OSB Platten als Dampfsperre und Luftdichschicht?

10.02.2010



Hallo,

ich möchte mein Dach Dämmen.

Derzeit:
-Dachziegel
-Diffusionsoffen Dachfolie
-14cm Sparren

Vorschlag zu Dämmung vom Zelluloseeinbläser:
-Brettlaschen seitlich auf die Sparren aufschrauben so dass 20cm Raum entstehen
-12mm OSB Platten aufschrauben und verleimen als Luftdichtung und Dampfbremse
-einblasen von Zellulose

Alternativ bin ich auf 15mm N+F Verlegeplatten für den Freuchtraum gestoßen.
Also quasi wasserdichte OSB Platten mit glatter Oberfläche.
Das ergäbe einen Dampfsprerre.

-Was haltet ihr von der Kostruktion generell (Erfahrungen damit?)
-Vor-/ Nachteile von Dampfbremse gegenüber Dampfsperre in so einer Konstruktion? (konnte der Zellulose Mensch nicht zufriedenstellend beantworten)

Grüße

Michael



Wie sieht es mit Konterlattung = Hinterlüftungsebene aus?



Statt einer 12er OSB würde ich eher zu einer 15er neigen. Wieweit die Unterspannbahn den Druck beim Einblasen der Flocke standhält, sollte geklärt werden.

"Diffusionsoffen" sollte klar benannt werden. Welcher sd-Wert liegt vor, bzw. ist der genaue Typ bekannt?

Dampfbremse ist der Dampfsperre vorzuziehen. Bei dem Bad spricht auch nichts dagegen, wenn die "Dachfolie" wirklich offen ist.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Darf ich noch mal nachfragen warum einen Dampfbremse der Dampfsperre vorzuziehen ist?
Für mich klingt dichter = besser ...?





Konterlattung:
Keine.
Brauch ich die wenn eh alle 54cm an die Brettlasche angeschraubt wird?

Hinterlüftungsebene:
Laut Einbläser reicht die Diffusionsoffene Unterspannbahn um die Zellulose zu belüfen.



schau mal hier rein



http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/131777$.cfm

außerdem hier:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/135759$.cfm
Manche sagen Dampfbremse = Dampfsperre.
Aber ich persönlich lege den Wert der Sperre bei SD>100 fest. Bei dem Sd-Wert von 100 braucht man keinen Nachweis, das im Inneren der Konstruktion kein schädliches Kondensat ausfällt. Daraus folgt:
Nachteil Dampfbremse: Sie ist nicht so dicht wie Sperre, sie bremst lediglich das Eindringen der Raumfeuchte ab;
Sperre soll Eindringen verhindern, Nachteil Sperre: wenn man sie als Sperre plant und dann doch die Anschlüsse nicht so hinbekommt, ist es nur eine Bremse und zu viel nicht geplante Feuchte dringt ins Bauteil DÄMMUNG ein.

Ich würde aber eine dickere Platten (18mm) nehmen und innen trotzdem GK drauf. Alternativ gehen auch Fermacellplatten (2x 10 mm). Das ergibt nach meinem Wissen nur eine Dampfbremse!
Am aktuellen Objekt kam deshalb noch die "blaue" SD > 100 m drauf, um das Manko der dichten Dachhaut auszugleichen. Wichtig ist: Innen dichter als außen und außen möglichst viel Luftbewegung = Hinterlüftung !

Statt der Brettlaschen Grund und Traglatten an 6cm höhe = ein plus von 12 cm, die Latten brauchst Du ohnehin für die Innenverkleidung.

Erfahrungen wird es wohl erst so richtig in hundert Jahren geben....



Nachtrag



Michael meint mit den Konterlatten die Latten auf den Sparren, bevor die Dachlatten für die Ziegel kommen. So entsteht unter den Ziegeln eine zusätzliche und wertvolle Lüftungsebene.

Brettlaschen als durch die Dämmung gehendes Bautel stellt schon eine Kältebrücke dar. Besser sind die kreuzweise verbauten Grund- und Traglatten auf der Innenseite. In dieser Ebene darf dann aber keine Insatallation erfolgen = Kabel und Dosen an anderer Stelle. !



Nachfrage



"Konterlatten die Latten auf den Sparren"
Hab nie hinter die Unterspannbahn geschaut.
Weis nicht wie die Konstrukiton dahinter genau aussieht.
Ist 2001 vom Dachdecker neu gemacht worden das Dach.
(Da gehörte es mir noch nicht)


"...in dieser Ebene darf dann aber keine Insatallation erfolgen = Kabel und Dosen an anderer Stelle. !"
Warum keine Installation? Wegen der Löcher die Luft durch lassen?





@Olaf aus Sachsen

Sperre oder Bremse:
Laut deiner Ausführung ist das also erst mal egal, nur sollte innen dichter sein als aussen?!

Was spricht also gegen die N+F Verlegeplatten die ja dichter als OSB sind und garantiert dichter als Diffusionsoffene Unterspannbahn?

Warum den dürren 14cm Sparren 18mm OSB und noch GK aufhalsen und noch ne Folie dazwischen wenn das Verhältniss auch mit den N+F schon passt?
Komme nicht ganz mit...



WEIL



keine Löcher in die Luft- und Dampfremse gehören !! - Loch im Kondom ist das Gleiche !!!!
Wenn SD kleiner als 100 - rechnerischer Nachweis (kein Problem beim Physiker oder deinem ""Bläser", daß kein schädliches Kondensat austritt. Du kommst Dort Dein Leben lang nie mehr ran - also gut und richtig bauen. Wenn Deine Sparren zu dünn sind, dann ab zum Statiker !
Tapete kann man ohne Probleme 2x machen - beim Dachstuhl wirds teuer - und Du willst doch nicht 2x fürs gleiche blechen, oder ?
Hast Du Die SD-Werte Deiner Unterspannbahn und deiner NF-Platte ?



Diffusionsoffene Dachfolie



@Michael

Bitte kläre das genau ab:

- Welche Dachfolie hast Du da mit welchem Sd-Wert?
- hast Du zwischen der Folie und der Traglatte für die Dachziegel eine Konterlatte, die als Hinterlüftungsebene dienen kann?

Diese zwei Punkte sollten geklärt sein.

Wenn Du bei der Folie einen geringen sd-Wert hast, dann kannst Du das mit den OSB-Platten machen und versuchen, dass Du diese als Dampfbremse möglichst luftdicht einbaust.

Dampfsperre hat den Nachteil, dass nach Innen nichts mehr ausdiffundieren kann. Im Sommer ist der Dampdruck ja umgekehrt. Alles was an Konensat im Winter durch Leckagen bei der Dampfsperre in der Dämmung entstehen kann, muss dann über die dampfoffene Dachfolie entweichen können (wenn sie nun wirklich dampfoffen ist). Wenn diese jedoch dicht ist oder nicht offen genug, dann entsteht eine sog. "Wasserfalle". Du sammelst über die Zeit immer mehr Kondensat in der Dämmung.

Dampfbremse hat den Vorteil, dass sie kontrolliert, flächig nur soviel Feuchte in die Dämmung eindringen lässt, wie diese ohne Kondensatausfall druchleiten kann. Wenn dennoch Kondensat durch Leckagen entsteht, dann kann dies im Sommer auch nach innen wieder abgegeben werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dampfbremse



Hier noch einige Ergänzungen zur Funktionsweise von Dampfbremsen:
Es gibt zwei Arten, kapillaraktive und feuchteadaptive D.

Die kapillaraktive D. (Hygrodiode) besteht aus einer Filzschicht, die beidseitig überlappend mit Polyethylenstreifen beklebt ist.
Die Polyetylenstreifen sorgen für eine ausreichende Dampfdichtheit (sd größer 10 m). Falls die Bremse durch Leckagen oder Kondensat von innen nass wird, saugt der Filz die Feuchte auf und verteilt sie kapillar nach innen wo sie abtrocknen kann.

Die feuchteadaptive D. ist eine Folie auf Polyamidbasis, in die Wasser zwischen die Polyamidmoleküle eingelagert ist. Dadurch variiert die Dampfdurchlässigkeit bei normaler Raumlufttemperatur zwischen ca. 4 m im trockenen Zustand und 0,1 m bei Kontakt mit Kondenswasser bzw. nasser Dämmung.

Viele Grüße



OSB-Platten



Hallo,

diese fuchteadaptiven oder auch kapillaraktiven Dampfbremsen haben den Nachteil, dass sie alle saumäßig teuer sind.
Eine einfache billige blaue PE-Folie reicht in fast allen Anwendungsfällen.
Ich schreib das, weil Dächer ja mit jeder eingebauten Schicht teurer werden, und irgendwann ist man mitsamt der Nebenarbeiten bei über 200 €/m².
Von Zelluloseverarbeitern hab ich irgendwie noch nie eine ingenieurmäßig vernünftige Antwort bekommen. Woran mags liegen ?
Noch was zum sd-Wert: Ich verstehe die Diskussion darüber überhaupt nicht. Seine Bedeutung ist Laien nicht bekannt, und man sollte besser über richtige Konstruktionsweisen informieren. Und dazu gehören weder irgendwelche Holzplatten als Dampfbremse/Dampfsperre noch feuchteanfällige und zusammensackende Dämmungen, die mit viel Imprägnierung weniger brandgefährlich eingestellt werden.

Grüße vom Niederrhein



Angaben zum Dach nicht zu finden



Leider ist weder der Dachdecker bekannt, noch sind die Unterlagen über die Neueindeckung an mich übergeben worden :(

- Welche Dachfolie hast Du da mit welchem Sd-Wert?
Wie könnte ich das rausfinden? Fotografieren? Stück abschneiden und zum Dachdecker gehen?
- hast Du zwischen der Folie und der Traglatte für die Dachziegel eine Konterlatte, die als Hinterlüftungsebene dienen kann?
Da muss ich mal versuchen mit der Hand reinzufassen und es ertasten...



Fotos können durchaus weiterhelfen...



... vielleicht ist ja auch was auf der Folie aufgedruckt.

Wenn es unklar bleibt, dann würde ich keine Dampfsperre, sondern eine feuchtevariable Dampfbremse, z.B. ProClima intello plus, auf der Innenseite verlegen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Angesehen



So, ich war noch mal auf dem Dach.

Die Unterspannbahn ist nicht beschriftet.
Laut Dachdecker (2) die sich das angesehen haben ist sie aber Diffusionsoffen. SD unbekannt.

Der Aufbau ist:
Ziegel - Dachlatten - Unterspannbahn (straff und ordentlich überlappend) - Sparren
Keinen Konterlattung.



da könnte



es beim Ausblasen an der Überlappung schon ein problem geben, da der Dämmstoff dort rausgeblasen werden könnte. Das sollte sich im Fall des FAlles der Einbläser vorher genau ansehen und seine Rohre danach ausrichten.



ausbläser



hat er sich angesehen und für Problemlos befunden.
er war eigentlich sehr kompetent, ist seit Jahren im Geschäft und
ich neige dazu ihm zu vertrauen... aber Kontrolle ist besser, ich hab gern ne zweite Meinung und ausserdem verstanden woraufs ankommt!



Ohne Konterlatte ....



... keine ordentliche Hinterlüftungsebene.

... ohne konkrete Angaben - (wer muss sich denn da verstecken, dass er seinen Namen nicht preisgeben kann?) - keine Klarheit.

Deshalb würde ich auf der Innenseite nur mit einer feuchtevariablen Dampfbremse arbeiten.

Besser wäre noch, eine Hinterlüftungsebene unterhalb der "Dachfolie" anzubringen (sicher ist sicher).

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Name



Danke für die vielen Infos an alle!
Was mein Name der Sache dient weis ich nicht, hab hier keinen Login um muss den Namen jedes mal von neuem eingeben.
Aber wer mich näher studieren will:

Michael Jörg
www.michaeljoerg.de





Danke für die vielen Infos an alle!

Was mein Name der Sache dient weis ich nicht, hab hier keinen Login um muss den Namen jedes mal von neuem eingeben.
Aber wenns hilft:

Michael Jörg
www.michaeljoerg.de



Es geht nicht um Deinen Namen...



... sondern um den von Deiner "Dachfolie".

Sorry, Michael, wenn ich mich da nicht konktret genug ausgedrückt habe.

Markenprodukte haben immer einen Aufdruck auf der Folie, so dass Du genau nachvollziehen kannst, was Du da verbaut bekommen hast.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Vorsicht



Hallo,

als Sachverständiger für Schimmelpilze in Innenräumen freue ich mich über eure Vorschläge..... diese Lösungen bringen viel Geld.

ich würde es so machen:
Innenseite: 18mm OSB 4-Platte, Stöße mit geeignetem Klebeband luftdicht verklebt. Auch die Randfugen luftdicht verschlossen.
Auch alle Durchdringungen (Kabel, Rohre) müssen lufdicht angeschlossen werden.
Die Diskussion um die Unterspannbahn ist doch müßig. Wenn Zellulosedämmung eingeblasen wird, wird die Folie nach außen gedrückt. Es findet keine Hinterlüftung statt.
Ich lasse daher außenseitig, seitlich an den Sparren eine Leiste 4x4cm anbringen. Darunter dan eine 18mm dicke Holzfaserplatte. Der Hohlraum dazwischen wird gedämmt, und es ist eine genau definierte Luftschicht vorhanden.



warum 18mm Holzfaser?



Aha, sehr interessant!
Die Platte die auf die 4x4 Kanthölzer soll, hat ja eigentlich nur den Zweck
die Zellulose "aufzuhalten" damit sie nicht an die Unterspannbahn drückt?
Reicht da nicht auch ein viel dünneres Holz?
Welche Eigenschaften sollte die Platten haben?

Gruß
Michael



RE



es reicht sicherlich auch ein dünneres Holz.
Dünnere Leisten haben aber den Nachteil, dass sich schneller aufreißen und es ist halt etwas schwieriger sie anzubringen.
In Eigenleistung, wenn der Zeitfaktor keine Rolle spielt, sicherlich machbar.Eine brauchbare Platte wäre von der Fa.Gutex die "Multiplex-top".

Gruß
Fritz



@Fritz



Welchen Aufbau würdest Du denn beispielsweise für eine Außenwand eines HRB-Hauses empfehlen ? Doch sicher keine Hinterlüftungsebene im Außenbereich, oder ?
Dein Vorschlag mit den verklebten Stößen der OSB-Platten im Innenbereich als Dampfbremse bzw. Dampfsperre ist fachlich absolut richtig und wird von vielen Holzrahmenbauherstellern exakt so umgesetzt. Allerdings arbeiten diese Firmen dann aussen mit diffusionsoffenen Holzwolleplatten und einer Kerndämmung aus Zellulose, verzichten also auf eine Hinterlüftung. Würdest Du denn deren Vorgehensweise als fachlich falsch interpretieren ?
Beim Warmdach ohne Hinterlüftung wird ebenfalls auf eine Lüftungsebene verzichtet. Die Dämmung wird in voller Sparrenhöhe eingebracht und evtl. eindringendes Tauwasser soll ja eben durch diese diffusionsoffene Folie wieder nach draussen gelangen können.
Diese Hinterlüftungsebene wurde im Grunde doch eingerichtet, weil man früher diese diffusionsoffene Bauweise der Dachhaut noch nicht kannte und man entstehende Feuchtigkeit nicht anders abtransportieren konnte.
Bitte nicht als Kritik verstehen - ist eine ernstgemeinte Frage - schließlich hast Du mit diesen Feuchtigkeitsproblemen sicher relativ häufig zu tun.

Gruß Andreas



@Andreas



Hallo,

dein Einwurf ist richtig. Im Neubau mache ich es auch so.
Mein Vorschlag zielt nicht auf die Lüftungsschicht. Es sollte nur verhindert werden, dass die Dämmung beim Einblasen bis an die Dacheindeckeung gedrückt wird (aus Fehlern wird man klug),
und die Folie straff gespannt wird. Ich bin für klar definierte Bauteile und Bauteilschichten. Konstruktionen die unkontrolliert irgendwie entstehen entsprechen nicht meinen Vorstellungen von professionellem Bauen.