Dachaufbau mit Folie und OSB Platte?

14.06.2012



Guten Tag,

ich habe nun schon seit einiger Zeit die Forumseinträge zu OSB Platten und Dachaufbauten gelesen, werde aber irgendwie nicht schlau daraus.

Ich habe ein Fachwerkhaus bei mit folgendem Dachaufbau:

1. Tondachpfannen
2. Dachlatten (4x6 wegen großer Sparrenabstände)
3. Konterlattung
4. Hochdiffusionsoffene Unterspannbahn für Rauspundschalung
5. Rispenband
6. 21mm Rauspundschalung (wurde zur Stabilisierung des alten Dachstuhls eingebaut)
7. Aufgepoddelte Sparren um die 220mm Steinwolle unterzubringen
8. ???
die Wolle ist nun drin und ich frage mich ob ich nun mit einer Folie als Dampfsperre arbeiten muss oder ob auch 15mm OSB Platten reichen? (mit SIGA Produkten verklebt an allen Stößen, Fugen usw...)

Meine Frage ist nun ob ich die OSB Platten so einbauen kann oder ob mein Dachaufbau nicht diffusionsoffen nach Außen hin ist, so dass ich mit Feuchtgkeit in der Dämmung rechnen muss?

Vielen Dank für ihre/ eure Hilfe, denn ich weiß hier grade echt nicht merh weiter.

LG . Robin Harder

P.S. eine Installationsebene wird nicht benötigt, da alle Leitungen aus Optischen/ Design- Gründen aufputz verlegt werden.

P.P.S. es gibt 3 sehr große Dachfenster zur Regelmäßigen Belüftung.



@ Robin



Dein Dachaufbau nach außen dürfte hinreichend diffusionsoffen sein. Auf deinem Bild ist links oben ein schräg laufender Balken zu erkennen, dessen Funktion nicht zu sehen ist.
Wenn Du viel sichtbare Balken im Dach hast, dann ist es schwer, mit OSB (wäs käme als sichbare Wand- und Deckenfläche drauf ?) einen dichten Anschluß herzustellen. Allerdings wäre OSB etwas "mäusesicherer" als Folie, zumal die sicher ihren Halt weitaus länger behalten wird als eine Folie - was ist in 50 Jahren ??
Allerdings kann die Folie besser an schwierige Details angeführt werden. Hättest Du statt des Rauspundes 2 Lagen OSB innen aufgebracht, um den Dachstuhl gleichzeitig zu stabilisieren, dann wäre es klar und vielleicht preiswerter gewesen.



Bei Steinwolle müssen



alle Anschlüsse Luftdicht sein, daher wäre es sinnvoll, dass OSB mit Folie kombiniert wird. Die Fläche mit OSB und die Anschlüsse (wie Wand Dach, Trempel etc.) mit Folie.

Grüsse Thomas



Dachaufbau mit Folie



Hallo Robin,

einmal abgesehen von den Anschlüssen ist die OSB-Platte nicht ausreichend dicht um die Dampfdiffusion ausreichend zu verhindern. Im Winter wird es an der Unterseite der Rauspundschalung zu Tauwasserausfall kommen.

Dampfdiffusion kann auch durch poröse, nicht sperrende Bauteile erfolgen und kann zum kritischen Faktor werden, besonders bei Fachwerk- oder zweischaligen Wänden; genauso aber bei einschaligem Mauerwerk mit nicht fachgerechter Beschichtung oder falsch gewähltem WDVS bzw. dessen Beschichtung.
Bei Temperaturunterschieden zwischen beispielsweise kaltem Außenbereich und beheizten Räumen diffundiert – „wandert“ – Feuchtigkeit durch die Außenwand von innen nach außen. Wenn die Diffusionsfähigkeit der im Bauteil vorhandenen Stoffe nach außen hin zunimmt stellt dieser Vorgang normalerweise kein Problem dar.

Aufgrund der im Bauteil nach außen hin sinkenden Temperaturen sinkt in der diffundierenden Luft die Fähigkeit bereits aufgenommenes Wasser zu halten. Dieses schlägt sich im Bauteil nieder, der Taupunkt ist erreicht. Fällt das Wasser in einem kapillaraktiven Bauteil aus, kann das Tauwasser nach außen hin abtransportiert werden. Bei Steinwolle ist dies nicht der Fall, ein Kapillartransport kann hier nicht stattfinden. In der Dämmung ausgefallenes Tauwasser kann die Dämmschicht erst wieder in der Dampfphase verlassen – das ist dann im Sommer.

Ich denke um eine Dampfbremse innen vor der Steinwolle wirst Du nicht herumkommen (Berechnung). Auch bei der Folie sind die Anschlüsse besonders wichtig, da nicht fachgerecht geschlossene Folien-/Wandanschlüsse die Feuchtigkeit punktuell in das Bauteil führen.

Wenn sich die Weichmacher aus der Folie eines Tages verflüchtigt haben ist es mit der Dampfbremswirkung allerdings auch vorbei und diese müsste erneuert werden.
Bei der geplanten Leitungsmontage sollte darauf geachtet werden, dass Befestigungsmittel nicht die Dampfbremse beschädigen.

Auf eine Dampfbremse kann nur verzichtet werden, wenn der Aufbau des Bauteils nach außen hin diffusionsoffener wird und alle verwendeten Materialien den Kapillartransport zulassen

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke



Vielen Dank für die schnellen Antworten und Tipps!



Weitere Frage zum Dachausbau



Hallo Forum,

erstmal vielen Dank für die bisherigen Ideen und Tipps!

Ich habe nun noch eine weitere Frage:

Wenn ich es richtig verstanden habe wird die Wolle feut werden, wenn ich nur OSB Platten als Dampfsperre einsetzen werde (egal wie gut verklebt). Für mich stellt sich die Frage:

Wenn ich noch zusätzöich Lüftungspfannen in mein Dach einbaue und immer gut lüfte würde die feutigkeit
a) "nur" die Dämmwirkung verringern und ohne weiteren Schaden im Sommer wegdiffundieren
b) meinen Dachstuhl/ Holzgiebel ernsthaft beschädigen / faulen lassen?


Ich würde gerne in 5-10 Jahren ein diffosionsoffenere Lösung einbauen nur lässt die aktuelle Situation (Geld) es im MOment nicht zu.

- Also suche ich nach der besten Lösung für die aktuelle Situation.

LG R. Harder



Hast



Du denn die Steinwolle schon gekauft ?
Bei ISOFLOCK würde Dein geplanter Aufbau gehen, Details müssten aber mit dem Systemgeber abgeklärt werden.



Dämmwolle



Ja ich habe die Wolle leider schon gekauft und auch schon zwischen die Sparren geklemmt.

Hat jemand für diesen Fall eine Idee?

LG R. Harder



Dämmwolle



Ja ich habe die Wolle leider schon gekauft und auch schon zwischen die Sparren geklemmt.

Hat jemand für diesen Fall eine Idee?

LG R. Harder





Idee!? ... Wie wäre es damit?


Ansatz 1: ... Feuchtebrechnung von einem Fachplaner
durchführen lassen, und dann die empfohlene Dampfbremse/Sperre verbauen.

Ansatz 2: ... Wolle nochmal raus und Hinterlüftung einbauen. Dann Innenaufbau mit OSB wie geplant!

Ansatz 3: ... 5-10 Jahre warten und dann geeigneteren Aufbau realisieren. ... Du wirst aber Deine Gründe haben, warum Du erstmal eine Zwischenlösung anstebst.

Nachteile haben alle Ansätze. Abwegen mußt Du!
Gruß aus Berlin,





Das sehe ich genauso bei diesem Aufbau. Folie oder Hinterlüftung.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hinterlüftung



Hallo, danke für die neuen Impulse.

Was genau meinen Sie mit Hinterlüftung? Wie sieht so etwas aus?

LG R. Harder





Ist zwar ein etwas anderer Aufbau, aber so kann so etwas aussehen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Such mal bei Google Bilder nach dem Begriff "Hinterlüftung Dach" dort solltest Du auf den richtigen Aufbau stoßen. Wenn Du Ihn gefunden hast hier nochmal zur Diskussion einstellen.

Für die Hinterlüftung solltest Du zwischen Schalung und Dämmung einen Spalt von 4cm gewährleisten. Das geht z.B. mit einer zusätzlichen diffusionsoffenen Dachfolie (sd>=0.2m)
Dazu in der Traufe sowie im First entsprechende Lüftungsöffnungen. Querschnitte hab ich jetzt nicht im Kopf.

Gruß aus Berlin,



Danke



Hallo Gemeinde,

ich habe mich lange nicht gemeldet (was verschiedene Gründe hatte). Nun möchte ich mich aber bei allen für die Antworten, Ideen usw. bedanken. Das waren hilfreiche Impulse und wir konnten eine gute Lösung finden.

LG Robin