Aluminium Heizkörper

07.03.2013



Hallo,
ich habe mir einen Aluminium-Heizkörper gekauft und mir wurde gesagt, dass ich zum anschließen kein Kupferrohr verwenden darf. Ich kann nur eine solche Aussage nirgendwo finden, denn alles was ich dazu gelesen habe ist nicht negativ...
Kann es denn für meine Heizung schädlich sein wenn das Wasser durch eine Kupferleitung und dann durch den Alu-Heizkörper fließt?
Im voraus besten Dank
Dieter



Nein...



... das tut nix.
In einem offenen System (Trinkwasserleitung) wäre das kritischer, aber das abgeschlossene Netz der Heizung kann inert betrachtet werden.

MfG,
sh





Ein Haustechniker kann das gewiss dezidierter beantworten. Ich entsinne mich an die sog. galvanische Spannungsreihe, demnach dürfte das Kupfer, wenn denn direkt an das Alu angeschlossen, zur Reaktion mit dem Aluminium führen, ein wenig Sauerstoff ist leider doch oft im System ...

Um dies zu verhindern dürfen die beiden Materialien nicht direkt miteinander verbunden werden. Normalerweise erfolgt die Trennung zuverlässig über das Thermostatventil und die Verschraubung des Rücklaufes, die entweder aus Rotguss oder Messing hergestellt ist.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Das ist natürlich...



... richtig und vorausgesetzt... Ich kenne keine Alu-HK mit Alu-Verschraubung auf Kupfer ;-)
Aber ohne Sauerstoffeintrag wird es auch keine weitere Korrosion geben...

MfG,
sh





... genau, aber der Sauerstoffeintrag ist wohl kaum zu verhindern und der geneigte Heizungsnutzer wird sich immer wieder die Frage stellen, wie kommt die verdammte Luft in das angeblich geschlossene System, das ich zu Beginn einer jeden Heizperiode an den Heizkörpern entlüften muss und vor allem: wo geht das ganze Wasser hin?

Notiz eines samstags .... Die Kontrolle des Brennraumes ergibt durch den herbeigeeilten Installateur: Alles trocken. Dann kann nur der Druckausgleichsbehälter schuld daran sein dass Luft in die Leitung gerät. Der geschmeidige Installateur erklärt dem beeindruckten Heizungsnutzer die Funktion des Gefäßes und auch, dass irgendwann die Gummimembran im Behälter porös werden kann, gar reißt und dann die Gummimembran im Behälter zunächst den Stickstoff des Gefäßes später auch Außenluft bei Druckabsenkungen durch ein defektes Ventil ansaugen kann. Bei defekter Membran gerät das Wasser der Heizung in den zuvor mit Stickstoff gefüllten Raum des MAG (Membranausdehnungsgefäß) und kann über das Ventil (öffnet gewöhnlich bei 3,5 Bar) austreten.

Mmmh. Das MAG kann man man austauschen, klar. Die angeblich automatischen Entlüfter an den Vertikalheizkörpern auch, selbstverständlich. Warum aber bloß in jedem zweiten, dritten Jahr? Das Sauerstoff in die Leitungen gerät ist wahrscheinlich kaum zu verhindern und die Enttäuschung bei blubbernden Heizkörpern ist oft nur die Folge falscher Erwartungen. :-))

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

P.S.: Eine Diskussion über diffusionsdichte Kunststoffleitungen wäre wohl ein eigener Thread.



Al-HKö + Cu-Leitung



Wenn man bereit ist ein gewisses Risiko zu tragen, kann man das machen.
Al ist das unedlere Metall und das Heizungswasser ist das Elektrolyt. Auch wenn im VL das Ventil und im RL die Verschraubung (beides normalerweise Rotguss) dazwischengeschaltet sind, ist es ein Risiko.
Da passiert nicht sofort etwas, der HKö wird auch vermutlich die Garantiezeit überstehen.
Ich würde das nicht einbauen. Es gibt auch Metallverbundrohre, die man als Heizungsleitung verwenden kann.
SG



Erstaunlich...



... dass Stahlheizkörper an Cu-Leitung funktioniert...
... dass Gussheizkörper an Stahl-Leitung funktioniert...
... dass Al-Si Wärmetauscher in Thermen und Heizkesseln funktionieren...
... dass überhaupt Materialmix aus Cu-, Verbund-, Stahlrohr mit Alu, Stahl, Cu, Keramik, diversen Kunststoffen... funktioniert...

MfG,
sh



gar nicht erstaunlich



Stahl und Kupfer haben kein Problem miteinander.
Guss und Stahl sind beides Eisen (Fe).
Al-Si ist kein Al.
Dieser aufgezeigte Materialmix ist problemlos, mit Keramik und K'stoff sowieso.
Das Problem ist Cu mit Al, aber nur, wenn ein Elektrolyt hinzukommt.
Das ist keine Theorie, sondern Praxis; ich habe das zur Genüge gesehen.



Was ist denn schief gelaufen, ...



... wenn in Wasserrohren aus verzinktem Stahl durchgängig eine ca. 3-5mm dicke Schicht aus schwarzem festen Schlamm sitzt? Wie konnten solche Systeme überhaupt eine Zulassung erhalten?



Warum



ist die Mischung von Cu und Fe in Flussrichtung bei Frischwasserleitungen dann absolut verpönt und nur umgekehrt zulässig? Cu ist deutlich edler als Fe.



Fliessregel...



... im Prinzip:
je weiter, desto edler...

also erst Fe, dann Cu...

MfG,
sh



Rohrleitungen in TWI + HI



@ De Meinweg
In der Trinkwasserinstallation wurden und werden verzinkte Eisenrohre verwendet. Das Material ist auch durchaus geeignet. Allerdings wird es mehr und mehr durch andere, besser geeignete Materialien verdrängt.
Je nach Wasserqualität ist das eine oder andere Material besser oder schlechter oder auch nicht geeignet.
Beim Wasserversorger kann man die Wasseranalyse und die geeigneten Materialien erfahren.
Das Problem ist oft eine falsch ausgeführte oder falsch genutzte Installation. Durch Stagnation, tote Teilstücke, Überdimension, Umbauten, fehlende Filter kann es innen zu Korrosion und Verkeimung kommen.
@ Kellergassenkatze
In der Trinkwasserinstallation werden verzinkte und keine schwarzen Eisenrohre eingesetzt. Nicht Cu - Fe sondern Cu - Zn ist das Problem.
Und deswegen ist die Fließregel sinnvoll.
In der Heizung werden schwarze Eisenrohre eingesetzt und dort gibt's einen Kreislauf.

Ein wesentliches Problem sind auch viele Heimwerker, die meinen, mal eben selbst eine WL Verlegen zu können.
Nicht umsonst dürfen nur konzessionierte Handwerker WL installieren.
Die dafür geltenden Vorschriften haben Gesetzescharakter. Z.Z. ist die TRWI 2012 gültig. Die Konzession wird für einen beschränkten Zeitraum erteilt und ist an den Nachweis der weiterbildung geknüpft.
Und aus vielen Schadens- und Problemfällen werden immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen und umgesetzt.
Wasser ist ein Lebensmittel und Wasser muss fließen. Stagnierendes Wasser verkeimt und gefährdet die Gesundheit.




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