Fassadenputz solubel ? selber mischen ?

07.09.2012



Hallo,
ich möchte meine Altbaufassade überputzen.
Habe eine Art typischen Böbbelputz drauf, der zum Teil gut intakt ist, an manchen Stellen aber ablättert (Wetterseite v.a.)...
Der Stukkateur vor Ort:
Oberputz wo abblättert runterklopfen, Gewebe mit Armierungsmörtel einspachteln, mineralischen Oberputz drauf...

Da ich innen alles mit Kalkputz/etc. gemacht habe und auch nicht Fan von allzuviel Bauchemie bin, schmeckt mir das nicht so...
andererseits, ist 12 Meter hoch der Giebel, da kann ich halt nicht gleich wieder ran, wenn mal was abbröckelt,...

Habe jetzt solubel angeschrieben, ob man deren Luftkalkmörtel drüberputzen könne ?
Antwort: ja, bloß kein Gewebe spachteln, etc. ...

Andererseits kommt da ja auch eine Menge Zeug rein, halt historisches, aber ist das automatisch besser als synthetisches Material, nur weil historisch ???
Also Zucker, Borax, Kasein im Anstrich, Talkum, etc., hydraulische Faktoren...

Fakt ist schon, dass man seit je her immer irgendwas reingemischt hat, Kuhfladen, was weiß ich...
Offensichtlich ist der pure Kalk+Sand allein dann doch problematisch in der Verarbeitung...

An der Kunstakademie haben wir Freskomalen geübt und den Putz (Kalkmörtel) dazu nur aus Sumpfkalk (blaue Fässer Altmannweiler oder so ähnlich) und Sand gemacht...
Ich weiß nicht mehr genau wie wir dort im Innenhof den Untergrund vorbereitet hatten...aber da wurden Übungsstücke auf vorhandenen Putz aufgezogen und bemalt...
das hebt immer noch wunderbar, keinerlei Zusätze...

Jetzt überlege ich mir langsam, ob ich nicht einfach mir einen Mischer besorge und guten Flusssand und Kalkfässer,
ich misch mir das Zeug und ziehe es über meinen ja intakten Grundputz am Haus...
Jeder Hersteller erzählt wunder was und schimpft über die Konkurrenz, man weiß nicht mehr was man wählen soll...



Fassadenputz



Hallo

Selber kann man alles machen.
Allerdings kann man auch selber ALLES falsch machen!

Ob ein Oberputz "abblättert" ist für mich fraglich - das schaut mir eher nach Beschichtung aus oder dünner Zementpampe mit Farbe drauf.

Was lose is muss weg.

Dann können Sie Kalkhydrat und Sand nehmen und selber mischen (wissen Sie ob Sie "guten" Sand bekommen?)
Kalkkaseinfarbe drüber

Wenn der Untergrund "gut" ist und haltbar können Sie den Solubel nehmen.
entweder den LKM von denen oder den SP50 (das kommt auf die Fassade an, auf die Vorschäden, Exposition, …)

Gewebe oder so was - niet!

Ihre Angst vor "fremden Stoffen" bei solubel - schauen Sie sich die Konzentration an im Promillebereich und nix "böses"!
;-)

Diese und solche Beimengungen waren und sind eine Wissenschaft, die schon die Sumerer, Ägypter, Griechen und Römer verwendet haben und hoch spezielle Eigenschaften haben können)

Den von Ihnen angesprochenen Sumpfkalk könenn Sie auch vom Solubel bekommen oder auch von der Firma Körndl in Altmannstein bei Beilngries im Altmühltal.
Wenn dann der Sand stimmt dann können Sie loslegen!
Den Sumpfkalk können Sie auch zum Weisseln hernehmen (Kalk-Kasein-Farbe)

Wenn allerdings von Grund auf ein KalkZementZeug auf der Fassade ist würde ich erst alle runter machen und gut und neu alles machen.

Man braucht auch keinen Mischer sondern nur einen alten Holz-Kalkbottich sich zusammenzimmern!

Gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de





ok...
vielen dank,
ich denke in dem Fall, dass ich dann schon den fertigen nehme...
das Problem ist wirklich, woher den Sand nehmen, Flußsand ohne große Tonanteile, etc. und dass die Siebkurve passt...das ist bei den fertigen sicher besser gewährleistet.
Aber kostet natürlich.
Nicht sicher bin ich mir mit der Farbe. Kalkkaseinanstrich draußen ?
In einer Tabelle aus einem Buch über Silikatbeschichtungen kommt Kalkkasein eher ungünstig weg hinsichtlich witterungs- und biologischer Beständigkeit (deshalb tun die bei solubel sicher borax rein als Fungizid, um dem Kasein als Nährboden für Pilze, Algen etc. entgegenzuwirken..., jedenfalls toll, dass die angeben was drin ist)
Richtig gut wäre sicher nur kalken, aber das wurde halt traditionell auch jedes Frühjahr neu gemacht...
und das ginge bei mir nur unten, Giebelhöhe ca. 12 Meter..

Silikat dachte ich nun sei das Mittel der Wahl im Außenbereich, auch als Farbe auf Kalkputz...
Jetzt wird das neuerdings plötzlich kritisch gesehen ?
Zu spröde ?

Wie ist es mit Silikonharzfarbe ?

Ist total Bauchemie, aber hat in den Tabellen hervorragende Werte, auch Diffusionsoffen, etc.,
konnte nichts wirklich nachteiliges recherchieren ???

Wäre das zumindest oben wo ich nicht gut hinkomme nicht längerfristig vernünftiger ?

p.s.: bin eigentlich garnicht immer "vernünftig", aber ich denke schon drüber nach



lieber nach "denken" - als nach "sehen"



Hallo

tausende von Jahren geht oder ging das mit Kalk bzw Kalk-Kaseinfarben
draussen und drinnen

meinen Sie wirklich diesen Schreckensmärchen der Chemopampenherstellern glauben zu müssen dass die Kalkfarbenfassade jedes Jahr gestrichen werden muss?

Da hätten die Altvorderen gar keine Kriege führen können und die Städte wären nur Malerhandwerksstädte gewesen!

Kaufen Sie sich eine blauen Topf Altmannsteiner und malern Sie los!
Das Fass wird 30 Jahre halten.

Lassen Sie das neuzeitliche Geplempere und machen Sie es richtig.

Vom Putz über die Farbe immer im richtige System bleiben - und das sollte aufs ganze Haus abgestimmt sein.

Früher gab es weder Tabellen (wie heisst der schöne Spruch über Tabellen: "traue nur der Tabelle, die du selbst gefälscht hast") noch bumsfidele Vermarktungsvertreter, die nicht dafür bezahlt werden Ihnen eine gute Farbe zu liefern sondern dafür dass sie UMSATZ machen und das Zeug verkaufen!

Wenn Sie ne Firma hätten, die so was herstellt, würden sie es auch verkaufen wollen oder müssen!

Ich lassad die Finger davon!

Wenn ganzheitliche Bauberatung gebraucht wird bitte melden

Florian Kurz
www.slow-house.de