Glasschaumschotter im Altbau

16.10.2007



Liebe Mitglieder,
wir haben neulich ein idyllisches Schmuckstück, Denkmal (BJ 1894) erstanden und haben bereits mit den Modernisierungsarbeiten begonnen. Auf Grund massiven Schwammbefalls im UG haben wir den gesamten Kellerfußboden (Estrich auf Ziegel und Ziegel) aufgenommen und weitere 20cm bindigen Boden entfernt. Nun möchten wir erstmals Glasschaumschotter als wärmedämmende, kapillarbrechende Schicht einbauen. In den standardmäßig genutzten Kellerräumen ist der vom Hersteller empfohlene Aufbau (Geotextil, GSS verdichtet, PE-Folie, bewehrter Zementestrich)meines Erachtens plausibel nachvollziehbar, aber wie sieht es in anderweitig genutzten Räumen (Sauna / Dusche) aus. Wir möchten z.B. überall dasselbe Niveau haben und die Nassräume ungefliest lassen - lediglich mit einem Reaktionsharz "versiegeln". In diesem Bereich würde ich nun die PE-Folie durch eine Abdichtung ersetzen/ergänzen wollen und weiß aber nicht, ob die Abdichtung durch den Schotter verletzt wird... Hat schon jemand damit Erfahrung gesammelt und kann mir weiterhelfen?
Ich freue mich auf Antworten und/oder kritische Anregungen
Grüße
Andrea



GSS im Altbau



Warum solche Experimente mit ungeeigneten Materialien und ungewissem Ausgang?

Außerdem gehört die Abdichtung unter die Nutzschicht bzw. den Belag, der sie so vor mechanischer Beschädigung schützt.Abdichtung und Nutzschicht in Einem ist immer heikel.
Die PE- Folie dient nicht als Abdichtung, sondern als Trennlage bzw. Schutz vor Vermischung zwischen Beton und GSS.

Viele Grüße
Georg Böttcher



EP- Beschichtungen........



Hallo Andrea,
wie der Herr Böttcher schon schrieb, die PE Folie ist keine Abdichtung!

Verzichten Sie auf einen soliden Bodenaufbau( Schotter 8-16, PE- Folie, Beton, Schweißbahn oder KMB, WD Platten, PE Folie, Estrich und Belag) wird sich das in Form von massiven Kondensatausfall auf dem Boden der gesamten Nassräume auswirken.

EP Beschichtungen auf Rohbetonplatten sind immer problematisch und führen in ihrem Fall fast zwangsläufig zu Schäden an der Beschichtung infolge Hinterfeuchtung(ablösung infolge Dampfdruck unmittelbar hinter der Beschichtung).
Selbst die Hochgepriesenen Beschichtungssysteme nach OS11 im Parkhausbau sind mit Hinterfeuchtung überfordert(siehe Parkhäuser).
Die Hersteller dieser Beschichtungen verweisen immer auf einen max. 4%ige Durchfeuchtung des Untergrundes. Diese 4% sind, was viele nicht wissen, auch nach dem aufbringen der EP Beschichtung, dauerhaft Sicherzustellen sonst geht die Sache in die Hose.
Also eher nicht empfehlenswert, es sei denn sie haben eine gesperrte Betonplatte mit Estrich und W- Dämmung.
Darüber hinaus sind mir(profes. Verarbeiter) großflächige EP-,PUR- Harzanwendungen im Wohnraum sehr suspekt, egal was die Hersteller propagieren(Weichmacher).

Gruß jens



Glasschaumschotter im Altbau



vielen Dank für die prompten Antworten!
werde wohl doch im Nassbereich den klassischen Aufbau wählen, eine Duschtasse einbauen und auf den Estrich weiter aufbauen...Schade, die Höhen sind leider sehr knapp und noch tiefer möchte ich die Kellersohle nicht ausheben, auch weil ich keinen Versatz in der Unterkante der kapillarbrechenden Schicht gut fände.
Aber warum/wofür soll GSS ungeeignet sein? Bis jetzt kann ich nur gute Eigenschaften erkennen. Da wir auch sonst den Keller diffusionsoffen gestalten, sehe ich auch - außer in der Dusche für die Sauna, die ja nur zeitweise genutzt wird - wirklich keine Probleme.
Grüße
Andrea



Hohe Dämmeigenschaften



Diese Produkt ist eine gute Alternative für hochwärmedämmende Bodenaufbauten im erdberührten Bereich.
Die Oberflächenfestigkeit erreicht man mittels leichtem Zementeintrag, der dann beim Rüttelplattenverdichten in der Oberfläche die weitere Begehbarkeit herstellt.
Eine PE-Einlage ist da nicht ratsam und auch nicht vorstellbar.
Zu weiteren Fragen ist folgender Fachbetrieb aussagefähig hier vertreten:

Baugeschäft Jens Jannasch GmbH
Jens Jannasch
Straße der Jugend 3
02736 Oppach
Tel.: 035872/39461
Fax : 035872/39738
eMail: jens.jannasch@t-online.de

Freundliche Grüße nach Leipzsch

Udo Mühle