Dachschräge dämmen - Luftdichtheit ohne Folie - wie?

23.01.2009



Hallo,

ich möchte in einem Altbau in einen Raum eine 1,5m hohe Dachschräge wärmedämmen. Ich denke an Zwischensparren- und Untersparrendämmung. Der bisherige Dachaufbau ist minimal: ich sehe von innen die Sparren und die Dachziegel, also keinerlei Schalung oder Unterspannbahn.

Nun sollte man ja innen eine Dampfbremsfolie anbringen, zur Verringerung der Dampfdiffusion in die Dämmschicht und zur Erreichung der Luftdichtheit. Ich kann mir bei so einer Folie jedoch nicht vorstellen, dass damit eine 100prozentige Luftdichtheit auf Dauer erreichbar ist. Es gibt zu viele Stöße, Ränder, Fenster, Steckdosen und Installationsrohre, die alle durch die Folie müssen. Und irgendwann bohrt sicher jemand ein Loch in die Wand für ein Regal oder so, und somit auch ein Loch in die Dampfbremsfolie. Und dann pfeift warme Feuchte Luft rein in eine locker Dämmung wie etwa Mineralwolle und mit ihr 1000mal soviel Feuchtigkeit, wie mittels Dampfdiffusion reinkommen kann.

Also suche ich nach einem Aufbau, bei dem Undichtigkeiten in der Dampfbremsfolie sich nicht so negativ auswirken, oder die gleich keine Dampfbremsfolie erfordern.

Gibt es so einen Aufbau, und mit welchen Materialien?

Danke für Ideen und Hinweise!

Lg
Johngo



Nöööö



des ghet neeeeeeeeed



Einen diffusionsoffenen Aufbau



wählen, z. B. Hanf oder Holzweichfaser als Dämmung, die innere Seite mit Dampfbremse versehen, Folie oder Baupapier,
und zwischen Dampfbremse und Beplankung eine Installationsebene vorsehen, dann entfallen die Durchdringungen für Leitungen und die Gefahr für Beschädigungen ist verringert.
Und Dämmung und Dampfbremse sind Uhrmacherarbeiten ;-)). Sorgfältig und präzise arbeiten.
MfG
dasMaurer



Dämmstärken!!



Aufbauten machen nur dann Sinn, wenn die Lösungen aufeinander abgestimmt werden.
Dämmstärke, Hinterlüftungsebene, wetterführende Ebene, Winddichtung, Beplankung.

Dämmstärke sollte schon um die 200 mm möglich sein.
Zwischen die Sparren eine Holzweichfaserplatte einbauen (N+F), dann den Dämmstoff (eventuell Hanfmatten) passig dazwischen eindrücken, Winddichtungspapier auftackern und allseitig winddicht verkleben. Stöße und Anschlüsse.
Durchdringungen sind nicht statthaft, sondern die Installationsebene befindet sich zwischen der Kreuzlattung, auf die dann beplankt wird.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle



Dachschräge dämmen - Luftdichtheit ohne Folie - wie?



Hallo,

Wie Udo richtig geschrieben hat, Aufbauten machen nur dann Sinn, wenn die Lösungen aufeinander abgestimmt werden.

- Wetterführende Schicht ausbilden
- Unterkonstruktion
- Ziegelgewebe
- Thermofill S im Einblasverfahren einbringen
- Vorspritzer
- Grund- und Endputz

Das eingestellte Bild zeigt den Schichtaufbau

Infos auch bei europerl.com

Grüsse Thomas



warum hier keine Dampfbremse?



@Thomas Kehle
Warum ist bei diesem Aufbau eigentlich keine Dampfbremse vorgesehen? Übernimmt hier vielleicht der Innenputz die Funktion einer Dampfbremse?



warum hier keine Dampfbremse?



Hallo,

Da es sich hierbei um einen Diffusionsoffenen Aufbau handelt, kann man auf eine Dampfbremse verzichten (lt. Berechnung ist Konstruktion Tauwasserfrei).
Die Luftdichtheit wird über den Putz abgedeckt.

Grüsse Thomas



Luftdichtheit!



@Johngo

Wir sehen das auch so!
Und leider müssen wir widersprechen, dass der Putz die wirkliche Funktion einer Winddichtung übernimmt.
Es wird in der Folge der Gebäudeinbetriebnahme und Gebäudenutzung derart viele Rissbilder geben, dass die Winddichtungsfunktion eines Putzes fachlich nicht korrekt sein kann.
Auch wenn Gebäudehersteller und dessen Planer derartiges vorgeben.

Eine funktionale Winddichtungsebene ist ein Muß, denn wie schaut es allein nur mit der Installationsebene aus?

Überdenkende Grüße
Udo Mühle



Luftdicht oder Winddicht ??



Wir sprechen hier von einer Luftdichtung die gefordert wird und seit 1920 gelten verputzte Flächen als Luftdichtung.
Den Begriff Winddichtung gibt es eigentlich in diesem Bezug nicht.

Ausserdem wurde der Begriff ``kann verzichtet werden`` verwendet und bei einem Volumengewicht von ca.85-120 kg/m³ der Dämmung und das eingeblasen, wird die Konstruktion vermutlich schon so dicht, dass der Putz den Rest übernehmen kann.

Grüsse Thomas



@ Thomas



Fachbegriff sicherlich so richtig!

Trotzdem bleibe ich in der Betrachtung selbst bei meiner Ansicht.
1920 mag das zwar so gewesen sein, doch jetzt haben wir 2009 und da gelten einige andere Gesetze (CO²!).

Grüße an den Kaffeetisch,
Udo





@ Udo,

moment sprechen wir hier von einer Dampfbremse oder nur von Luftdichtung?
In diesem Fall ist die Deutsche EnEv nicht relevant, da sich dieser Bau in Austria befindet und welche Vorschriften in Salzbug gelten weiss ich leider nicht.

Grüsse Thomas