Dachdämmung ohne/mit Unterspannfolie?




Hallo,

wir wollen an unserem Anbau das Dach isolieren. und als Wohnraum nutzen. Der Anbau wurde 1927 gebaut und als Heuboden genutzt. Die Dachneigung beträgt 45 Grad, als Fetten werden 70/100 Balken verwendet. Es ist keine Unterpannbahn oder sonstige Isolierung vorhanden. Der Aufbau besteht aus der Eindeckung mit einfacher Lattung. Die Ziegel sind zum Teil mit Mörtel versehen. Der First ist komplett vermörtelt. Wir wollen nun das komplette Dach von innen dämmen, da die Eindeckung OK ist.
Erstes Problem kommt bei der Unterspannfolie auf, da ich im am Giebel/im First keine Lüftungspfannen setzen kann. Ist eine Unterspannfolie bei der Dachneigung überhaupt notwendig? Das Dach ist Dicht und konnte keine Feuchtigkeit
an irgendeiner Stelle finden. Die Dämmung hatte ich mir wie folgt vorgestellt:
Eindeckung, Lattung, Entlüftungsebene (2cm), Zwischensparrendämmung (8cm), Dampfsperre, Untersparrendämmung (4cm), Rigips.

Falls eine Unterspannfolie notwendig ist, stellt sich die Frage der Verlegung.
1. Wie muss ich die Folie am Fist und Traufe anbringen, um die Belüftung zu gewährleiten.
2. Wir die Folie nur senkrecht zwischen die Fetten verlegt oder waagerecht von innen herum. Gibt es evntl. Zwischensparrendämmung, welche eine integrierte
Unterspannfolie mitbringt, wobei sich hier die Frage der Dichtigkeit ergibt.
Ich hatte schon an Holzfaserdämmplatten gedacht, allerdings möchte ich der Dachkonstruktion nicht zuviel Gewicht durch den Aufbau zumuten und habe etwas bedenken bei der Dichtigkeit, obwohl hier bei Regen noch ein netter Schallschutz wäre.

M. Fischer



Dach



Hallo,

bevor Sie weiterarbeiten: Voraussetzung für jede Dachdämmung ist zuerst einmal ein funktionierendes Tragwerk und eine ebenfalls funktionierende Deckung.
Nach Ihrer Beschreibung sind zunächst hier Fragen angebracht:
1. Mittelpfetten 70/100, falls cm-Angaben sind dies eher Fußgängerbrücken, falls mm-Angaben eher Bohnenstangen, die kaum Zusatzlasten vertragen werden.
2. Falls Sie ein innen hinterlüftetes Dach bauen wollen, sollte eine Unterdeckung vorhanden sein, Verzicht ist tödlich für die Dämmung. Mindestens eine reißfeste Delta-Folie mit Gewebeeinlage, am First 30 cm parallel offen, da bleibt das Risiko !
Besser ist deshalb eine Rauspundbekleidung mit zusätzlicher Folie und keine Hinterlüftung von innen.
3. Immer Konterlatten verwenden, weil sonst die Latten faulen !
4. Wie sehen eigentlich die Sparren aus ?
5. Die Dämmung ist zu dünn. Einen U-Wert von 0,24 erzielen Sie mit 18 cm in WLG 040.

Grüße vom Niederrhein



"Fetten"...



vermutlich sind damit die Sparren gemeint. So wie beschrieben, ist eine Neueindeckung angesagt, wenn es etwas werden soll.

Alles andere wäre ein aufwändiges Arbeiten. Neben den Fragen von Dietmar Beckmann sehe ich noch Klärungsbedarf bei dem Übergang Anbau zu Hauptbau und in der Frage der Firstentlüftung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Danke



für die Infos. Die Maßangabe der Fetten waren Millimeterangaben. Eine Lattung unter den Rigipsplatten ist auch vorgesehen.
Die Wände war bereits psyeudo-gedämmt mit Sauerkrautplatten. Es bestand bereits zur Hälfte ein Wohnraum, allerdings wollten wir nun den kompletten Raum nutzen und hier nicht anflicken. Der Aufbau war aber mehr eine Sauerkrautplatten-Glaswolle-Nachkriegs-Flickenschuterei. Von der Traglast her gibt es daher weniger Bedenken.
Es soll sich auch hierbei nur um eine Übergangs-Zwischen-Lösung handeln. Wenn die Wohnung im Erdgeschoss frei
wird, dann wird dort saniert und der Boden nur noch als Abstellraum benutzt.
Uns ist klar, das die Dämmung zu dünn ist, die Gegebenheiten lassen momentan aber nicht mehr zu und ist mehr als als vorhanden war.

Den Übergang Anbau zu Hauptbau werde ich von einem Dachdecker prüfen und ggf. erneuern lassen. Evntl. könnte er eine Firstentlüftung eingebringen, wenn es noch die Pfannen gibt.

M.Fischer