Dämmung des Dachgeschoßbodens

13.12.2006



Hallo,

ich möchte in meinem Haus (Baujahr 1936) den Boden des Dachgeschosses dämmen. Das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut, bei dem Dachgeschossboden handelt es sich um einen sogenannten Fehlboden. In dem Zwischenraum/Hohlraum möchte ich zunächst eine Dampfbremsfolie befestigen/einbringen, dann das Dämmmaterial (Steinwolle WLG 035, 16 cm). Die Dampfbremsfolie spart dabei aber die Balken aus, auf denen der Dielenboden des Dachgeschosses liegt, das heißt die Balken liegen unterhalb der Dampfbremsfolie. Unter dem Dachgeschoß befindet sich unter anderem ein Bad, ich habe nun die Sorge, dass z. B. beim Duschen der Wasserdampf durch die Decke des Bades (Gipskartonplatte) bis zur Dampfbremsfolie durchdringt und dann die Balken, die ja unterhalb der Dampfbremsfolie liegen, durchnässen. Dann besteht ja die Gefahr, dass die Balken so langsam verfaulen, was ich natürlich verhindern will.

Jetzt meine Frage, sind meine Bedenken berechtigt und wenn ja, was kann ich dagegen tun (vielleicht eine Dampfbremsfolie an der Decke des Bades anbringen?).
Schon jetzt einmal vielen Dank für die Rückmeldungen !!



Dampfbremsfolie



Genau !
Ihre Befürchtungen sind berechtigt. Und zwar wird das schon sehr schnell passieren.
Abhilfe kann darin bestehen, eine Raufasertapete mit Alu-Einlage im Bad zu Kleben und die schädliche Dampfsperre an der falschen Stelle wegzulassen.

Gutes Gelingen



Die Alten erhalten



Hallo Herr Göbel,

wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist, wie wäre es denn mit einer Dämmung auf den Balken? Ist unter Umständen schneller und sicherer herzurichten als eine Dämmung zwischen den Balken mit den beschriebenen Nachteilen.
Wie ist denn derzeit der Aufbau der Decke über das ganze Haus betrachtet?

Gruß J. Simon





Ich habe schon damit begonnen, den bestehenden Boden herauszunehmen (Dielen, Lehm, Sand) und bin kurz davor, mit den Dämmmaßnahmen zu beginnen (Dampfbremsfolie, Steinwolle). Ich wollte im Dachgeschoß keine Höhe verlieren und habe mich deshalb dazu entschieden, die Dämmung in den Hohlraum des Fehlbodens einzubringen.

Der bisherige Aufbau der Decke im 1. Stock (entspricht dem Aufbau des Fußbodens des Dachgeschosses) ist: 1. Gipskartonplatte 2. Putz/Stroh-Gemisch 3. Balken bzw. Hohlraum, gefüllt mit Abdeckbrett/Lehm/Sand und 4. Dielenboden (Dachgeschoßboden).



Im Ganzen gesehen ...



befürchte ich, dass die ganze Geschichte in die Hose geht!
Dämmung nass
Balken faul

Schäden vorprogrammiert!

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Keine Gespinstdämmung
Keine Sperrfolien oder so was

mfG

FK



Dämmung Dachgeschoss



Schade lieber Simon,
das Du zuerst angefangen hast die Deckenfüllung herauszureißen und dann ins Forum gegangen bist.
Ohne Not die Füllung aus einer Einschubdecke herauszureißen ist nicht erforderlich. Immerhin hat die Dämmwirkung ja 70 Jahre funktioniert! Wenn Du eine Verbesserung erzielen willst, gibt es noch weitere Möglichkeiten.
Variante 1- Der Dachboden bleibt im Kaltdach und wird nicht als Wohnraum genutzt
In diesem Fall hätte eine dämmende Auflage mit Winddichtheitsschicht auf die Decke völlig ausgereicht, die Du zur Begehung hättest mit Laufbohlen usw.ausrüsten können.(BZFM) Als Dämmung hättest Du Mineralwolle oder alternative Dämmstoffe verwenden können.

Variante 2- der Dachboden soll als Wohnraum genutzt werden
In diesem Fall gehört die Dämmung nicht in die Decke, sondern an die Dachschräge.

Zum Schluß noch etwas:
Ich hoffe, das der beschriebene Deckenaufbau so nicht stimmt und du die GK- Platten auf ein Traggerüst und nicht direkt auf die Decke geschraubt hast. Und sorge im Bad für eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre!

Gruß Georg



Nachtrag



Habe ich vergessen: Baue wieder eine Füllung in die Decke, also Sand, Lehm usw. Du brauchst Masse für den Schallschutz, zur Wärmespeicherung und um Schwingungen zu verringern.

Georg



Mit der richtigen Folie



kann ein solcher Aufbau durchaus funktionieren. Lassen sie sich die Konstruktion vom Hersteller der Materialien oder von einem Fachmann oder einer Fachfrau berechnen. Die Konstruktion ist nicht tauwasserfrei aber DIN-gerecht, da die anfallende Tauwassermenge in einem unkritischen Bereich liegt.

Dennoch muss ich meinen Vorrednern in Teilen recht geben. Eine andere Materialauswahl wäre für diese Situation mit Sicherheit besser gewesen, auch wenn sie an dieser Stelle keinen Anspruch an Wärmespeicherung, Schallschutz und Vermeidung von Schwingungen haben, sind Naturmaterialien den syntetischen Baustoffen durch ihre kapillare Leitfähigkeit überlegen. Die Konstruktion wäre dann um einiges sicherer.

Achten sie bei der Ausführung auf die Vermeidung von Wärmebrücken und Undichtigkeiten in den Abklebungen.



Nachdenken!



Leider wieder das typische Beispiel, die alten Materialien raus und die modernen hinein!
Machen alle so und wird schon funktionieren.

Die meisten Vorredner haben bereits die Fehdehabdschuhe aufgenommen und auf die Vielzahl der entstehenden neuen Probleme hingewiesen.
Holzbalkendecken brauchen Masse und dazu sind Lehm und dgl. sehr gut geeignet.
Desweiteren stellt dieses Material gleichzeitig Holzschutz, Feuchteregulierung und Schallschutz dar.
Bestehende Hohlräume werden einfach mit Zellulose ausgeblasen, um Schallbrücken zu minimieren und eine Verbesserung der Bodendämmung zu erreichen.

Grüße und zu weiteren fachlichen Informationen offen,
Udo Mühle