Versteckte Wasserrohrleckage, nasse Innenwände, Versicherung kommt




Hallo und schönen guten Tag,

ich habe vor 4 Wochen ein niedersächsisches Fachwerkhaus und nun stellte ich fest, daß einige Innenwände sich in Bodennähe sehr, sehr feucht anfühlen und die Tapete Ränder zeigt. Die Außenwände scheinen trocken. Das Warmwasser zeigt zeitweilig sehr trübe Einfärbungen, was nicht von einer langen Standzeit kommen kann, da die Verkäuferin das Haus bis zur Übergabe genutzt hat. Der gerufene Klemptner hat mir anhand der Wasseruhr (bei abgedrehten Verbrauchern, Toilettenspülung etc.) erklärt, daß das drehende Rädchen der Wasseruhr für eine Leckage steht.
Morgen kommt ein Sachverständiger der Versicherung (V) und will sich ein Bild machen.
Nun hat hat mir Angst gemacht, die V. würde versuchen nur die Leckage schnell zu beheben und ich würde dann mit einem durchgesippschtem Mauerwerk Weihnachten verbringen können.
Ich befürchte aber vielmehr, daß die Wände wie auch immer quick and dirty trockengemacht werden - aber ich gar nicht im Blick habe, was für mögliche Folgeschäden unberücksichtigt bleiben könnten.
Es besteht eine Gebäude-LeitungswasserV und es würde mir sehr helfen, wenn ich wüßte, was ich für Rechte aus dem Vvertrag habe, worauf ich also achten sollte und welchen Anspruch auf Beseitigung von Folgeschäden, wie z.B. Trocknung etc., ich habe.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Mit freundlichen Grüßen, ein neuer Karierter



Folgeschäden



sollten in einem normalen Versicherungsvertrag mitversichert sein. Quäle Dich also mal durch das Kleingedruckte.

Mache Dir vor Auftritt des Sachverständigen ein genaues Bild von den Schäden, fotografiere alles und passe auf, daß das auch alles in dem Schadensbericht auftaucht. Vor Ort sollte Einigkeit über den Einsatz von Trocknern erzielt und dokumentiert werden.

Wasserrohrbrüche kommen selten plötzlich. Deshalb sind vorsorgende Untersuchungen (Pilzbelastung, spez. Hausschwamm ) erforderlich. Balkenlagen, Dielen, mineralische Dämmwolle u.s.w könnten neben Putz und Farbe beschädigt sein.

So möglich, lasse Dir die beschädigte Leitungsstelle unverändert herausschneiden und hebe das Teil auf - das hatt mir mal die 7000€ für eine Schwammsanierung gerettet.

Falls Du den Eindruck hast, das wichtige Positionen strittig sein könnten, nach der Rohrreparatur nichts verändern und ggf. eigenen Sachverständigen beauftragen. Der macht sich in der Regel bezahlt, weil verdeckte Folgeschäden später nur sehr schwer nachweisbar sind. Die Rechnung vom Sachverständigen dann der Versicherung einreichen, ggf. zahlt sie das auch.

Viel Erfolg, vielleicht könntest Du im Forum auch berichten, wie's ausging

Grüße

Thomas W. Böhme



Leckortung wurde durch V beauftragt



Hallo Thomas,

vielen Dank, das hat mir schon ganz toll geholfen.
Ich berichte dann die Neuigkeiten.
Viele Grüße,

Stephan Subasic



Ein Nachtrag



die Wandtrocknung kann auch mit Microwellen erfolgen. Das ist vermutlich teuerer, geht aber wesentlich schneller. Damit wird also das Risiko weiterer Folgeschäden reduziert, weshalb die Versicherung zustimmen sollte.

Grüße

Thomas W. Böhme



Leckage im Ventil



Also nach langem Suchen mit akustischem Mitteln, Wärmespektrometer (oder so ähnlich) und Tracergas wurde festgestellt, daß der Wasserdruckverlust nicht durch eine Leckage in den Rohleitungen ausgelöst wurde sondern durch ein undichtes Überdruckventil. Da der Ablauf für das Überdruckventil auch gleich gekapselt in ein Abwasserrohr geführt wurde (so wie bei einem Waschbecken) war die Leckage durch eine Sichtung ausgeschlossen - Pech, denn vielleicht wird die Leckortung damit die Versicherung nicht übernehmen.
Das viel größere Problem ist aber, daß wir keine Ursache für die feuchten Innenwände finden können, aber .... zweiter Beitrag



Der Maurer vom Schützenverein



Nach drei kompletten Tagen mit Gesprächen bei drei verschiedenen ökologischen Bausanierungunternehmen mit vollkommen unterschiedlichen Ansätzen und Kostenvoranschlägen haben wir dann auf einer Feier vom Schützenverein verzweifelt die Bauern aus den umliegenden Fachwerkhäusern gefragt. Die haben uns auf die Schultern geklopft, wir sollten uns mal keine Sorgen machen, der Maurer aus dem Ort würde sich das mal ansehen und uns zumindest mal einen Tipp geben.
Der ist dann auch am Sonntag mit seinem kleinen Sohn vorbeigekommen, hat sich das Haus in aller Ruhe angesehen, und hat dann gefragt, ob wir mal eine Leiter hätten um uns die alten Schornsteine anzusehen. Es gibt an dem Haus davon zwei, die nur die Abluft aus einem alten Kachelofen und einem Holzofen ableiten. (Warmwasser und Heizung haben eigenen Abzug)
Leiter hatten wir nicht, aber im Kaminboden innen ist der Boden klitschnaß. Und die Schornsteine haben keine "Mütze", einen großen Durchmesser und vor ein zwei Monaten hat es in der Gegend sindflutartig geregnet. Da sich die Schimmelbildung an den Innenwänden sehr nah an den nassen Schornsteinen befindet und auch diese auch in den regenfreien Wochen nicht austrocknen konnten (es wird z.Zt. ja nicht geheizt und Luftzug in den Schornsteinen ist wegen geschlossener Kaminklappen ebenfalls gering) scheint dies die Ursache für unsere Wandfeutigkeit zu sein.

Wir haben jetzt Wasserschalen in die Schornsteinböden gestellt um zu sehen wieviel Wasser an Regentagen unten ankommt und werden unsere Schornsteine kurzfristig mit "Mützen" versehen.

Ich hoffe, unser Beitrag kann auch anderen weiterhelfen, denn wie ich festgestellt habe, sind wenige Bauernhausschornsteine einem Regenschutz versehen.
Viele Grüße,
Stephan



Überraschend...



...wird es immer, wenn sich 2 solche Probleme unbemerkt überlagern. Aber nun wisst Ihr wenigstens Bescheid.

Ich habe auch schon öfters bemerkt, daß sich nicht alle baulichen Probleme für die "Akademischen Weihen" eignen. Ein Kreuzgewölbe in meinem Stall drohte einzustürzen. Kostenvoranschlag Nr.1 von einer größeren Baufirma schloss bei ca. 80.000€ netto: Komplettdemontage, fotografische Dokumentation, Neuaufbau...). Kostenvoranschlag Nr. vom Maurer um die Ecke: 2500€ (Freilegen der Fugen von oben, Steine einzeln hochdrücken, Fugen ausgießen, neues Fundament für einen Wandpfeiler).

Haltet Euch den Maurer warm, der kann bestimmt noch mehr. Was meint er eigentlich dazu, die Schornsteinzüge langsam trockenzuheizen? Mit den Schalen im Zug erreicht Ihr doch eigentlich nichts.

Grüße und gutes Gelingen

Thomas W. Böhme



Die Schalen (Edelstahlhundenäpfe) auf den Schornsteinböden



sind nur dazu da, um in den Zeiten, in denen es regnet und wir nicht im Haus sind und Holz nachlegen können, wir wissen, wieviel Regen tatsächlich unten ankommt und damit dieser nicht weiter in die Sohle und damit in die angrenzenden Wände einfeuchtet - solange bis die Mützen über dem Schornstein fertig sind.

In der Zwischenzeit beheizen wir jetzt die Kamine um die Schronsteinwände und die Schornsteinböden zu trocknen.

;-)