spitzen abschlagen oder mit Kalkzementmörtel rundlich modellieren, ein paar Tage erhärten lassen.
Teichfolie besorgen ca 8 × 8 m in EINEM Stück, notfalls industriell verklebt.
Dazu ein starkes Geo-Vlies insgesamt ca 35 m².
Den Wasserspeicher ca 2 m hoch mit dem Geo-Vlies, auskleiden, mechanisch befestigen mit Tellerdübeln für Fassadendämmung und Klebestreifen.
Die Teichfolie ausbreiten, alle Seitenm ca 2,10 m breit einschlagen, so daß ein Paket entsteht, das flach auf den Beckenboden gelegt werden kann.
Barfuß bei warmem Wetter hinuntersteigen, die Seiten hochklappen und an der Oberkante mit Dübeln, Edelstahlschrauben, großen Spenglerscheiben befestigen. Dabei werden die Ecken so gefaltet, wie man (umgekehrt) ein Päckchen in Geschenkpapier einpackt, also OHNE JEDE SCHNITTE oder Löcher in die Folie zu pieken. Die Folie soll und muß Wellen schlagen, keinesfalls darf sie über Buckeln so spannen, daß dahinter Hohlräume entstehen. Die Folie soll nicht die mechanische Belastung des Wasserdrucks übernehmen, sondern nur die jederzeit bewegliche Abdichtung!
Nach Bedarf und Geschmack die Oberkante der Folie sichern und dekorieren mit Deckleiste (z. B. verzinkter Bandstahlerder 3 × 35 mm o. ä.), davor Lärchenholzbohle oder was auch immer gefällt. Wichtig ist nur, daß nicht Regenwasser in großem Schwall hinter die Folie rieseln kann.



Abdichtung



Was macht Sie so sicher, das eine mineralische Dichtschlämme a) nicht rissüberbrückend sein kann und
b) die Zisterne sich verformt?

Viele Grüße



Erfahrung



Was mich so sicher macht?
über 65jährige Lebenserfahrung, davon über zwei Drittel in baulichen Handwerks- und Ingenieurberufen.
Eine STARRE Abdichtung wie zum Beispiel Betonbauschlämme kann KEINE Strukturrisse um Mauerwerk überbrücken.
Bituminöse oder andere weiche Abdichtungen können evtl., wenn sie richtig verarbeitet sind, Fugen und Risse in instabilem Mauerwerk überbrücken, wenn die Dehnfähigkeit durch die Rissigkeit nicht überstrapaziert wird. Alles andere ist unbewiesenes Verkaufsgeschwätz und darum vergebliche Liebesmüh.
Kennen Sie Fachwerkbauten, in denen die Tapeten in den Hausecken und zwischen Längs- und Querwänden NICHT gerissen oder gelöst und zu schrägem Wellblech verformt sind?
Quot erat demonstrandum.
Wollte nur sagen: Die Beschreibung des Fragers („gelbes Bruchsteinmauerwerk“) ist so unpräzise, daß man nur warnend darauf antworten kann. Immerhin schlug ich eine taugliche Lösung vor, die vom sorgfältigen Laien ausgeführt werden kann. Bei stabileren Verhältnissen (sicherer Gründung, betonhartem Mauermörtel, frostbeständigem Fugenmörtel mögen andere Ausführungen auch gelingen.

Und ganz abgesehen davon:
Eine sichere Abdichtung des Regenwasserspeichers bietet bei weitem keine Gewähr dafür, daß die Hausmauern trocken werden. Wenn der Wasserspeicher schon Grundwasserberührung hat, dann die Kellermauern erst recht. Und Sperrschichten kannte man 1885 noch so gut wie nicht. Nur selten findet man Schieferplatten als waagerechte Wassersperre, und auch die sind nie fugendicht! Genz abgesehen von dem waagerecht von außen eindringenden Schichten- und Oberflächenwasser!





Nun, es gibt durchaus auch flexibele Dichtungsschlämme.

Ich halte die Ausführungsdetails wie Ein- und Überläufe bei der Teichfolienversion schon für recht schwierig.

Und wenn der Wasserspeicher Grundwasserberührung hat dürfte doch der innere Wasserspiegel dem des Grundwasserspiegel gleich sein, wenn auch bei Regenfällen etwas zeitversetzt.

Dann würde ich das Ding Brunnen nennen.

Grüße
Oliver Struve



Danke



Also danke für die Antworten,

das mit der Teichfolie hatte ich auch überdacht, blos war ich mir nicht sicher wie ich das mit en scharfen Kanten machen soll. Sehr gut nachvollziehbar diese Beschreibung von ihnen - Danke.

Verputzen wäre mir natürlich am liebsten.

Ich werde die Wochen mal anfangen den Putz ums ganze Haus vorsichtig per Hand abzuschlagen so ca. 50cm hoch und alle Fugen mit etwas Mineralischem zu verfugen. Den Wasserspiegel im Speicher könnte ich auch absenken, indem ich den überlauf kürze. Vielleicht habe ich damit schon den gehofften erfolg.

-> Danke Hr. Böttcher

Zitat: Ob die Zisterne die eigentliche Ursache für Ihre Wanddurchfeuchtungen liefert, sollten Sie noch einmal genau abprüfen.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.


Danke für die Antworten