Dampfsperre unter Flachdach - Anschluss

15.05.2013 diapedese



Hallo in die Runde,
Nach Entfernung alter Gipsplatten, der Lattung und einer unsachgemäß verlegten PE-Folie unter der Decke in einem Zimmer untern einem alten Flachdach-Anbau bietet sich der Anblick auf dem Foto. Fragen zur Danchkonstruktion habe ich in einem Thread veröffentlicht. Ich habe mich nun entschieden, eine diffusionsoffene Bahn (Isover Vario) anzubringen. An drei der vier neu lehmverputzten Wände habe ich nach Entfernen der Platten, etc. einen Spalt zwischen Oberkante der Wand und Decke. Ich habe hin- und herüberlegt, wie ich da die Sperre dicht bekomme und den Anschluss an die Wand mache. Eigentlich spricht doch nichts dagagen, die Folie einfach in den Spalt ragen zu lassen und der Lehmbauer schließt dann von unten diesen Spalt. Das müsste doch mindestens so dicht sein wie Ankleben mit Klebemasse. Sehe ich das falsch?
herzlichen Dank für Eure Antworten und Erfahrungen



Lehm ist gleich Folienkleber?



Hi, mit der Vario hast Du sicher nicht die schlechteste Wahl getroffen, obwohl hier auch das Glauben wichtig ist. Hast Du die Dämmung neu eingebaut, welche auf dem Bild gezeigt ist? Wenn nicht, siehst Du, daß auch das vorher schlecht gemachte System keine Bauschäden verursacht hat. Das war vorher nicht luftdicht und jetzt wäre es mit dem Lehmanschluß wahrscheinlich auch nicht dicht. Ich weiß nicht wie Lehm schwindet, aber ich kann mir nicht vorstellen daß ein künstliches Produkt wie die Folie sich mit Lehm verbinden soll. Und vor allem wie will der Lehmputzer seinen schweren Lehm an die leicht Folie dichtend bringen? Ich würde hier eine Grenze ziehen und zwar die zwischen der Decke mit den guten alten Industriematerialien und der lehmverputzten Wand. Da ja eh wieder eine Decke drauf muß, hast ja den Platz. Nimm einen Vierkantstab, tacker die Folie drauf, verkleb Sie mit einem Klebeband, oder dreh den Stab und wickel die Folie ein- zweimal auf. Dann klebst Du ein Kompriband auf die Unterseite Deines Wickelstabes und baust das ganze in die Fuge. Befestigen kannst Du Deinen Stab ja an den Deckenbalken. Dann wärs sicher luftdichter als mit dem Lehmanschluß. Den Hohlraum hinter der Leiste stopfst am Besten vorher noch mit der schönen Steinwolle aus :-).



Anschlussklebeband



Wir haben die Dampfbremse DB+ von pro clima verbaut (Hanfdämmung) und den Übergang/Anschluss zu geputzten Wand mti Anschlussklebeband. In meinem Fall:
http://de.proclima.com/produkte/verbindungsmittel/anschlussklebebaender/contega-pv

Hab davon noch ein paar Meter da. Woher kommst du, falls du da mal probieren möchtest...



hallöle



beides super Ideen. Die Sache mit dem Vierkant glaube ich nur richtig verstanden zu haben, aber ich denke, es könnte gehen für das Zimmer. Die Idee mit dem Klebeband käme in unserem Haus vielleicht eher im Schrägdach zur Anwendung. Da bräuchte ich vielleicht noch ein paar Einzellösungen, was die Befestigung betrifft. Wir haben da so ein paar nette Kanten, bei denen ich nicht so recht weiß.... Wo kann man sich da mal informieren? Ich habe im Netz ein paar Videos von Isover gefunden.



schnittbild



Zum Vierkantstab. Nimmst Du eine Leiste, ca. 20/20 mm. Folie tackerst auf die Decke, läßt sie am Rand länger runterhängen und wickelst dann den Stab ein und führst ihn an die Fuge, in die Fuge. Dann verbleibt noch ein Spalt zur Oberkante Mauer. Deshalb das Kompriband zwischen Stab und OK Mauer. Die Maße können variieren. Ich schätz mal, daß es 2 - 3 cm sind.

Für knifflige Dampfsperrenanschlüsse gilt folgendes: Ein kurzer Aufriß der Situation. Da kann man evtl. ein Folienteil "bauen". Oder mit einem Karton oder Papier eine Art Abwicklung vor Ort falten oder zeichnen. Mache ich auch so. Denn skurile Klebebandgebilde brauchen oft mehr Zeit, sind nicht dicht und noch dazu greislig (unschön).

Bei Deiner Vario ganz wichtig!!! Nicht straff ziehen!!!Auch wenns so schön ausschaut. Die Folie mit leichtem Durchhang verlegen.



ich glaube,...



... ich habe die Funktion des Kompribandes noch nicht so ganz verstanden. Ich dachte mir, ich wickle die Folie auf, nachdem ich sie an die Leiste getackert und mit etwas Dichtmasse verklebt habe. Dann stopfe ich den Vierkantstab in die Fuge und tackere ihn an den Fachwerkbalken . Vielleicht vorher noch etwas Spezial-Klebeband drunter. Durch das Aufwickeln (etwa halb) hat die Folie noch etwas Spelraum bei Verschiebungen. Oder welchen Zweck hat das Aufwickeln? Die Folie hängt nun nach unten und erst jetzt tackere ich sie vorsichtig an die Sparren. Das mit dem Aufriss verstehe ich auch nicht. Was ist ein Aufriss?



aufriß



hi - ein aufriß ist ein Plan 1:1 oder 1:10 auf dem boden oder auf einer Spanplatte oder auf papier oder gleich mit dem edding auf der vario. nicht die hübsche frau an der bar, die man erobern will............. umgangssprachlich bei zimmerern, maurern usw.

beim aufzeichnen ergibt sich das eine oder andere, deshalb nehme ich gern den stift zur hand.

das mit dem stab hast du schon richtig begriffen. du tackerst die folie an einen holzstab und verklebst das ende mit dem stab luftdicht. anstelle des verklebens schrieb ich anfangs kannst du die folie auch aufwickeln. verkleben ist besser!

dann befestigst du diesen stab an dem die folie geklebt ist an die holzbalkendecke. jetzt bleibt dir aber noch eine fuge zwischen wandoberkante und stab oder wenn du den stab vor der wand befestigst, zwischen der wandfläche und den stab. diese fuge muß geschloßen werden. hier würde sich meiner meinung nach ein kompriband anbieten.



ach so,



jetzt verstehe ich es. Ich dachte, mit der Fuge sei die jetzt vorhandene Lücke gemeint, die sich aufgetan hat, als ich die Gipskartonplatten über der bereits lehmverputzten Wand abgenommen habe. Und warum da gerade Kompriband? Ich werde die Latte mit der herumgewickelten Folie aber zumindest auf dieser Seite in die entstandene Lücke schieben und dort an dem rückseitigen Balken annageln (vorher bringe ich dort noch Dichtmasse/Kleber an) An allen anderen Seiten muss ich mir noch Einzellösungen einfallen lassen. Da ist zum einen ein Ringanker, den ich integrieren oder umkleben muss und einige Stromkabel. Gibt es für solche Sachen irgendwelche Tipps?
Danke vorerst...



balken wo?



hi, wenn du eine leiste in die fuge einbauen kannst und wenn da sogar hinten, für mich nicht sichtbar ein randbalken ist, dann kannst du daran nat. deine leiste befestigen. dann auch mit einer dichtmasse (primur o.ä.) dann brauchst du aber die folie auch nicht am stab verkleben, weil die Abdichtung dann an dem randbalken erfolt. du mußt dir halt immer überlegen, wo du abschließt und doppelt gemoppelt bringt nicht.

für andere anschlüsse an der lehmverputzten wand würde ich vorschlagen, die siga primur zu verwenden. du solltest die verputzten flächen in dem bereich wo du die abdichtung ausführen willst mit abriebsfester Farbe oder silikatgrund oder lehmgrund (ich weiß nicht was es da gibt) vorstreichen, damit der Untergrund nicht mehr sandet. dann bringst du eine ca. 8 mm starke raupe von primur von siga darauf an und lässt diese so ein zwei tage abtrocknen. deine dämmarbeiten müssen da aber schon abgeschlossen sein! die primurraupe hat den vorteil, daß sie sich gut verbindet und unebenen flächen ausgleichen kann. nach dem abtrocknen ist sie stark klebrig und du kannst deine folie mit durchhang einfach andrücken. aber wie gesagt es darf keine dämmung mehr eingebracht werden, da die ja auch an der kleberaupe hängen bleibt und diese unbrauchbar macht. so kannst du es übrigens an allen vier seiten machen! Denn Deine Decke hat ja einen Aufbau von 28 mm Unterkonstruktion (ohne Höhenausgleich) und der Plattenstärke von 12,5 mm. Also 40 mm Platz für Deine Folienanschlüsse!