Unterdach aus Folie?

06.10.2009



Hallo,
wir setzen uns derzeit mit dem Gedanken auseinander, unseren bisher "nackten" Dachboden zum Wohnraum auszubauen.

Wie auf dem Foto zu sehen ist, handelt es sich derzeit um ein ungedämmtes Dach. Es ist zwar neu eingedeckt (Braas Doppes-S), eine Unterspannbahn fehlt jedoch.

Ein befragter Handwerker schlug vor, ein Unterdach aus Folie herzustellen. Dazu würde eine wasserdichte Folie von innen angebracht, und zwar zwischen den Sparren und innen um die Sparren herum. Die Folie würde also nicht nur als Einzelbahnen jeweils zwischen zwei Sparren getackert werden, sondern auch die Unterseite der Sparren mit einhüllen. Zu den Dachsteinen soll ein Abstand als Luftschicht bleiben.

Dass das eine kostengünstige Lösung ist, ist mir klar. Aber ist es auch eine sinnvolle Lösung? Oder ist das, insbesondere für die Sparren, eher nicht so gut?

Ich hoffe, ich hab das verständlich erklärt, sonst bitte ruhig nachfragen.

Gruß und danke!



Winddichtigkeit



Hallo,

mit dieser Folie hast du zunächst "nur" eine wind- und hoffentlich wasserdichte Ebene für die spätere Dämmung und Luftdichtigkeitsebene geschaffen.
Ich denke es ist sehr wichtig darauf zu achten, wie die Folie an der Traufe angeschlossen werden kann. Ablaufendes Wasser sollte nicht ins Mauerwerk laufen :-)
Ich kann auf dem Bild keine Konterlattung oberhalb der Sparren und unterhalb der Traglattung sehen. Stimmt das?

Ich sehe einige Streben (rechts und oben im Bild), die das Anbringen der Folie von innen sicher nicht erleichtern. Die Sparren sollten bei geeigneter Folie kein Problem auftauchen. Sie liegen ja immer schon offen zu den Ziegeln, oder?

Ich bin zwar kein Profi, aber Dach runter, gute diffusionsoffene Unterspannbahn drauf. Die umlaufenden Anschlüsse sind einfach sauberer...
Insgesamt ist es wichtig zu wissen, wie der weitere Aufbau (Dämmung etc.) erfolgen soll.

viele Grüße
Roddy





Eine Wasserdichte Folie ist i.d.R. auch Diffusionsdicht. Wie soll das denn mit der späteren Isolierung zusammenpassen? Dämmung drunter und nochmal Folie?
Dann habt ihr ein Sandwichpacket, welches vor Feuchtigkeit nur so tropft.

Wenn unbedingt eine Folie als Unterdach, dann eine Diff.offene Unterspannbahn, auch die kann Wasserabweisend verklebt werden.

Aber am besten wäre eben eine umdeckung, Ziegel und Latten runter, Unterspannbahn drauf und Ziegel und Latten wieder druff.



Schon mal danke....



...für die Antworten!

Also - ein Umdecken kommt für uns, schon aus Kostengründen, nicht in Frage. Das Dach ist gerade mal 10 Jahre drauf und tiptop.

Hinsichtlich der Folie hatte ich hier im Forum schon verschiedene Beiträge gelesen, in denen als nachträgliche Unterspannbahn der Einbau einer Folie ZWISCHEN die Sparren empfohlen wurde. Bei uns nun soll abweichend dazu die Folie jeweils unter den Sparren rumgeführt in den nächsten Sparrenzwischenraum werden. Die Folie würde natürlich vernünftig in die Traufe geführt und angebunden werden.

Alternativ hatte ich an eine Holzfaserplatte zwischen den Sparren als Unterdach gedacht. Das wäre aber deutlich kostenintensiver...

Hinsichtlich der Dämmung ist dann geplant, natürliches Dämmmaterial (z.B. Holzfaserplatte Homatherm) einzubauen, weil wir im Sommer auch gern ein wenig Wärmeschutz hätten.

Insgesamt soll der Dachaufbau (von außen nach innen) so aussehen:
- Dachsteine
- Lattung
- Folie, um die Balken herum geführt
- Holzfaserdämmung
- Dampfbremse
- Lattung
- Belag (wahrscheinlich Gipskarton oder OSB)

Der Vollständigkeit halber:
Eine Konterlattung ist nicht vorhanden, wofür auch? Bisher war ja die Hinterlüftung gewährleistet, da das Dach nichtgedämmt war. Ich werde jeweils mittig zwischen den Sparren eine Latte von innen auf die Traglattung nageln, um so eine Luftschicht zwischen Dachsteinen und Folie zu gewährleisten.

Und hinsichtlich der Streben: Oben die Querstrebe ist kein so großes Problem. Sie liegt in ca. 2,50 m Höhe und wird den Raumabschluss nach oben bilden. Natürlich müssen Dämmung und Folien vernünftig angearbeitet werden. Problematischer ist da schon diese Längspfette. Die liegt derzeit auf ca. 1,80 m Höhe, nach Fussbodenaufbau also noch niedriger. Naja, bis jetzt weiß ich nicht, wie ich da die Dachflächenfenster einbauen soll. Sind da Wechsel in der Pfette überhaupt möglich???

Gruß und danke!
Jens



Moin Jens,



möchte dich ja nicht ausbremsen, aber hast du dich schon mit der Umnutzung von Lagerraum zu Wohnraum und den Brandschutzvorschriften auseinandergesetzt? Spätestens bei den Fenstern kriegen das halt auch noch mehr Leute mit was ihr da macht......

Gruss, Boris



ohne Folien...



...aber mit Holzweichfaser-Unterdeckplatten zwischen die Sparren ist eine weitere Ausbaulösung im difussionsoffenen Ausbau möglich.
Dämmstärken beachten, Winddichtungen gut lösen, Trauf- und Firstbereiche klären usw.
Innenseitig mit Baupapieren arbeiten, Kreuzlattung und Endbeplankung.
Energiekonzept ist ganz wichtig!!!

Grüße in die Runde
Udo



Dachdämmung...



...ist noch immer nicht geklärt. Hab dazu hier im Forum eine interessante Variante gefunden (siehe Foto, welches ich mir aus einem anderen Beitrag mal "ausgeliehen" habe - hoffe sehr, den Eigentümer stört es nicht)

Meine Fragen dazu:
- ist das eine sinnvolle Dämmvariante?
- wie siehts aus mit den Dämmwerten?
- was ist mit Feuchtigkeit, Flugschnee etc.?
- gibts Gefahren für die Bausubstanz?

Ich find das einfach sehr interessant, weil hier natürliche Materialien verwendet werden ich ich mir keine "Folientüte" als Wohnraum schaffe. Aber warm werden soll es schließlich auch...

Wäre ggf. als innerer Abschluß auf dem Holz noch eine GK-Platte möglich (möchte nicht den ganzen Dachboden holzsichtig gestalten)?

Danke und Gruß
Jens



Welche Eigenschaften hat den die Platte?



Wie soll denn dann der weitere Aufbau nach inne aussehen?

Sind denn deine Sparren so glatt und parallel wie die im Bild?

Bist du wirklich sicher so ein Dach regensicher oder wasserdicht zu bekommen?
Als Laie weiss ich jetzt nicht, welche Maßnahmen abhängig von der Dachneigung bzw. Regeldachneigung deines Dachsteines getroffen werden können/sollten/müssen.
Schau mal:
http://www.ddh.de/2420.html
und vor allem
http://wiki.proclima.com/Regeldachneigung

Aus persönlicher Erfahrung denke ich, dass es einfacher ist von Sparrenfeld zu Sparrenfeld zu arbeiten als eine Folie quer über mehrere Sparren bzw. Längspfette anzubringen.

viele Grüße
Roddy