Nasser Boden und vegammelte Eichenpfosten

28.11.2004



Ich bin zwar in sache Abdichtung ein Profi
doch bevor ich diese Aufgabe erledige brauch ich noch guten Rat. Ich habe ein ca. 200 Jahre altes Fachwerkhaus
der Bodenaufbau ist erst Lehm danach wurden Backsteinplatten 30x30 gelegt und dadrauf wurde das Haus
gebaut.Der Vorbesitzer hat eine PE- Folie verlegt und mit Estrich abgezogen. Der Modergeruch ist nicht zu verleugnen.
Unter der Folie hat sich Wasser gesammel welches von außen
unter das Haus sickert.
Nun meine Frage reicht es wenn ich von außen
eine Bitumenschweißbahn bis 50cm tiefer als Hausunterkante
aufschweiße wobei ich nur am Haus eine mechanische Befestigung der Schweißbahn montieren kann. Die unteren
50cm würden sozusagen gegendas Erdreich lose verlegt.
Der Estrich muss sicherlich bis auf die Backsteine
auch raus. Wie bekomme ich den vorhandenen
Boden trocken und muss der neue Boden Diffussionsoffen
oder Dampfdicht ausgeführt werden. Die Eichenpfosten
sind ca 20 - 30 cm hoch weggefault was nun?
Ich würde mich freuen wenn ich Rat bekommen würde.



Viele Fragen für ein Forum



Ich glaube nicht, dass sie ohne einen Fachmann oder eine Fachfrau (Statiker+Zimmermann) vor Ort die Maßnahme in Angriff nehmen können bzw. dürfen. Ganz kurz:
- Außenabdichtung mit Bitumenspachtel statt Schweißbahn evtl. Drainage (nach Örtlichkeit)
- Horizontalsperre in die Wand
- Sohle auf Beton mit Bitumenbahn G200.
Die verschiedenen Abdichtungen müssen ohne Fuge mit ausreichender Überdeckung ausgeführt werden.
- Die Schwelle austauschen und die Pfosten austauschen, ersetzen oder anarbeiten, je nach Situation durch einen Zimmermann nach Absprache mit einem Statiker.



Kompetenz ist gefragt



Das schwierigste wird sein, eine vernünftige Abdichtung zu machen. Wodrauf stehen die Eichenpfosten? Ist das wirklich nur eine PE-Folie? Die ist nicht dicht. Der Boden muß natürlich Dampfdicht ausgeführt werden (hoher sd - Wert). Die Wände würde ich in Deinem Fall Dampfdiffusionsoffen halten. Wenn Deine Eichenpfosten nicht direkten Feuchtigkeitskontakt von unten hatten, wirst Du wahrscheinlich Dein Haus ober halb des Bodens irgendwann mal dichter gemacht haben (neuer Wandaufbau, Dämmung etc. Das wird dazu geführt haben, dass die aufsteigende Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend abgeführt wurde. Deswegen auch auf jeden Fall Fußboden dampfdicht und eine horizontale Sperre in den Wänden versuchen nächträglich einzubringen.
ABER:
Sicher können Dir viele Leute auch viele gute Ratschläge geben. Hier hilft Dir das Halbwissen eines Zimmermannes oder auch das eines Statikers nicht weiter.
Am sinnvollsten ist es einen guten Architekten zu Rate zu ziehen. Der versteht die Gesamtzusammenhänge und kennt die RICHTIGEN Fachkräfte.



@ Sebastian



ich glaube hier muß ich einmal eingreifen.
Nicht nur bei den Zimmerleuten und Statikern wird ein solides Halbwissen gepflegt, sondern gerade auch bei vielen Architekten.
In diesem Fall geht es um Kompetenz im Bereich Feuchteschutz, Wärmeschutz und Tragwerksplanung. Die charakteristischen Aufgaben des Statikers, der in vielen Fällen auch der staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz ist. Obwohl ich unumwunden zugeben kann, dass ich einige Architekten kenne, die sich sehr aktiv und kompetent um den Bereich Feuchteschutz, Wärmeschutz und in Randbereichen sogar Tragwerksplanung kümmern, genauso, wie ich als Bauingenieur auch in der Planung tätig bin.
Es geht also eigentlich nur darum einen GUTEN Statiker, GUTEN Zimmermann oder GUTEN Architekten zu finden. Dieser wird, stößt er an die Grenzen seines Wissens immer einen kompetenten Fachmann oder eine kompetente Fachfrau des entsprechenden Fachgebietes hinzuziehen.



Richtig



Genau! Von KOMPETENTEN Architekten sprach ich. Von nichts anderem. Kann dem nur beipflichten. Allerdings ist es definitiv nicht so, dass jeder Handwerker, wenn er an die Grenzen seines Wissens stößt, einen Fachmann hinzuzieht. Deswegen ist der Architekt der richtige Ansprechpartner. Ein Bauingenieur, der im Hochbau tätig ist, sicherlich auch.



Ich



sprach von einem guten Handwerker! ;-))
Ich mein's aber nicht so verkniffen wie's ausschaut.



vergammelte Eichenpfosten



Wie schauen denn die Eichenpfosten aus? Wie wurden die Eichenpfosten verlegt? Ist eine Dränage, Sickerpackung um das Haus verlegt? Haben Sie Risse im Mauerwerk? Haben Sie Wandschiefstellungen? Können Sie feststellen ob der Boden eine beabsichtigte oder nachträgliche Neigung aufweist?

Falls die Fragen geklärt werden können, kann Ihnen die nötige Sanierung vorgeschlagen werden und ein Kostenangebot unterbreitet werden. Zur Vorweginformation bitten wir Sie die Internetseite http://www.netrafting.de aufzurufen