Innendämmung besteht. Außendämmung soll folgen. Ist es zu spät?

17.01.2005



Hallo,
ich habe zu diesem Thema keinen direkten Beitrag gefunden und hoffe, dass uns jetzt jemand weiterhelfen kann.

Wir haben uns leider auf Aussagen div. Nichtfachmänner verlassen und hoffen jetzt nicht allzu große Probleme zu haben.
Die Außenwände unseres Fachwerkhauses (ca. 150 Jahre alt) wurden beim Innenausbau im 1. OG teilweise gedämmt. D. h. um die schiefen Wände zu begradingen und gleich Energie zu sparen, Aussage vom "Nichtfachmann", wurden vor die Wände ein Holzständerwerk gesetzt; 50 mm Mineralwolle (OHNE Folie) und 12,5er Rigips.

Leider bin über diverse, beunruhigende Aussagen in diesem Forum gestolpert.

Nun soll im Sommer die Renovierung der Fassade mit Außendämmung erfolgen.
Geplant ist eine ca. 120mm dicke Dämmung (Mineralwolle) mit diffunsionsoffener Folie und Holz-Boden-Deckelschalung mit Hinterlüftung.

Bekommen wir jetzt Probleme bzgl. Tauwasser o. ä., weil die Wand von innen gedämmt ist? Welche Alternativen gibt es?

Über rasche Antworten danken wir.





mal hier nachlesen

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/listForumSplitt/281,18398$.cfm

oder hier suchen

http://www.fachwerk.de/sitemap/index.html



Welcher



Fachmann oder welche Fachfrau begleitet diese Maßnahme? Ich kann nur anraten, darartige Massnahmen nicht ohne Fachleute durchzuführen. Mit Fachleuten meine ich nicht den Malermeister, der Wärmedämmverbundsysteme verkauft, sondern jemanden der die Bauphysik beherrscht. es sind außerdem ein paar Bedingungen nach der EnEv einzuhalten!
Darüber hinaus könnte man noch über ökologische Varianten nachdenken. Mineralwolle halte ich nicht für einen unbedenklichen Baustoff, schon gar nicht in Kombination mit einem Holztragwerk. Hier gibt es wesendlich bessere Alternativen: Holzweichfaserplatten, Zellulosedämmung, Flachs, Jute, ...



gut hinterlüftet muss es sein



Hallo ,
kann mich dem Beitrag nur anschließen. Dämmung ist immer eine heikle Sache.
Es ist schon mal gut dass keine Folie in der Wand ist hätte ich auch so gemacht wenn schon Gipskarton sein muss.
Wichtig ist nur das alles gut hinterlüftet ist. Würde jetzt abwarten man sieht sehr schnell wenn der Gipskarton nass wird und schimmelt und wenn nicht Glück gehabt außer das die Wände so gerade sind was bestimmt nicht zum Haus passen.


Gruß Dennis



@Dennis



keine Folie ist zu plakativ. Es bleibt ja schon noch neben Diffusion, Wärmeschutz und Winddichtigkeit die Frage der Luftdichtigkeit. Dies kann man aber nur klären, wenn man über die gesamte Situation mehr weiß. Ohne Innendämmung würde ich direkt auf der bestehenden Außenwand die luftdichte Ebene nach EnEV (z.B. ProClima) unterbringen. Ob das in der derzeitigen Situation noch funktioniert bleibt im Augenblick noch fraglich.



@



Dann dürfte ja jetzt die diffusionsoffene Folie in Frage kommen, oder?

Welche kostengünstigen Varianten gibt es denn von ökologischen Dämmstoffen? Ich habe natürlich auch schon mit gewissen Kosten gerechnet. Wenn mir jetzt noch ein gewaltiger Kostenpunkt dazwischenkommt, sieht es schon wieder schlecht aus.

Ist denn der Rat eines Fachmannes "teuer"?



@



Wie gesagt heikle Sache ich würde keine Folie verwenden und mir lieber Systeme suchen ohne. Die Sache muss halt Vorort geklärt werden . Meinungen darüber gibt es viele.
Du hast halt die Entscheidung zu treffen nach reichhaltiger Infosammlung die Arbeiten alleine billig zu machen oder machen lassen mit Gewährleistung (was immer die Wert ist?).
Aber darum sind wir hier was nehmen und was geben . Ich lerne gerne dazu.
Gutes gelingen

„Wer baut begibt sich in Gefahr“



@Benjamin Sarrach



die diffusionsoffene Folie muss außen liegen und kann nicht die Luftdichtigkeit herstellen.
Noch einmal, die Situation ist zu Unklar um sie hier im Forum festzuschreiben.
@Dennis
Luftdichte Konstruktionen ohne Folie gibt es im Holzbau nicht. Nur ist die Folie manchmal ein Papier oder eine Werkstoffplatte in den Fugen abgeklebt.
Alternativ ist natürlich eine verputzte Wand auch luftdicht. Probleme bereiten dann "nur" die Durchdringungen.





Probleme könnte es tatsächlich geben. Die innenliegende Dämmung war keine gute Entscheidung. Die Folie wegzulassen schon eine bessere. Die gehört da auch nicht hin. August der Starke hat unter Strafe gestellt, wenn das Holz außerhalb der Wintermonate gefällt wurde. Ob zur damaligen zeit eine Hand dran glauben musste oder nur eine Geldstrafe auferlegt wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls wünschte ich mir in heutiger Zeit, das mit manchen unfugtreibende „Spezialisten“ oder „Fachmänne“ ähnliches passieren sollte. Suchen Sie sich zu aller erst einen anderen Planer, der sie besser berät und vor allem Details beachtet. Denn auf die kommt es an. Können Sie mir auf Anhieb sagen, welches Auto ich mir kaufen sollte. Ohne die Dataile zu wissen ist ein Rat meist sehr schwierig. Raten kann ich nur zu Holzweichfaserdämmplatten oder zu Hanf- oder Flachsmatten. Diese können wenigstens die Wärme besser speichern als die Mineralwollen. Verputzen würde ich die nicht, dazu gibt es schon zu viel „schöne“ Beispiele. Aber eine schöne sägerauhe Lärchenholzverschalung würde sicher sehr gut dazu passen. Sie kann vergrauen und später schwarz werden. So wie der Mensch Falten und alternde Haut und der Mann über 40 interessant dadurch wir, so können sie das Holz den natürlichen Verwitterungsprozeß erfahren lassen. Und verzichten Sie auf die Dampfbremse und die Folien weiter. Außer Sie bringen etwas an, wo Sie das wasser auffangen (Spaß). Wenn Sie die HWD-Platten gut Verlegen und ggf. mal den einen oder anderen groben Spalt überkleben reicht das völlig aus (ohne den Zustand des Fachwerkes zu kennen). Deshalb wären Bilder nicht schlecht. Und - Einfach währt am längsten.

Viele Grüße
Michael Reisinger



Innendämmung



hallo
Sind sie mit dem link weitergekommen, den man Ihnen gegeben hat??
Da stand ja einiges drinnen!
Das mit der so einfachen Baumaßnahme: Mineralwolle + Gipskarton
ist halt nicht das Gelbe vom Ei - die einzigen, die dabei verdienen, sind die, die es herstellen.
"Hört sich zwar blöd an - ist aber so!"
… und was haben Sie jetzt gemacht …?

grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz